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Hoyerswerdaer zieht’s vor allem nach Dresden

Die Stadt an der Schwarzen Elster generiert seit ein paar Jahren aus dem Umland mehr Zuzug als Abwanderung.

Von 2009 bis 2019 zogen 13.275 Menschen nach Hoyerswerda.
Von 2009 bis 2019 zogen 13.275 Menschen nach Hoyerswerda. © Archivfoto: Gernot Menzel

Die Stadt Hoyerswerda hat seit der Wende mehr als die Hälfte ihrer Einwohner verloren. Von 1989 bis 2019 waren das knapp 40.000 Menschen, so die aktuelle Auskunft aus dem Statistischen Landesamt Sachsen. Neben dem Umstand, dass seit vielen Jahren deutlich mehr Sterbefälle als Geburten zu verzeichnen sind, spielt auch die Bevölkerungswanderung eine wichtige Rolle. Die Statistiker haben von 2009 bis 2019 insgesamt 13.275 Zuzüge nach Hoyerswerda registriert. Im gleichen Zeitraum kehrten jedoch mehr Einwohner der Stadt den Rücken – 15.370. Neuerdings gibt es aber einen umgekehrten Trend.

Wohin sind von 2009 bis 2019 die meisten Hoyerswerdaer gezogen?

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Hier steht die sächsische Landeshauptstadt mit Abstand an der Spitze. 1.901 Einwohner haben Hoyerswerda in Richtung Dresden verlassen. Anfangs waren es jährlich um die 200 Personen. Seit 2014 hat es sich um die 150 eingepegelt, wobei es 2017 mit 209 Einwohnern noch mal einen Ausreißer nach oben gab. Das zweithäufigste Umzugsziel der Hoyerswerdaer war die Stadt Lauta mit 971 Menschen, gefolgt von Wittichenau mit 480 Personen.

Welche Städte zählten zu den beliebtesten Umzugszielen?

Hier weist die Statistik für den Zeitraum von 2009 bis 2019 Veränderungen aus. Gehörte die Stadt Cottbus anfangs noch zu den fünf favorisierten Zielen der Hoyerswerdaer, so kamen beginnend im Jahr 2013 auch Städte wie Leipzig, Berlin, Chemnitz, Bautzen und zuletzt auch Kamenz hinzu. Cottbus spielte da keine Rolle mehr. Die Gemeinde Lohsa schaffte es ebenfalls wiederholt in die Top 5. Im Jahr 2019 gehörte erstmals die Gemeinde Elsterheide mit 46 Zuzügen aus Hoyerswerda dazu.

Aus welchen Städten bezog Hoyerswerda Einwohnerzuwachs?

Die meisten Zuzüge im Zeitraum von 2009 bis 2019 gab es laut Statistik mit 957 Personen aus Lauta. Dahinter folgen Dresden (917) und Chemnitz (699). Die von 2014 bis 2016 registrierte drastische Zunahme der Zuzügler aus Chemnitz, allein 2015 waren es 335, lässt sich darauf zurückführen, dass Asylbewerber aus der dortigen Erstaufnahme-Einrichtung nach Hoyerswerda geschickt wurden. Das gilt ebenfalls für einen Teil der Zuzügler aus Dresden. Die Stadt Bautzen schafft es 2017 mit 71 Personen und 2019 mit 78 Personen in die Top 5 der Städte, aus denen die meisten Menschen nach Hoyerswerda gezogen sind. In beiden Jahren wurde jeweils eine Asylbewerberunterkunft in Bautzen geschlossen. Ein Teil der Bewohner kam nach Hoyerswerda und sorgte so für die hohen Zahlen.

Gab es für Hoyerswerda schon Jahre mit mehr Zuzügen als Fortzügen?

Zwischen 2009 und 2019 gab es drei Jahre, in denen das der Fall war. 2015 verzeichnete die Stadt an der Schwarzen Elster 350 mehr Zuzüge (1.593) als Fortzüge. Im Jahr darauf gab es 30 mehr Zuzüge (1.665). Im Jahr 2019 waren es 122 mehr Zuzüge (1.508) als Fortzüge. Zum Vergleich: 2009 gab es in Hoyerswerda fast doppelt so viele Fortzüge (1.496) wie Zuzüge (812).

Welche Altersgruppen dominieren bei den Zu- und Fortzügen?

Im Jahr 2009 überwogen in durchweg allen Altersgruppen die Fortzüge: unter 18 Jahre (+70), 18 bis 25 Jahre (+239), 25 bis 30 Jahre (+84), 30 bis 50 Jahre (+159), 50 bis 65 Jahre (+59), 65 Jahre und älter (+73). Im Jahr 2019 ergab sich ein anderes Bild, mit zwei Ausnahmen gab es mehr Zuzüge, nämlich: unter 18 Jahre (+4), 25 bis 30 Jahre (+22), 20 bis 50 Jahre (+121), 50 bis 65 Jahre (+39). In der Altersgruppe 18 bis 25 überwogen die Fortzüge (+7) ebenso wie in der Altersgruppe 65 Jahre und älter (+57). Unterm Strich gab es in diesem Jahr 122 mehr zu- als Fortzüge.

Was hat Hoyerswerda von 2009 bis 2019 abgegeben bzw. bekommen?

Für die Elsterheide steht ein Plus zu Buche. Aus Hoyerswerda zogen insgesamt aber gerade mal 29 Personen mehr in die Gemeinde als umgekehrt. Um 14 Personen schlägt das Pendel zugunsten von Lauta aus. Aus Bernsdorf (+9), Lohsa (+72), Spreetal (+20) und Wittichenau (+3) verzeichnet Hoyerswerda mehr Zu- als Fortzüge (siehe Grafik).

Wie steht es um die Wanderung zwischen Hoyerswerda und Umland?

Hier gab es von 2009 bis 2019 eine Trendwende, die sich zuletzt allerdings wieder ein wenig abgeschwächt hat. 2009 verlor Hoyerswerda an Bernsdorf, die Elsterheide, Lauta, Lohsa, Spreetal und Wittichenau in Summe 49 Einwohner (239 Zuzüge/288 Fortzüge). Im Jahr darauf betrug der Verlust zwei und im Jahr darauf 49 Einwohner. Lediglich 2017 gab Hoyerswerda anschließend mit 13 Personen noch mal mehr ab, als aus den Umland-Kommunen in die Stadt zogen. Seit 2012 (+8) verzeichnet Hoyerswerda mehr Zuzug als Abwanderung ins Umland: 2013 (+1), 2014 (+15), 2015 (+56), 2016 (+77), 2018 (+10), 2019 (+27).

Hier die Bevölkerungswanderung aus den und in die Nachbargemeinden von und nach Hoyerswerda im Zeitraum 2009 bis 2019.
Hier die Bevölkerungswanderung aus den und in die Nachbargemeinden von und nach Hoyerswerda im Zeitraum 2009 bis 2019. © Grafik: arteffective/Franka Schuhmann

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