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Hoyerswerda

Heimniederlagen für Sachsenligisten

... dabei waren die LHV-Männer gegen Staffelfavorit Zwickau ganz nahe dran // SC-Damen verlieren in der 1. Halbzeit

Zwickaus Keeper Steffen Schüller (in Gelb) ist machtlos, seine Teamkameraden Adam Krejcirik, Borjan Madzovski und John Kretzschmar (alle in Rot) können auch nicht verhindern, dass Hoyerswerdas Gary Biele (in Grün) einen seiner vier Treffer erzielt.
Zwickaus Keeper Steffen Schüller (in Gelb) ist machtlos, seine Teamkameraden Adam Krejcirik, Borjan Madzovski und John Kretzschmar (alle in Rot) können auch nicht verhindern, dass Hoyerswerdas Gary Biele (in Grün) einen seiner vier Treffer erzielt. © Foto: Werner Müller

Sachsenliga Männer

LHV Hoyerswerda 25 (14)
Zwickauer HC Grubenlampe 26 (15)

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Am Sonntag wussten die Zuschauer im BSZ „Konrad Zuse“, was sie über ein halbes Jahr lang vermisst hatten: Spannung, Dramatik, Kampf und Emotionen. Denn das lieferte das Spiel gegen den Aufstiegsanwärter aus Zwickau in vollen Zügen. Dabei muss man sich schon jetzt bei den Besuchern bedanken, die sich alle an die Corona-Einschränkungen hielten und somit einen reibungslosen Ablauf ermöglichten.

Der LHV hatte am Donnerstag erstmals zum Training den neuen Belag des BSZ betreten dürfen. Alle waren froh, denn nun war die Trainingsqualität endlich wieder auf einem guten Niveau, vor allem durfte das für Handballer so wichtige Harz (Haftmittel) wieder benutzt werden. Das merkte man sofort im Spiel, als Nils Nitzsche das erste Sachsenligator im „neuen“ BSZ zum Hoyerswerdaer 1:0 warf.

Die Zwickauer, mit allerlei ausländischer Prominenz in der Lausitz angereist (darunter ihrem besten Torschützen, Cosic), zeigten aber gleich, warum sie verlustpunktfrei in der Tabelle stehen und konnten die Führung beim 1:2 übernehmen.

Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Gute Abwehrreihen bestimmten zunächst das Geschehen; machten es dem Gegenüber schwer, zum Abschluss zu kommen. Bis zum 8:8 konnte sich kein Team wirklich absetzen. Leider klappte (wie schon in der Vorwoche in Plauen) eine Sache bei den LHVern überhaupt nicht: die Siebenmeter. Drei Strafwürfe wurden vergeben, bevor Patrick Michel den vierten Strafwurf zur 9:8-Führung einnetzte. Wie wäre es wohl ausgegangen, wenn die davor auch schon drin gewesen wären? Aber das Torhüter-Duell ging an diesem Tag einfach an Zwickaus Steffen Schüller, der auch noch weitere 100%ige Chancen der Hoyerswerdaer vereitelte. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel konnten sich die Zwickauer beim 12:15 erstmals mit drei Treffern absetzen, aber heute standen ihnen kämpferisch top eingestellte Zuse-Städter gegenüber; und Dario Feuerriegel schaffte zehn Sekunden vor der Sirene wieder den 14:15 Anschluss. Die Zuschauer waren zufrieden, hatten sie doch ein Handballspiel auf hohem Niveau gesehen, in dem noch alles möglich war.

Den besseren Start in Durchgang zwei hatten wieder die Gäste, die auf 14:18 erhöhen konnten. Aber wieder ließen sich die LHV-Männer davon nicht entmutigen und kämpften sich zurück auf 20:20.Die letzte Minute hatte es dann in sich. Beim 25:26 konnten die Zwickauer das Spiel mit einem Strafwurf entscheiden, aber sie scheiterten an Henry Schacht im LHV-Gehäuse. Die letzte Auszeit der Heimherren musste her, denn es gab noch eine Chance, den einen verdienten Punkt mitzunehmen. Leider entschieden die Schiedsrichter kurz vor Ende auf Stürmerfoul, und damit war die Möglichkeit dahin. Der große Kampf des LHV-Teams wurde nicht belohnt; ein Unentschieden wäre sicherlich das gerechte Ergebnis gewesen. „Leider ist der Sport aber nun mal nicht immer gerecht. Meine Männer haben heute aber ein gutes Spiel mit einem großartigen Kampf hingelegt. Ärgerlich sind die wieder am Ende vier verworfenen Strafwürfe. Diese Schwäche vom Siebenmeterpunkt hat uns jetzt schon drei Punkte gekostet, das müssen wir dringend abstellen“, so LHV-Coach Conni Böhme.

