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Im kleinen Paradies der Düfte und Aromen

Am Sonnabend ist Tag der Offenen Tür im Lavendellädchen von Yvonne Müller an der Bernsdorfer Eisenwerkstraße 7b.

Yvonne Müller vor ihrem Lavendellädchen an der Bernsdorfer Eisenwerkstraße 7 b – mit, klar, einem Lavendelstrauß. Am morgigen Sonnabend können sich Besucher im kleinen, nostalgisch ausgestatteten Häuschen und Garten umschauen.
Yvonne Müller vor ihrem Lavendellädchen an der Bernsdorfer Eisenwerkstraße 7 b – mit, klar, einem Lavendelstrauß. Am morgigen Sonnabend können sich Besucher im kleinen, nostalgisch ausgestatteten Häuschen und Garten umschauen. © Foto: Uwe Jordan

Bernsdorf. Lavendel? Das ist doch diese blaublütige Duftkissenfüllung ... Lavendel? Da entsteht in der Fantasie das Bild von endlos wogenden sattfarbenen Feldern in Südfrankreich; untermalt von Nana Mouskouris Schlager „La Provence, la Provence; du blühendes Land / Menschen haben dich Garten der Liebe genannt / La Provence, la Provence; aus Träumen gemacht ...“

Ja, stimmt alles. Ist aber einerseits nicht einmal ein Hundertstel dessen, was mit Lavendel möglich ist. Und der Lavendel, um den’s hier geht, der stammt aus Bernsdorf. Aus Yvonne Müllers Garten; veredelt zu Genüssen vielerlei Art. Zugegeben – die Idee hatte sie einst auf einer Frankreich-Reise, mitten in einer Lavendel-Region. Eine Art kühles Erweckungserlebnis. Ein Eis. Lavendel-Eis. Zwar wird ausgerechnet Lavendel-Eis am morgigen Sonnabend nicht beim Tag der offenen Tür in Yvonnes Lavendellädchen an der Bernsdorfer Eisenwerkstraße 7 b kredenzt, aber sonst gibt es (fast) alles, was sich aus Lavendel zaubern lässt; hand- und hausgemacht bis ins Detail.

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Das geht in der Heimat auch!

Nach der duftig-kühlen Erfrischung und angesichts der üppig blühenden Felder und der aus den Blüten gewonnenen Produkte blitzte eine ganz einfache, logische Idee auf: „Warum soll ich das nicht daheim selbst probieren?“ In Frankreich sah sie, dass Lavendel weit mehr kann als Seifen-Duftstoff sein oder Sträußchen zwischen der Wäsche im Schrank. Sie lernte Lavendel als kulinarisch vielseitiges Talent kennen: als Aufstrich-Bestandteil, als Blütensirup, als Zuckerzusatz ... Das müsste doch in der Heimat auch möglich sein! Gesagt, getan: Im großen Bernsdorfer Garten wuchsen fortan nicht nur Obstbäume, Gemüse und Kräuter, sondern auch Lavendel. Und alte englische Duftrosen-Sorten; denn was Lavendel kann, können (solche) Rosen auch: ihr Aroma für „Genussmittel“ der Extraklasse beisteuern.

Mehr Frucht, weniger Zucker

Yvonne Müller begann zunächst, Fruchtaufstriche herzustellen. Keine „Marmelade“; denn in der müssen mindestens 50 % Zucker sein. In Yvonne Müllers Schöpfungen aber ist der Fruchtanteil weit größer meist höher als 60, ja, sogar 70 %. Also kein süßer Matsch, in dem sich Frucht- und Blüten-Essenzen in Zucker verlieren, sondern hoch aromatische Kompositionen: Apfel–Orange–Lavendel, Rosenblüte, Lavendelblüte sinnlich ... (eine Lieblingssorte von Yvonne Müller): ein gutes Viertelhundert Geschmacksrichtungen; darunter auch herzhaft-saure (Mirabelle – Zitrone – Lavendel) und bei Fruchtaufstrich-Cocktails sogar mit einer aparten Bitternote, etwa in Grapefruit Aperol. Hinzu kommen Sirups. Essige. Liköre. Kräuterzucker zum Backen. Kräutersalze. Haferflockenkekse auf Dinkelmehl-Basis, verfeinert mit der Seele des blauen Dufts ... Also immer wieder mit Lavendel als krönender Note. „Lavendel beruhigt und hebt zugleich die Stimmung; Lavendel ist einfach eine Glückspflanze“, ist Yvonne Müller überzeugt.

