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Hoyerswerda

Impfen in Hoyerswerda durch die Jahrhunderte

Am Anfang stand vor allem der Kampf gehen die lebensbedrohlichen Pocken.

Andreas Noack hat aus aktuellem Anlass in alten Zeitungen und Dokumenten zum Thema Impfen in Hoyerswerda recherchiert und dabei auch eine Impfbescheinigung entdeckt.
Andreas Noack hat aus aktuellem Anlass in alten Zeitungen und Dokumenten zum Thema Impfen in Hoyerswerda recherchiert und dabei auch eine Impfbescheinigung entdeckt. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Weltweit ist die Impfung gegen das Corona-Virus derzeit ein großes Gesprächsthema – auch in Hoyerswerda. Diesen Fakt nahm Andreas Noack von der Gesellschaft für Heimatkunde Hoyerswerda - Museumsverein zum Anlass, alte Zeitungen und Dokumente nach diesbezüglichen Informationen zu durchforschen. Schon zwischen 1825 und 1866 sind im Kreis Hoyerswerda Impfungen gegen die lebensbedrohliche Pockenkrankheit vorgenommen worden, vermeldete das „Centralblatt für die medicinischen Wissenschaften“ vom 19. Januar 1867. In dem genannten Zeitraum hat es 260 Erkrankte gegeben. „Von diesen waren 134 geimpft, 126 nicht geimpft. Von den Ersteren starben drei, von den letzteren 28.“

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In Preußen wurden ab 1835 vor allem Kinder und Soldaten gegen die gefährliche Infektionskrankheit immunisiert, weiß Andreas Noack zu berichten. Im Hoyerswerdaer Wochenblatt vom 29. April 1848 fand er dazu, dass alle Kinder vor ihrer Einschulung eine Immunisierung gegen Pocken vorweisen mussten. Damals hat sich aber auch ein Friedrich Wilhelm Teutsch als Erwachsener impfen lassen, erzählt der Hobbyhistoriker. Beweisen kann er das anhand der noch vorhandenen Impfbescheinigung. Der ausführende Arzt war der Königliche Kreis-Physikus Dr. von Neurath, den sein Vorgänger im Amt, Dr. August Ernst Schuster, schriftlich in seiner Heimatchronik erwähnt hat. Schuster veröffentlichte diese 1842 unter dem Titel „Versuch einer Geschichte der Stadt Hoyerswerda, von seiner Entstehung bis auf die neueste Zeit“.

Ab 1874 gab es in ganz Deutschland eine Impfpflicht gegen Pocken, die auch zu Zeiten von Andreas Noacks Vater Ullrich Noack noch galt. 1921 wurde dieser in Hoyerswerda geboren und als Baby immunisiert. Nach zehn Jahren bekam er eine Wiederholungsimpfung. Andreas Noack selbst erhielt zur DDR-Zeit alle vorgeschriebenen Immunisierungen, denn 1953 führte das Land eine Impfpflicht für alle Bürger ein. Zunächst wurde gegen Pocken und TBC geimpft, später gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie und andere lebensgefährliche, hochansteckende Infektionskrankheiten, erzählt Andreas Noack. Er steht dieser einfachen Möglichkeit, sich auch vor dem SARS-CoV-2-Virus zu schützen, offen gegenüber. Zuversichtlich sagt er: „Die Ausrottung der Pocken zeigt doch, dass es geht.“

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