Mit 1:5 Punkten ist der Saisonstart der Hoyerswerdaer damit nicht optimal verlaufen, auch wenn man schon die beiden Teams als Gegner hatte, die ohne Minuspunkt an der Tabellenspitze stehen. Da jetzt aber auch das geregelte Training im BSZ wieder möglich ist, gehen alle weiter mit Optimismus in die nächsten Spiele, in denen sich der Kampf dann auch auszahlen wird. Die nächste Möglichkeit gibt es dafür schon am kommenden Sonntag in Bautzen, wenn die Hoyerswerdaer um 18 Uhr auf den HVO Cunewalde treffen, der besser in die Spielzeit gekommen ist und momentan auf Tabellenplatz 4 steht. (LHV)

LHV Hoyerswerda: Henry Schacht, Max Kastner – Nils Nitzsche (2), Dario Feuerriegel (5/2), Tobias Sieber (3), Christian Herzer, Tony Jäschke, Fabian Knofe, Ben Nitzsche, Alexander Canbek (1), Tom Baugstatt (1), Gary Biele (4), Patrick Michel (7/3), Tim Baugstatt (2)Trainer/Betreuer: Conni Böhme, Torsten Tschierske, Christian Bartoszek, Nico Köppner

Sachsenliga Frauen

SC Hoyerswerda 32 (15)
SC Schneeberg 35 (20)

Das Spiel begann optimal. Der SC führte nach gerade einmal anderthalb Minuten mit 2:0. Den Torreigen eröffneten Marie Rubin mit einem sehr schön herausgespielten Tor vom Kreis und Vera Apitz aus der zweiten Reihe. Doch dann kam Schneeberg zum Ausgleich und zur erstmaligen Führung. Das Spiel der SC-Sieben kam jetzt ins Stocken. Ungenauigkeiten, Fehler und Pech hie sowie überlegt zu Ende gespielte Kombinationen der Gäste da ließen deren Vorsprung wachsen (4:7, 5:8, 6:11). Schneeberg zog immer weiter davon. Es war kaum erklärbar, woran es lag, aber bis zum 8:17 (einem Neun-Tore-Rückstand!), gelang den SC-Damen nicht viel. Es waren erst 23 Minuten gespielt, und nun fielen die Tore auf beiden Seiten. Nach einer „gebrauchten“ Halbzeit ging es mit 15:20 in die Kabine.

Es gab genügend Glauben an eine bessere zweite Hälfte. Doch nach zwei schnellen Treffern der Gäste waren die SC-Mädels gleich wieder unter Zugzwang, kämpften sich aber wieder heran. Nach fünf Minuten existierte immer noch derselbe Abstand (20:25). Jetzt wurde dem SC eine Stütze genommen. Vera Apitz erhielt nach ihrer dritten Zeitstrafe die rote Karte (Spielausschluss), und die Schneebergerinnen setzten noch zwei Tore in Folge drauf (20:27). Es war noch viel Zeit, und die bisherige Mannschaftsleistung ließ Schlimmes befürchten. Aber das junge SC-Team kämpfte sich Tor für Tor mit starkem Willen heran (22:27, 24:27, 27:30). Als Lea Schwarzbach zehn Minuten vor Schluss mit einer herausragenden Einzelleistung zum 29:31 einnetzte, bestand berechtigte Hoffnung bei den Zuschauern, dass hier heute noch gepunktet werden könnte. Doch auch in mehrfacher Unterzahl erzielten die Gäste eiskalt ihre Tore (30:33, 31:34). Selbst eine gut aufgelegte Hoyerswerdaerin Betty Kulke mit ihrem zwölften Treffer konnte die Heimniederlage nicht verhindern.

Trainer Damian Reicharts Resümee: „Glückwunsch zum Sieg nach Schneeberg. Nach der ersten Halbzeit war ich richtig enttäuscht von unserer Leistung. Wir waren einfach nicht auf der Platte und haben unnötige Fehler gemacht, die ich so nicht kenne. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft sehr stark gekämpft und gezeigt, was sie in der Lage zu leisten ist. Diese zweiten 30 Minuten müssen wir mitnehmen – dann klappt es auch am nächsten Sonnabend um 18 Uhr beim Neuling in Dresden-Klotzsche.“ (JöWie)

SC Hoyerswerda: Nicole Seidel – Marie-Therese Kirschner (Tor), Vera Apitz (4), Greta Schmidt (4), Marie Grabsch (2), Alina Weber (1), Charlott Schöps (4), Marie Rubin (1), Lea Schwarzbach (4/1), Betty Kulke (12)

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