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Hitze und Handwerk am Gleis 19

Der Handwerkermarkt rund um den S-Bahnwagen in Schwarze Pumpe war ein gelungener Auftakt für hoffentlich bessere Zeiten.

Arno Klähr aus Vetschau (also ein Niederlausitzer!) freute sich über seinen ersten Marktauftritt mit Holz-Produkten nach langer Zeit – und ohne Maske.
Arno Klähr aus Vetschau (also ein Niederlausitzer!) freute sich über seinen ersten Marktauftritt mit Holz-Produkten nach langer Zeit – und ohne Maske. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Schwarze Pumpe. Aufatmen bei allen; bei Handwerkern, Markttreibenden, Besuchern und beim Veranstalter: Mit dem Handwerkermarkt am „Gleis 19“, rund um den ehemaligen S-Bahn-Wagen an der Straße des Aufbaus 19, wurden am Wochenende im nunmehrigen Spremberger Ortsteil tatsächlich die Weichen in Richtung Zukunft eines normalen Lebens gestellt. Das sagten auch Spreenixe Cindy Ahne und das Spremberger Schlossfräulein Jutta von Kittlitz (Veronika Dubau).

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Die Spreenixe war seit ihrer Wahl beim Heimatfest 2019 im wesentlichen arbeitslos geblieben: „Heute ist seit langem mein erster Auftritt. Hoffentlich nicht der letzte“. Das hätte gut passieren können. Hätte es im August ein Heimatfest gegeben, dann wäre nach dem Ritual eine neue Nixe zu krönen gewesen. So aber, wegen corona-bedingtem Heimatfest-Verzicht, bleibt wohl alles erst einmal, wie es ist – und Cindy die Spremberger Spreenixe mit Hoffnung auf weitere Termine.

Oberlausitz dominiert

Gemeinsam stellten Schlossfräulein und Nixe bei gemeinsamen Marktrundgängen den Handwerkern die Stadt Spremberg vor und unterhielten sich mit den Besuchern. 80 Handwerker und Markttreibende waren nach Schwarze Pumpe gekommen. Die meisten von ihnen aus dem Großraum Dresden und der Oberlausitz. „Die Niederlausitz, also die Gegend nördlich in Richtung Cottbus, ist auf den S-Bahn-Wagen noch nicht so richtig aufgesprungen“, sagte Veranstaltungsleiter Holger Schwarz ein bisschen versymbolisiert. Warum das so ist, vermochte er bislang nicht auszumachen. Den Besuchern dagegen war es recht; hatten sie doch so mehr Platz und weniger Gedränge, denn der Markt war trotz allem sehr gut besucht. Besonders die kulinarischen Angebote aus der Oberlausitz waren verlockend, zumal sie in Pumpe nicht alle Tage zu haben sind. Viele Anbieter hatten auch ihre Hausprospekte mitgebracht – mit Ferienwohnungen und Hinweisen auf Reisebusunternehmen. „Dass der Zulauf aus Sachsen immer größer wird, hat seine Ursachen vor allem in der Selbstläufigkeit, weil es sich unter Handwerkern und Händlern herumgesprochen hat, dass es sich lohnt, am «Gleis 19» dabei zu sein“, so Holger Schwarz. Für Unterhaltung sorgte der Stadtchor Spremberg; die Kinder konnten mit dem „Feurigen Elias“, dem muskelbetriebenen Nachbau der Spremberger Stadtbahn, fahren. Zur Belohnung erhielten sie ein Eis – und die Papas, wenn sie in der Hitze die Lok schoben, ein Bier.

Insgesamt war der Handwerkermarkt ein guter Auftakt. „Wir haben nicht mehr gewartet, sondern einfach die Auflagen erfüllt und losgemacht. Das Interesse der Markttreibenden und zahlreichen Besucher hat uns bestätigt, dass wir damit richtig lagen“, freute sich Holger Schwarz.

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