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Halbierung der Verkehrsmenge erhofft

Die Stadt Hoyerswerda will das in der Kühnichter Straße durch eine Einbahnstraßen-Regelung erreichen.

Noch darf man von der Nieskyer Straße aus abbiegen. Geht es nach dem Rathaus, dann wird das schon ab Juni nicht mehr zulässig sein.
Noch darf man von der Nieskyer Straße aus abbiegen. Geht es nach dem Rathaus, dann wird das schon ab Juni nicht mehr zulässig sein. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Wer mit dem Auto aus Richtung Lohsa kommt, wird in Bälde nicht mehr über die Kühnichter Straße nach Hoyerswerda fahren können. Die Stadtverwaltung hat am Donnerstag nun auch offiziell erklärt, dass die Einfahrt von der Nieskyer Straße her gesperrt werden soll, um die Anlieger der Kühnichter Straße vom Verkehr zu entlasten. Das TAGEBLATT beantwortet hier die wichtigsten Fragen dazu.

Welche Maßnahmen werden dazu genau ergriffen?

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Es geht um eine sogenannte unechte Einbahnstraße. Exakt drei neue Verkehrszeichen werden Kraftfahrer an der Nieskyer Straße zwingen, weiter in Richtung Sportforum beziehungsweise Autopark zu fahren. Ausnahmen wird es laut Götz Gleiche vom Bürgeramt für Linienbusse sowie für Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Krankentransportwesen geben. Diese dürfen auch künftig in die Kühnichter Straße einbiegen. Es wird erwartet, dass der Verkehr sich über die drei Stadt-Zufahrten Nieskyer Straße, Straße D/Industriegelände sowie B 97/Spremberger Chaussee verteilen wird. Man wird aber auch weiterhin vom Kiefernweg oder vom Fichtenweg aus stadteinwärts fahren können.

Was soll das Ganze den Anwohnern der Kühnichter Straße bringen?

Nach Angaben der Stadt wird die recht holperige Chaussee werktags etwa von 5.000 Kfz befahren. Es wird damit gerechnet, dass sich das Aufkommen ungefähr halbieren dürfte. Im Dezember 2018 hatten sich 44 Anlieger an die Stadt gewandt, sich über zunehmenden Lärm sowie Erschütterungen beklagt und Maßnahmen zur Reduzierung der Verkehrslast gefordert.

Ab wann wird die geänderte Verkehrsführung gelten?

Ziel des Rathauses ist es, sie zum 1. Juni in Kraft treten zu lassen. Allerdings ist das noch nicht in Stein gemeißelt. Denn da es sich bei der Straße Hoyerswerda – Lohsa um eine Staatsstraße handelt, ist das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr für die Beschilderung zuständig. Wenn das Lasuv die Änderungen bis Anfang Juni auf die Reihe bekommt, gelten sie ab dann, wenn nicht, später.

Welche Auswirkungen gibt es auf den Bau der Kühnichter Südumfahrung?

Obwohl die Beschlusslage das noch nicht so klar vorsieht, sagt Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD): „Die Kühnichter Spange wollen wir nicht mehr.“ Schon kommende Woche im Sonderstadtrat zum Haushalt 2021/22 liegt ein von vier Fraktionen unterstützter Antrag, die vorgesehenen Planungskosten zu streichen. Dieselben vier Fraktionen wollen außerdem den im vorigen Jahr gefassten Beschluss, einen Bebauungsplan für die Kühnichter Spange zwischen Weinert- und Nieskyer Straße aufzustellen, rückgängig machen. Sie war zuletzt (erneut) als Entlastungsmaßnahme für die Kühnichter Straße gedacht.

Was ist mit dem baulich schlechten Zustand der Kühnichter Straße?

Der Oberbürgermeister würde gern die Planungsmittel für die Kühnichter Spange zur Planungsfinanzierung für einen grundhaften Ausbau der Kühnichter Straße unter Beibehaltung von Breite und Allee-Charakter nutzen. Allerdings wollen die besagten vier Stadtratsfraktionen das Geld lieber verwenden, um die Sanierung der ebenfalls maroden Rosa-Luxemburg-Straße in der Altstadt zu planen. Ruban-Zeh meint, wenn es so komme, müsste man die Planungsmittel für die Kühnichter Straße dann eben in den Haushalt 2023/24 einstellen: „Das Ansinnen besteht weiter.“ Der Gedanke dabei ist, eine attraktive Zufahrt aus der Stadt zum Scheibe-See zu schaffen. Allerdings solle auch nach einer Sanierung der Kühnichter Straße die neue Regelung mit Zufahrtsverbot aus der Nieskyer Straße bestehen bleiben. So oder so: Schnell wird es mit einer Sanierung nicht gehen. Nach der Planung folgen die Fördermittelbeschaffung und die Ausschreibung. So etwas dauert schon einmal mehrere Jahre.

Die Kühnichter Spange am Rand des FKO hat in der jüngsten Debatte dazu nur wenige Freunde gefunden. Auch die Familie, deren Haus direkt am östlichen Endpunkt läge, spricht sich recht deutlich dagegen aus.
Die Kühnichter Spange am Rand des FKO hat in der jüngsten Debatte dazu nur wenige Freunde gefunden. Auch die Familie, deren Haus direkt am östlichen Endpunkt läge, spricht sich recht deutlich dagegen aus. © Foto: Gernot Menzel
Wie zuletzt bei Baumaßnahmen an anderer Stelle den Kastanienweg gänzlich zu öffnen, indem die Poller weggenommen werden, wird von einem Anlieger gefordert. Die Stadt hält das aber nicht für eine günstige Lösung.
Wie zuletzt bei Baumaßnahmen an anderer Stelle den Kastanienweg gänzlich zu öffnen, indem die Poller weggenommen werden, wird von einem Anlieger gefordert. Die Stadt hält das aber nicht für eine günstige Lösung. © Foto: Uwe Schulz

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