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Geschenke sorgen für Container-Verstopfung

Es handelt sich um ein zeitweises Problem, so die Erfahrung des Landratsamtes, das keinen Grund sieht, regulierend einzugreifen.

So wie dieser Container sahen nach den Weihnachtstagen und über den Jahreswechsel viele andere aus. Das ist ein wiederkehrendes Problem um diese Zeit im Jahr. Container-Verstopfungen haben aber auch noch eine andere Ursache.
So wie dieser Container sahen nach den Weihnachtstagen und über den Jahreswechsel viele andere aus. Das ist ein wiederkehrendes Problem um diese Zeit im Jahr. Container-Verstopfungen haben aber auch noch eine andere Ursache. © Foto: Ralf Grunert

Hoyerswerda. Wer die letzten Tage aufmerksam Ausschau gehalten hat, wo überall Wertstoff-Container für die Entsorgung von Pappe überquellen, der hatte so gut wie keinen Erfolg. Vor ein paar Tagen sah das noch völlig anders aus, wie eine Leserin aus Hoyerswerda am Redaktions-Telefon mitgeteilt und über die damit einhergehende Vermüllung geschimpft hat. TAGEBLATT wandte sich mit diesem Problem an das Landratsamt Bautzen, das für die Wertstoff-Entsorgung zuständig ist, und diese von beauftragten Firmen erledigen lässt.

Betrachtet das Landratsamt das Überquellen der Container als ein sich mit dem Online-Handel einstellendes dauerhaftes Problem oder hatte das vor allem etwas mit den ungewöhnlich vielen Bestellungen zu Weihnachten zu tun?

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Überfüllte Pappcontainer sind jedes Jahr zum Jahreswechsel ein wiederkehrendes Problem aufgrund des Mehranfalles im Zusammenhang mit den Feiertagen. In diesem Jahr kommen noch die durch die Corona-Maßnahmen geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte dazu, wodurch erheblich mehr Dinge über das Internet bestellt wurden. Die dadurch vermehrt anfallenden Verpackungen finden sich in den Sammelbehältern für Papier und Pappe wieder.

Kann das Landratsamt auf die beauftragten Entsorgungsunternehmen Einfluss nehmen, die Tourenpläne so umzugestalten, dass in kürzeren Zeitabständen die Entsorgung erfolgt oder dass mehr Container gestellt werden?

Die Entsorgungsunternehmen organisieren die Tourenpläne und Anzahl der Behälter im Rahmen des regelmäßigen Anfalls. Eventuell auftretende Mengen-Spitzen sind jedoch dabei nicht die Norm. In den letzten Monaten hat der Bestand an Blauen Papiertonnen zur Entsorgung direkt am Grundstück erheblich zugenommen. Der Bestand der Container wurde jedoch nicht reduziert, sondern steht weiter unverändert zur Verfügung. Insofern ist bereits eine kontinuierliche Zunahme des bereitstehenden Entsorgungsvolumens zu beobachten.

Um die Sauberkeit auf den Wertstoff-Containerplätzen kümmern sich seit 2019 die Kommunen (mit Ausnahme von Hoyerswerda) gegen einen Obolus vom Landkreis. Muss der Obolus angesichts der zunehmenden Pappe-Vermüllung erhöht werden?

Neben den Wertstoff-Containern abgelegtes Papier und abgelegte Pappe wird im Rahmen der Containerleerung mitgenommen. Diese Wertstoffe sind kein Sperrmüll. Die Gemeinden übernehmen die Reinigung der Wertstoff-Containerplätze, der Landkreis trägt die Entsorgungskosten. Durch Mengenveränderungen entstehen den Gemeinden daher keine Mehrkosten. Eine Änderung der bestehenden Organisationsform ist nicht vorgesehen.

Gibt es andere Möglichkeiten, des Problems der überquellenden Pappe-Container Herr zu werden?

Ein häufig zu beobachtendes Problem ist die fehlende Bereitschaft der Bürger, die Pappkartons zumindest grob zu zerlegen. Oft werden diese nur zusammengefaltet und dann durch den Einwurfschlitz gepresst. Im Inneren der Container entfalten sich die Kartons dann wieder. Dadurch entsteht der Eindruck eines schnell überfüllten Containers. In vielen Fällen könnten bei einer sinnvollen Zerkleinerung der Kartonagen erheblich mehr Papier- und Pappabfälle in den Container gefüllt werden.

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