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VGH testet einen Elektro-Bus

Mit dem Fahrzeug will die VGH in den nächsten zwei Wochen Erfahrungen im Bereich E-Mobilität sammeln.

VGH-Chef Stefan Löwe (links) und der nach dem anstehenden Ruhestand von Klaus-Peter Meyer künftige Verkehrsleiter Christian Geymeier stellten den eCitaro gestern auf dem Hof der Verkehrsgesellschaft im Industriegelände vor.
VGH-Chef Stefan Löwe (links) und der nach dem anstehenden Ruhestand von Klaus-Peter Meyer künftige Verkehrsleiter Christian Geymeier stellten den eCitaro gestern auf dem Hof der Verkehrsgesellschaft im Industriegelände vor. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Über die von außen zu hörenden Fahrgeräusche sagt Dietmar Wolf vom Aufsichtsrat der Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda: „Es klingt ein bisschen wie im Science-Fiction-Film.“ 26 Jahre nach Einstellung des nur kurzlebigen O-Bus-Verkehrs ist in der Stadt wieder ein Omnibus mit elektrischem Antrieb unterwegs – und ein solcher ist nun einmal leiser als die bisher üblichen Diesel-Motoren.

Die VGH hat sich von ihrem Haus- und Hof-Lieferanten, der Daimler-Tochter EvoBus, ein Fahrzeug vom Typ eCitaro geliehen. „Wir wollen damit Erfahrungen sammeln, wie so ein Elektro-Bus in Hoyerswerda funktioniert“, sagt VGH-Geschäftsführer Stefan Löwe. Und deshalb wird es nun in den kommenden zwei Wochen auf den Strecken aller sechs Linien passieren, dass statt der üblichen in Grün-Weiß lackierten VGH-Busse der Silbergraue mit dem Mannheimer Kennzeichen hält.

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Vom Strecken-Profil her scheint Hoyerswerda gut zu passen, denn die Akkus des eCitaro reichen 180 Kilometer – bei Minusgraden und Schnee. Auf den meisten Strecken in der Stadt kommen pro Bus am Tag aber höchstens 130 bis 150 Kilometer zusammen. Anders, als in weitläufigeren Großstädten entfällt also das Nachladen während des Tagesbetriebes. Das kann man bequem nachts erledigen. Die Versorgungsbetriebe, VGH-Schwester im SWH-Verbund, liefern passenderweise ihren Strom aus dem Tarif „VBH lokal“. Im Wesentlichen wird er in skandinavischen Wasserkraftwerken erzeugt. Für den Test-Bus steht eine mobile Ladestation zur Verfügung. Sollte tatsächlich eines Tages ein Großteil der aktuell reichlich 20 Dieselbusse der VGH durch Elektrobusse ersetzt werden, bräuchte es freilich eine umfänglichere Lade-Infrastruktur samt passendem Lade-Konzept. „Bis zu einer kompletten Flotte dürften also noch ein paar Tage ins Land gehen“, sagt Stefan Löwe. Die VGH hat aber auch noch Zeit. Erst ab 2025 muss laut EU-Regeln zumindest die Hälfte des Flottenbestandes mit sogenannten alternativen Antrieben unterwegs sein. Daher ist der letzte Neuerwerb vom April auch noch ein klassischer O 350 Citaro mit Dieselantrieb. Und für nächstes Jahr ist im Rahmen des normalen Austauschs von Fahrzeugen nach bestimmter Laufzeit auch noch einmal ein Diesel bestellt.

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