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Ist denn Musik (k)eine Lösung?

Zwei Auswege zeigte das diesjährige M-Projekt an Hoyerswerdas Lessing-Gymnasium: ein Theater-Musical als Hommage.

Von Juliane Mietzsch
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Musikproduzentin Caro (sitzend) steckt in einer Krise und zieht alle mit runter. Das M-Projekt versucht sich an einer Lösung.
Musikproduzentin Caro (sitzend) steckt in einer Krise und zieht alle mit runter. Das M-Projekt versucht sich an einer Lösung. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Für viele Musiker ist es vermutlich der Traum schlechthin, einen Vertrag bei einer Plattenfirma unterzeichnen zu können. Die Stile und Facetten sind dabei so vielfältig, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. So treten verschiedene Gruppen und Solokünstler an, um die Gunst des Musikproduzenten für sich zu gewinnen. Doch das ist gar nicht so leicht, wenn sich dieser auf Grund seiner eigenen Vergangenheit nicht begeistern lässt.

Diese Geschichte wurde nun am Lessing-Gymnasium in „Musik ist (k)eine Lösung“ erzählt – inszeniert von der Abschlussklasse des Leistungskurses Musik. Denn traditionell präsentieren die Zwölftklässler in dem sogenannten M(usik)-Projekt ihr Können nach Jahren im vertieft musischen Profil. Ab der fünften Klasse wird im Besonderen vokal und instrumental ausgebildet, Musikgeschichte und -theorie sind ebenfalls Teil des Unterrichts. Drei zum Teil ausverkaufte Aufführungen fanden jetzt kurz vor den Herbstferien in der Aula der Schule statt.

Eigentlich sollte die Geschichte um das Label Sunshine Entertainment bereits im vergangenen Jahr aufgeführt werden. Geschrieben und schon angeprobt wurde es von dem letzten Jahrgang – doch möglich waren weitere Proben und letztendlich Aufführungen, wie so vieles in diesem letzten Schuljahr, für die Abiturienten nicht. Das Stück drohte in Vergessenheit zu geraten, doch einer Schülerin ist zu verdanken, dass das nicht passierte. Vivian Fischer brachte die Idee ein, sich dieses fertigen Textbuches anzunehmen, es zur Aufführung zu bringen. Das stieß auf Interesse.

Nur schwer zu begeistern

Und darum geht es in diesem Stück: Das Studio hat zum Casting aufgerufen, es wird nach neuen Größen gesucht – die den Zeitgeist treffen, begeistern und vor allem den Anforderungen von Agenturchefin Caro, dargestellt von Bonnie Fischer, standhalten. Keine leichte Aufgabe für all die Auftretenden. Zwischen die Band mit dem leichten Popsong, den schwer von sich überzeugten Schlagersänger, den Rapper ohne Allüren und die klassische Sängerin mischt sich ein Tanzpaar, das das Fass schließlich zum Überlaufen bringt. Niemand scheint zu genügen. Allein die persönliche Erfahrung des Produzenten führt zu der Abweisung aller Angetretenen.

Die eigene Vergangenheit holt die Hauptfigur ein. Einst selbst erfolgreich auf der Bühne, wurde genau dies zum Verhängnis: die Stimme hielt der Belastung nicht mehr stand. Eine Rückschau zeigt, wie die Täuschung mittels Playback entlarvt wird – ein Tiefschlag. Alkohol tröstet über einige Phasen hinweg. Immer wieder versucht die beherzte Assistentin, Schlimmeres zu vermeiden, weiß sich aber schließlich keinen Rat mehr.

Mit geeinten Kräften

Aus dieser Situation versuchen die zurückgewiesenen Musiker, das Beste zu machen, indem sie sich zusammenschließen. Es geht darum, die Talente eines jeden einzelnen zu einer Kraft zu bündeln. Das überzeugt alle, darin sehen sie ihre Chance. Doch genau gegenteilig scheint die Geschichte für den ehemaligen Star Caro auszugehen, denn der Abschied aus dem Business sieht wie der einzige Ausweg aus.

Ein mitreißendes Abba-Medley stellte das Finale samt Zugabe dar und verlangte den Darstellern noch mal alles ab.

Mit Gesangs- und Tanzeinlagen wurden die anderthalb Stunden unterhaltsam und kurzweilig auf hohem Niveau präsentiert. Die Schüler des Leistungskurses Musik holten sich bei der Besetzung von Nebenrollen, der Band und bei der Technik Hilfe aus anderen Kursen und Jahrgängen. Nur durch die vielen internen und externen Unterstützer waren diese Abende möglich, wie es in der abschließenden Danksagung hieß, die besonders emotional war. Die Einnahmen der Abende fließen in die Abi-Kasse, um den Abschlussball zu finanzieren.