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Hoyerswerda

Hoyerswerdas MRT könnte mehr leisten

Das Dilemma eines halben Sitzes der kassenärztlichen Vereinigung sorgt regelmäßig für Ärger.

Magnetresonanztomograph (MRT) im Lausitzer Seenland Klinikum
Magnetresonanztomograph (MRT) im Lausitzer Seenland Klinikum © Archivfoto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Anita Tschäge wandte sich dieser Tage an TAGEBLATT, da sie nach eigenen Angaben dringend einen MRT-Termin benötigte, aufgrund des Verdachts eines Meniskusschaden habe. „Vom Befund hängt die Weiterbehandlung ab, bis dahin muss ich mit den Schmerzen irgendwie zurechtkommen“, schilderte sie in einer Mail.

Sie hatte sich zuvor beim Lausitzer Seenland Klinikum um einen Termin bemüht, monierte allerdings, dass in der entsprechenden Abteilung, also der Radiologie, die telefonische Erreichbarkeit schlecht sei und wenn man dann durchkomme, bekomme man vielleicht in einem Vierteljahr oder später einen Termin. So könne das noch nicht sein.

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Für das Seenlandklinikum teilt sich diese öffentliche Beschwerde in zwei Teile. Den Part mit der schlechten telefonischen Erreichbarkeit hat man laut Kliniksprecher Gernot Schweitzer an das hausinterne Qualitätsmanagement weitergeleitet. Hier wird man sich wie in solchen Fällen üblich damit befassen und gegebenenfalls Änderungen herbeiführen.

Der andere Part ist die Auslastung des Magnetresonanztomographen (MRT) an sich. Und gleichzeitig ein Paradebeispiel für gewisse Unzulänglichkeiten im deutschen Gesundheitssystem. Denn der MRT ist nun mal ein Gerät des Klinikums, dessen Abrechnung für die Behandlung von Krankenhauspatienten geregelt ist. „Um eine radiologische Leistung (MRT) ambulant zu erbringen, ist eine Zulassung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) notwendig. Diese beschreibt ganz genau, welche Leistungen in welchem Rahmen erbracht werden dürfen. Wir, als Medizinisches Versorgungszentrum am Seenland Klinikum, haben eine solche Zulassung, allerdings nur für einen halben Sitz (sogenannter KV-Sitz). Durch diese Beschränkung sind wir bei der ambulanten Terminvergabe extrem ausgebucht, obwohl wir technisch gesehen noch Kapazitäten hätten“, erläutert Gernot Schweitzer die gesetzlichen Rahmenbedingungen, in denen sich das Haus bewegen muss. Was aber nicht bedeutet, dass man sich damit zufrieden gibt. „Um die Situation entsprechend zu verbessern, wollen wir noch in diesem Jahr einen Sonderbedarf bei der KV für den Bereich Radiologie beantragen. Ein halber Sitz für ganz Hoyerswerda und das Umland bedeutet einfach zu wenig Kapazitäten in Bezug auf die Gesamtbevölkerung“, teilt Schweitzer mit.

Für den gesamten Landkreis Bautzen, der als ein KV-Bezirk gilt, stehen laut Schweitzer sechs KV-Sitze für Radiologen zur Verfügung. Hoyerswerda hat dabei nur einen halben Sitz, so dass im Verhältnis zur Bevölkerung zum Beispiel Kamenz oder Radeberg besser dastehen. Denn es gibt keine Vorgaben, wie sich die KV-Stellen in einem Bezirk zu verteilen haben. Am Seenlandklinikum weiß man, dass Patienten, sofern sie hier keinen (absehbaren) Termin bekommen, sich dementsprechend zur Zeit eher nach Kamenz oder Radeberg begeben sollten.

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