Und Rosen sind’s nicht minder. Auch sie sind nicht nur für Auge und Nase erfreulich, sondern haben gleichermaßen Qualitäten in der (kalten) Küche. Oder gleich als (milder!) Hochprozentiger – als Rosenlikör. Besonders Rosenbowle-Freunde dürften sich freuen, dass sie ihr Lieblingsgetränk saison-unabhängig zubereiten können, denn bei Yvonne Müller gibt es Rosensirup, der das Beste der Königin der Blumen aufbewahrt – ein Aroma, wie es auf Optik, also auf Farbe und Größe gezüchtete „Handelsrosen“ gar nicht haben können.

Abgesehen von Südfrüchten und Gewürzen kommt alles aus Yvonne Müllers Garten. Sie lässt sich nicht darauf ein, Aromen aufzunehmen, die vielleicht gerade à la mode sind, aber ihr selbst nicht zusagen: „Ich mache nur, was mir selber schmeckt.“ Darum kann sie alles, was sie anbietet, aus Erfahrung und Überzeugung empfehlen. Alles ist Hand- und Selbstarbeit – vom Ziehen, Ernten und Verarbeiten der Grundstoffe aus dem eigenen Garten bis hin zum Gestalten der Etiketten, die schlicht, aber optisch geschmackvoll sind; so geschmackvoll wie kulinarisch der Inhalt, zu dem die Aufkleber Verwendungs- und sogar Rezept-Vorschläge unterbreiten.

Hildegard von Bingen empfiehlt ihn

Dass ausschließlich beste Zutaten in Produkten von Yvonne Müller zu finden sind, ist für die junge Frau Ehrensache. „Ich verwende nur den Echten Lavendel, «Lavandula angustifolia». Er hat den heilenden Wirkstoff Lavandula.“ (Angemerkt sei: Lavendel ist Arzneipflanze des Jahres 2020 gewesen.) Schon in der griechisch-römischen Antike wurde Lavendel genutzt. Doch damals war es Schopflavendel (Lavandula stoechas), der im Mittelpunkt stand. „Neuzeitlich“ hat er in seiner Form als Echter Lavendel, „Lavandula angustifolia“, durch die Klostermedizin Bedeutung erlangt – in die Jetztzeit hinein. Hildegard von Bingen (1098-1179), die auch heute noch als Autorität in Sachen Naturmedizin gilt, hob in ihren Schriften zum Thema den starken Duft des Lavendels hervor und empfahl ihn zur äußerlichen Anwendung – und als wirksames Mittel gegen Ungeziefer. Beides spiegelt sich schon im Namen wider, denn Lavendel stammt vom lateinischen Verb „lavare“: „waschen“. „Angustifolia“ bedeutet „das spitze lange Blatt“ – erstaunlich, dass diese Nebensächlichkeit zur Benennung herangezogen wurde statt der Blüten.

Vorträge auch außer Haus

Egal wie: Am morgigen Sonnabend kann man an der Bernsdorfer Eisenwerkstraße 7 b „Yvonne’s Lavendellädchen“ von 10 bis 18 Uhr beim Tag der offenen Tür besuchen. Yvonne Müller lädt ein, auch im Garten Platz zu nehmen, in Gesellschaft von Lavendel und Rosen. Kaffee und selbstgebackener Kuchen werden gereicht. Fruchtaufstriche und Gelees können verkostet werden – und wer seine Lieblingssorte gefunden hat, kann ein Glas davon käuflich erwerben; ebenso die vorab erwähnten Mit-Lavendel-Produkte.

Davon gibt’s nicht nur etwas „zur innerlichen Anwendung“; sondern auch Seife und Duftkissen – oder einfach getrocknete Blüten, die man unter anderem als Tee nutzen kann; ganz gleich, ob nun anregend oder beruhigend. Yvonne Müller ist sicher: „Lavendel schenkt uns Lebensfreude – und daran möchte ich meine Gäste morgen und Besucher überhaupt gerne teilhaben lassen.“ Wer’s ganz individuell und ausführlich mag, für den bietet Yvonne Müller Verkostungen und Lavendelvorträge „außer Haus“ an. Vereinbaren kann man einen Termin direkt im Lavendellädchen oder unter Telefon Tel. 035723 93249.„Yvonne’s Lavendellädchen“, sprich: Inhaberin Yvonne Müller lädt für den morgigen Sonnabend, den 10. Juli, zu einem Tag der offenen Tür in das Haus an der Eisenwerkstraße 7 b ein – von 10 bis 18 Uhr.

Ansonsten geöffnet: Mo/Fr 9-15, Di/Mi/Do 9-18 Uhr
www.fb.com/Lavendellaedchen

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