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Impfstelle in Hoyerswerda eröffnet

An drei festen Orten im Kreis werden nun Schutzimpfungen vorgenommen. An der Terminvergabe wird gearbeitet.

Von Juliane Mietzsch
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Während draußen Impfwillige Schlange stehen, gibt es vor und nach der Anmeldung sowie bei der Nachbeobachtung ausreichend Sitzplätze.
Während draußen Impfwillige Schlange stehen, gibt es vor und nach der Anmeldung sowie bei der Nachbeobachtung ausreichend Sitzplätze. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Mitte September wurde im Landkreis Bautzen das Impfzentrum in Kamenz geschlossen. Da war die Nachfrage während der achtmonatigen Öffnung merklich zurückgegangen. Danach, so erklärt es Mike Berger, sollte die Präsenz aber weiter erhalten bleiben. Der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) koordiniert die Einsätze der mobilen Impfteams im Landkreis. Und so etablierten sich die mobilen Impftermine, wie jene im Kornmarkt- oder Lausitz-Center.

„Die Nachfrage war wieder größer, weil wir vor Ort waren“, sagt der Koordinator. Zuletzt überwogen deutlich die Booster-Impfungen und ab Einführung der 2G-Regelung stieg die Nachfrage insgesamt wieder enorm an, lautet Mike Bergers Beobachtung: Am vergangenen Samstag überwogen seit langer Zeit wieder die Erstimpfungen.

Als gestern in Hoyerswerda eine von drei Impfstellen im Kreis Bautzen öffnete, standen schon um die 50 bis 60 Impfwillige an. Pünktlich wurde geöffnet, die ersten Menschen an Tischen platziert, um die nötigen Formulare auszufüllen. Diesen Schritt beschreibt Mike Berger als das Nadelöhr. Bis Einwilligung-, Anamnese- sowie der Aufklärungsbogen ausgefüllt sind, kann schon Zeit vergehen. Daher würde er es sehr begrüßen, wenn die Dokumente schon mitgebracht werden. „Das wäre die absolute Empfehlung und beschleunigt den Anmeldeprozess.“ Die aktuellen Bögen sind online beim Robert-Koch-Institut zu finden, lautet sein Hinweis.

„Wir probieren in dieser Woche“, heißt es über die verschiedenen Gegebenheiten an den drei Standorten. Anpassungen bei der Anordnung können meist schnell vorgenommen werden, um die Abläufe zu optimieren. Eine Erhöhung der Kapazitäten ist in dem Veranstaltungssaal in Hoyerswerda hingegen nicht denkbar. Die „riesigen Räumlichkeiten“ sind nicht mit der Ladenzeile im Lausitz-Center vergleichbar, aber eben doch endlich. „Wir hatten dort unwahrscheinliche Impfzahlen“, lobt Mike Berger und sagt, dass die Teams dort „alles rausgeholt“ haben. Doch „die Mitarbeiter sind jetzt schon am Limit“, erinnert er an die außergewöhnliche Belastung. Zuletzt wurde die Besetzung der Impfteams von drei auf vier Personen erhöht. Ein drittes Impfteam möchte das DRK laut Mike Berger auf den Weg bringen, doch vor allem das Finden von Personal stellt sich schwierig dar. Damit soll dann wieder „mehr in die Fläche“ gegangen werden, formuliert der Koordinator. Denn die Angebote in anderen Gemeinden wurden zugunsten der Impfstellen wieder verringert. Das soll nicht von Dauer sein. Es soll wieder Gespräche mit Bürgermeistern dazu geben.

Am gestrigen Dienstag waren neben den beiden mobilen Teams, die vom DRK und dem Malteser-Hilfsdienst besetzt sind, drei Impfärzte vor Ort – einer fiel krankheitsbedingt aus – sowie zwei Medizinische Fachangestellte (MFA). „Die Ärzte sind stark gefordert, im Thema zu bleiben“, ist für Mike Berger klar, wenn es um die sich ändernden Empfehlungen der verfügbaren Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Johnson & Johnson geht. So ist der letztgenannte Impfstoff beispielsweise nicht mehr als Einmal-Impfung vorgesehen. Insgesamt seien 300 Impfungen pro Tag und Impfstelle gut möglich. In Hoyerswerda waren es gestern 204. Das lag vor allem an dem fehlenden Arzt. Die beiden eingesetzten Impfärzte waren außerdem erstmals in dieser Form tätig, wie Mike Berger informiert. Des Weiteren gab es aufgrund der Empfehlung, über 30-Jährigen hauptsächlich den Moderna-Impfstoff zu verabreichen, viel zusätzlichen Aufklärungsbedarf. All das habe sich, laut dem Koordinator, negativ auf die Anzahl der Impfungen ausgewirkt. 30 Menschen konnten nicht bedient werden. Tags zuvor ist das in Kamenz 80 Impfwilligen passiert, dort wurden insgesamt 310 Impfungen verabreicht.

Voraussichtlich können dann also 300 Termine künftig für die sechsstündige Öffnungszeit vergeben werden. Ein Online-Buchungssystem sei derzeit in Arbeit und soll bestenfalls in der kommenden Woche starten, ist von Mike Berger zu erfahren. „Das System muss erst an die neuen Anforderungen angepasst werden.“ Denn mittlerweile gäbe es etwa 30 Standorte in ganz Sachsen. Die Terminvergabe bringe den „großen Vorteil mit sich, dass sich die Schlangen verringern“. Dennoch ist Mike Berger erfreut über die Resonanz und die erneut stark nachgefragten Erstimpfungen: „Das erhöht die Impfquote.“

So kann es auch passieren, dass nicht alle Impfwilligen ihre Schutzimpfung erhalten können, und weggeschickt werden müssen. Daher achten die Mitarbeiter frühzeitig darauf, was bis zur Schließung jeweils noch möglich ist und geben den Wartenden dementsprechend Zeichen. „Der Unmut ist verständlich“, sagt Mike Berger. Beim Einlass und bald der Terminkontrolle soll ein Sicherheitsdienst demnächst behilflich sein und unterstützen. Eine längere Öffnungszeit ist aber nicht denkbar, das geben die Kapazitäten nicht her. Vor- und Nachbereitung sowie die An- und Abreise müssen ebenfalls bedacht werden.

Impfstellen im Kreis

Kamenz, Kreisvolkshochschule in der Macherstraße 144a, montags und donnerstags, jeweils 11 bis 17 Uhr

Hoyerswerda, Vis-à-Vis-Veranstaltungssaal am Schloßplatz 2, dienstags und freitags, jeweils 11 bis 17 Uhr

Bautzen, Mehrzweckhalle am Schützenplatz, mittwochs und sonnabends, jeweils 11 bis 17 Uhr

Für die Aufbereitung der Impfstoffe war gestern der MFA Johannes Filous verantwortlich. Je nach Impfstoff müssen verschiedene Dinge beachtet werden.
Für die Aufbereitung der Impfstoffe war gestern der MFA Johannes Filous verantwortlich. Je nach Impfstoff müssen verschiedene Dinge beachtet werden. © Foto: Gernot Menzel
Einige Hinweisschilder wurden am Vormittag noch im Vis-à-Vis-Saal von den DRK-Mitarbeitern angebracht. Die PC-Technik wird täglich neu in der aktuell geöffneten Impfstelle aufgebaut.
Einige Hinweisschilder wurden am Vormittag noch im Vis-à-Vis-Saal von den DRK-Mitarbeitern angebracht. Die PC-Technik wird täglich neu in der aktuell geöffneten Impfstelle aufgebaut. © Foto: Gernot Menzel