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Honig und Voraussetzung einer guten Obst-Ernte

Der heutige 20. Mai ist Weltbienentag. Hoyerswerdaer Bienen kümmern sich wieder um die Ernährung der Menschen.

Der Hoyerswerdaer Imker Ulrich Schmidt an seiner Schaubeute. Durch die Glasscheibe an der Vorderseite kann man das sonst durch eine Holzwand den Blicken entzogene Treiben im Innern eines Bienenstocks beobachten. Die Tierchen scheint’s nicht zu stören.
Der Hoyerswerdaer Imker Ulrich Schmidt an seiner Schaubeute. Durch die Glasscheibe an der Vorderseite kann man das sonst durch eine Holzwand den Blicken entzogene Treiben im Innern eines Bienenstocks beobachten. Die Tierchen scheint’s nicht zu stören. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Endlich überschreitet die Quecksilber- oder sonstige Säule des Thermometers in diesem Jahr längerfristig tagsüber die Zehn-Grad-Celsius-Marke. Sonne scheint. Der Wind hat nachgelassen. Bei diesem Wetter setzt sich der Hobby-Imker Ulrich Schmidt aus Hoyerswerda manchmal in die Nähe seiner Bienenstöcke, hört auf das gleichmäßige Summen der Insekten und beobachtet ihr geschäftiges Treiben.

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Die Honigbienen sind dann aktiv, um für ihre Völker Nektar, Pollen und Wasser zu suchen, sagt Ulrich Schmidt. All das brauchen sie zum Überleben. Während eines kalten Frühjahrs wie diesem konnten sie erst an wenigen Tage auf Nahrungssuche gehen. Selbst bei etwas stärkerem Wind waren die Tiere schon im Umkreis von circa einem Kilometer um ihren Stock unterwegs. „Sie fliegen dann nahe über dem Boden, um Energie zu sparen“, erklärt der Imker. Den gefundenen Nektar verarbeiten die Insekten zu Honig, vermischen diesen mit Pollen sowie Wasser und verwenden den Brei zum Füttern ihrer Brut.

Kälte machte es den Bienen schwer

Im März fliegen Honigbienen vornehmlich zu Weiden, weil diese zu den ersten blühenden Pflanzen nach dem Winter gehören. Die als Weidenkätzchen bekannten dekorativen Blüten dürfen deshalb nicht abgeschnitten und mit nach Hause genommen werden. Der kalte April dieses Jahres hat es Honig- und Wildbienen besonders schwer gemacht, viele Süßkirschblüten zu bestäuben, erzählt Ulrich Schmidt. Die Ernte wird nun wohl etwas geringer ausfallen. Weil jetzt die Bestäubung der Apfel- sowie Sauerkirschblüten erfolgt, hofft der Imker im Sinne der Bienen und der Menschen auf wärmeres Wetter. Seine Bienenvölker hält er auf der von ihm als Weihnachtsbaumplantage und Großgarten genutzten landwirtschaftlichen Fläche in Hoyerswerda an der Schwarzen Elster. Die Insekten besuchen von dort aus (normalerweise im Umkreis von circa vier Kilometern rund um ihren Stock) Felder, Kleingärten und Hoyerswerdaer Grünanlagen. Ulrich Schmidt freut sich, dass die Gartensparten auf Insektizide verzichten und empfiehlt ihnen, in ihrem näheren Umfeld einen Imker anzusiedeln. Dann wird sich die Bestäubung der Blütenpflanzen und damit die Ernte verbessern. Die vielen Lindenbäume an den Straßen findet der Imker gut, ebenso wie die Sträucher und Blumenbeete in der Stadt. Leider sind an der Schwarzen Elster einige Robinien gefällt worden, und die Bauern bauen nicht mehr so viel Raps an wie noch vor einigen Jahren. Das ist für die Bienen nicht gut, denn ihnen fehlen dann diese reichhaltigen Nahrungsquellen.

Vom Weltbienentag, den die Vereinten Nationen seit dem 20. Mai 2018 begehen, war der Imker etwas überrascht. Die Idee findet er aber gut, weil so die Leistung dieser Nutzinsekten für die Ernährung der Menschheit ins Blickfeld gerückt wird.

20. Mai: An diesem Tag wurde 1734 der Pionier der modernen Imkerei, der Slowene Anton Janša, geboren.

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