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Gletscherwelt zieht Gäste aus nah und fern an

Seit einem Jahr hat ein Förderverein in Krauschwitz den Hut dafür auf – und eine Menge geschafft. Eine Zwischenbilanz.

Seit dem Sommer vorigen Jahres ist der 2006 gegründete Förderverein Krauschwitzer Neißeland Pächter der Abenteuer-Gletscherwelt. Was seitdem passiert ist und noch werden soll, darüber informierte jetzt Vereinsvorsitzender Stefan Hofmann (rechts).
Seit dem Sommer vorigen Jahres ist der 2006 gegründete Förderverein Krauschwitzer Neißeland Pächter der Abenteuer-Gletscherwelt. Was seitdem passiert ist und noch werden soll, darüber informierte jetzt Vereinsvorsitzender Stefan Hofmann (rechts). © Foto: Constanze Knappe

Krauschwitz. Ein Mammut ohne Stoßzähne? In der Natur wäre das fatal gewesen. In der Krauschwitzer Abenteuer-Gletscherwelt muss es aber auch so gehen. Zwar sind für die Kleinkinderrutsche Stoßzähne aus Edelstahl vorhanden, doch aus Sicherheitsgründen dürfen sie nicht angeschraubt werden. So jedenfalls hat es der TÜV befunden und der hat bekanntlich das letzte Wort, wenn es um die Freigabe öffentlicher Spielflächen und -geräte geht. „Es sieht zwar etwas komisch aus, aber die Kinder werden trotzdem ihre Freude haben“, ist sich Stefan Hofmann sicher.

Am Dienstag hatte der Vorsitzende des Fördervereins Krauschwitzer Neißeland die Gemeinderäte ins einstige Helmut-Just-Stadion geladen, damit sie sich ein Bild davon machen können, was seit dem Sommer 2020 so alles passiert ist. Als neuer Pächter des Geländes hat der Verein seither den Hut dafür auf. Stefan Hofmann freute sich über das große Interesse der Räte. Immerhin gehe es um eine wichtige Sache – für die Kinder in Krauschwitz und den Tourismus in der Region. Das Interesse sei zugleich ein Ausdruck dafür, dass die Arbeit des Vereins geschätzt werde. Wie umfangreich sie sein werde, das hatte sich der Vereinsvorsitzende, der hauptberuflich ein selbstständiger Touristiker in Klein Priebus ist, selber wohl nicht so vorgestellt.

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Kletterturm lässt auf sich warten

Vor einem Jahr gab es den großen und den kleinen Kletterfelsen, die große Schaukel und das Trampolin. Inzwischen sind die Mammutrutsche und der Sandkasten fertig, steht die Doppelschaukel und anderes mehr. Wie die tolle Seilbahn. Doch Kinder sind quasi überall. Das hatte man nicht ausreichend bedacht. Schon in kurzer Zeit war die Bepflanzung niedergetrampelt. Ein „naturnaher Zaun“ soll jetzt hin. In dem einen Jahr wurden rund 300 Tonnen Erde bewegt, um beispielsweise für Spielgeräte wie die Mammutrutsche in 80 Zentimeter Tiefe Fundamente zu setzen.

Noch nicht weiter ist man mit dem Erlebnisstollen. Oder besser gesagt mit der Idee, dass man durch einen Turm von oben einsteigen kann. Der Arbeitskreis Eiszeitdorf, eine beim Förderverein angesiedelte Interessengruppe, hatte sich dazu mit der Verwaltung des Geoparks Muskauer Faltenbogen verständigt. Wenn schon, dann soll es etwas im Zusammenhang mit der Kohleförderung sein, so war man im vorigen Jahr verblieben. „Das Teuerste daran ist die Klettervariante an dem vier Meter hohen Turm in den Schacht hinein“, sagte Rolf Seilberger. Unter 30.000 Euro sei da wohl nichts zu machen. Und das könne der Arbeitskreis Eiszeitdorf nicht schultern, so dessen Vorsitzender. Von Seiten des Fördervereins will man den Stollen nun soweit sichern, dass man wieder durchgehen kann.

Die Krauschwitzer Abenteuer-Gletscherwelt ist der Anziehungspunkt schlechthin. An die 50 Kids aus der Kita Krauschwitz vergnügten sich in der vorigen Woche auf dem Gelände. Viele Familien aus der ganzen Region zieht es hierher – ebenso wie Kletterer aus nah und fern, die an dem großen Felsen trainieren wollen.

Das aber offenbart, wo in der Anlage noch Nachholebedarf besteht. Der Punkt der fehlenden Parkplätze kann abgehakt werden. Stellflächen für sechs Autos und einige Zweiräder wurden geschaffen, die Fahrradständer in Eigenleistung aus Schrott gebaut. Um Geld zu sparen, wie Stefan Hofmann begründet. Fördermittel von 36.000 Euro standen dem Verein zur Verfügung, und die seien trotz sparsamen Umgangs weitgehend aufgebraucht.

Noch immer Probleme bereiten die Wasser- und Stromversorgung. Der Hauptanschluss sei zwar da, aber noch keine Netzversorgung auf dem Gelände. Deshalb soll eine Ringleitung mit sechs Abnahmepunkten verlegt werden. Dank der Sponsoren könne man das so wichtige Vorhaben jetzt angehen. Wie in der jüngsten Gemeinderatssitzung avisiert, werde die kommunale Kläranlage gebaut.

Das versetzt den Verein in die Lage, eine Toilettenanlage anzuschließen. Dazu soll die Baracke mit den früheren Umkleideräumen umgebaut werden. Damit hätte die Dixie-Variante ausgedient, die wegen der steigenden Besucherzahlen längst nicht mehr ausreicht.

Bürgermeister Tristan Mühl (Freie Wähler) bedankte sich für die Arbeit. Er sei nach wie vor der Überzeugung, „dass der Weg der richtige war“. Die Gemeinde hätte das nicht umsetzen können, sagte er. Er empfahl, sich nach Seilbahn und Toilettenanlage auf die Betreibung zu fokussieren und mit Veranstaltungen ein gewisses Polster zu schaffen, um später Neues anzugehen.

Da die öffentliche Anlage mit Fördermitteln errichtet wurde, darf der Förderverein kein Eintrittsgeld nehmen. Auf finanzielle Unterstützung angewiesen, will er demnächst im Eingangsbereich eine Spendenbox aufstellen. Von den zehn Bankpatenschaften sind sechs bereits vergeben – für je 150 Euro über die Dauer von fünf Jahren. Nach den Worten von Stefan Hofmann müsse es aber gar nicht immer Geld sein. Ein Gutschein für Pflanzen aus einem Gartenbaubetrieb oder für Benzin für den Rasenmäher wäre ebenso nützlich. Abgesehen davon würde man sich über helfende Hände bei den Arbeitseinsätzen freuen, die zweimal monatlich stattfinden.

Im Herbst plant der Förderverein eine Auftaktveranstaltung. Wenn Corona nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht und bis dahin die Ringleitung liegt.

Der vier Meter hohe Kletterturm, um von oben in den Stollen einsteigen zu können, wird noch auf sich warten lassen. 30.000 Euro sind wegen Sicherheitsvorkehrungen veranschlagt.
Der vier Meter hohe Kletterturm, um von oben in den Stollen einsteigen zu können, wird noch auf sich warten lassen. 30.000 Euro sind wegen Sicherheitsvorkehrungen veranschlagt. © Foto: Constanze Knappe
Ein Mammut ohne Stoßzähne – der Sicherheit halber.
Ein Mammut ohne Stoßzähne – der Sicherheit halber. © Foto: Uwe Schulz

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