merken
PLUS Hoyerswerda

Hoyerswerdaer Läufer erreichen den Nordpol

Im Dezember wurden bei der „Gesundheitskilometer“-Aktion des Sportclubs 9.406,09 km gelaufen.

Ein Bild aus besseren Tagen: SC-Hoyerswerda-Geschäftsführerin Daniela Fünfstück und das Maskottchen SC-Bär werben für den Stadtlauf 2019. Aber gelaufen werden kann, soll, MUSS auch – gerade jetzt.
Ein Bild aus besseren Tagen: SC-Hoyerswerda-Geschäftsführerin Daniela Fünfstück und das Maskottchen SC-Bär werben für den Stadtlauf 2019. Aber gelaufen werden kann, soll, MUSS auch – gerade jetzt. © Archivfoto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Wer war der erste Nordpol-Bezwinger? Die US-Amerikaner Robert Edwin Peary und Matthew Henson beanspruchten das für sich, wollten (jeder VOR dem anderen) am 6. April 1909 den geografischen Pol erreicht haben. Ihr Streit endete ergebnislos; wahrscheinlich aber wird keiner von ihnen da gewesen sein. Noch viel weniger wohl Frederick Cook, der im Zuge des Peary-Henson-Streits behauptete, er habe schon am 21. April 1908 den Pol bezwungen.

Allen drei „Ersten“ wurde aber eine Reihe von Ungereimtheiten nachgewiesen, die ihre Behauptung sehr, sehr fragwürdig erscheinen lassen. Womöglich gebührt der Ruhm grönländischen Eingeborenen – die hatten ja sogar einen Namen für diesen gottverlassenen Punkt: „qimmersoriartorfissuaq“, „der Ort, an dem du gezwungen bist, deine (Schlitten-)Hunde zu essen“. Der erste Mensch, der den Pol nachweislich auf dem Weg über Land (nein: das Eis) erreichte, war der US-Amerikaner Ralph Plaisted 1968 mit seiner vierköpfigen Expedition auf Schneemobilen. Warum dieser Wikipedia-gestützte geschichtliche Ausflug voller Unwägbarkeiten? Weil es nun eine Gewissheit gibt, die die Geschichte der Premieren abschließt. Erstmals ohne alle technische Hilfsmittel den Nordpol erreicht haben im Dezember 2020 Hoyerswerdaer Läufer! Das kam so

Anzeige
Sachsen krempelt die #ärmelhoch
Sachsen krempelt die #ärmelhoch

Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

Runter von der Wohnzimmercouch

Anfang Dezember 2020 lud der SC Hoyerswerda dazu ein, „Gesundheits-Kilometer“ zu sammeln, um der allgemeinen Bewegungslosigkeit im Corona-Lockdown zu begegnen. Die Bundesregierung rief mit Werbespots unter dem Motto „#besonderehelden“ dazu auf, am besten 24 Stunden am Tag auf der Wohnzimmercouch zu verharren. Ganz anders der SC Hoyerswerda. Der hielt gegen, forderte auf, sich vor die Tür zu begeben: „Dabei bewegt Ihr Euch zu Fuß – ob Wandern, Walken, Laufen – alles, was der Gesundheit dient, ist erlaubt. Jeder weiß, wie wichtig in der kalten Jahreszeit der Gang nach draußen ist. Die frische Luft bringt den Kreislauf in Schwung und weitet die Lungen, der Körper kann Vitamin D durch das Sonnenlicht speichern.“

Sorge vor Erkrankungen

Sportclub-Geschäftsführerin Daniela Fünfstück bringt das Anliegen nicht nur dieser Aktion des Sportclubs auf den Punkt: „Ich fürchte, wir werden erleben müssen, dass im Zuge der «Bewegungslosigkeit» in Corona-Zeiten; unverständlicherweise noch gefördert und belobigt durch solche Aufforderungen wie «#besonderehelden», nicht nur Gewichtsprobleme, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen dramatisch zunehmen werden. Echte «besondere Helden» sind all jene, die auch jetzt mit sportlicher Betätigung aktiv werden, die etwas für sich, für ihre Gesundheit und damit letztlich für uns alle tun.“ Nochmals zur besagten Aktion in einem Satz: Es sollten viele Kilometer zurückgelegt und auf einem Formular der SC-Hoyerswerda-Website eingetragen werden. Der SC warb: „Wir sind gespannt, was wir gemeinsam schaffen: Einmal durch Sachsen? Durch Deutschland? Vielleicht sogar einmal bis zum Weihnachtsmann an den Nordpol und zurück?“ Jetzt wurde Bilanz gezogen: Es war ein voller Erfolg! Einmal zum Nordpol und zurück wurde locker geschafft (2 x 4.289,52 km, also 8.579,04 km). Insgesamt kamen 9.406,09 km zusammen.

Wiederholung ist schon in Planung

„Wer hätte gedacht, dass wir unsere Vorgabe sogar übertreffen, da es doch auf den letzten Metern ziemlich knapp schien ...“, freut sich Daniela Fünfstück. „Man sieht, mit einem Ziel vor Augen ist fast alles möglich. Wir sind auf der Suche nach einem neuen großen Ziel und werden diese Aktion auf alle Fälle wiederholen. Dabei hoffen wir wieder auf rege Beteiligung. Bis dahin haltet Euch weiter fit!“.

Mehr zum Thema Hoyerswerda