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Solarstrom soll Naturschutz finanzieren

Zehn Jahre nach der Rutschung im Kippengelände des einstigen Tagebaus Spreetal wird nach Lösungen für die Folgen gesucht.

Dr. Alexander Harter (rechts) vom Naturschutzgroßprojekt hatte die Landtagsabgeordnete Lucie Hammecke und Staatssekretär Gerd Lippold zu Gast.
Dr. Alexander Harter (rechts) vom Naturschutzgroßprojekt hatte die Landtagsabgeordnete Lucie Hammecke und Staatssekretär Gerd Lippold zu Gast. © Foto: Mirko Kolodziej

Bergen. Lucie Hammecke versäumte keine Zeit und kam gleich zum Punkt. „Kohleabbau bedeutet eben auch massive Landschaftszerstörung“, sagte die mit 24 Jahren jüngste Abgeordnete des Sächsischen Landtages und hob eine Karte mit bergtechnisch gesperrten Gebieten rund um Hoyerswerda hoch. Die Parlamentarierin von Bündnis 90 / Die Grünen stand zu Wochenbeginn am Bergener Aussichtspunkt – tag- und sogar fast stundengenau zehn Jahre nach dem Grundbruch in der Spreetaler Kippe, dem besagte Sperrungen folgten.

Mitgebracht hatte sie ihren Parteifreund Gerd Lippold, seines Zeichens Staatssekretär im sächsischen Umweltministerium. Die beiden wollten am Jahrestag mit Dr. Alexander Harter sprechen, dem Geschäfsführer der Lausitzer Seenland gGmbH, die für das Naturschutzgroßprojekt (NGP) gleichen Namens die Verantwortung trägt. „Auch als gemeinnütziges Unternehmen müssen wir planen können, und das ist nicht mehr möglich“, erklärte er seinen Gästen. Die Bewirtschaftung der umfänglichen NGP-Flächen ist seit 2010 zumindest stark eingeschränkt, was die Kalkulation der zur gGmbH-Geschäftstätigkeit erforderlichen Einnahmen gelinde gesagt schwierig macht. Und die Aussichten zeigen mitnichten eine baldige Normalisierung. Denn die jüngste Aussage der staatlichen Bergbausanierer von der LMBV, dass eine Sicherung aller gesperrten Tagebau-Kippen-Flächen wegen deren schierer Größe sich wohl bis nach 2050 hinziehen wird, erleichtert die Planung nicht gerade.

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Gerd Lippold ist diesbezüglich auch nicht sonderlich optimistisch, jedenfalls nicht, was die Finanzierung angeht: „Ich habe nicht den Eindruck, dass der Bund der LMBV hier noch einmal einen großen Batzen Geld in die Hand geben will, sondern eher, dass er sich herausziehen und das den Ländern überlassen möchte. Da wird es wohl noch reichlich Konflikte geben.“

Schon in Dresden vorgefühlt

Das Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland kann jedenfalls so oder so nicht einfach weiterwirtschaften wie bisher, sagt Harter. Er hat sich allerdings auch schon überlegt, mit welchen Mitteln die Situation zu stabilisieren wäre, wenn schon zumindest nicht alle Sperrflächen rasch stabilisiert werden können. Seine Idee ist das Aufstellen von Solar-Paneelen auf maximal fünf Prozent der NGP-Flächen. Beim Umweltministerium in Dresden hat er schon vorgefühlt, und zumindest Gerd Lippold scheint den Gedanken nicht abwegig zu finden, mit dem Verkauf von Solar-Strom die Arbeit der Naturschutz-gGmbH mitzufinanzieren. Harter sagt, man könne die Ziele des Naturschutzgroßprojektes damit durchaus in Einklang bringen. Denn auch so ein Solarpark bietet, wenn man ihn denn richtig anlegt, Lebensraum für bestimmte Pflanzen und Tiere.

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