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Ist der Kleingarten gut gesichert?

Winterzeit ist Einbruchszeit. Auch wenn es in diesem Jahr nicht so schlimm ist wie 2020, gibt es Grund zur Vorsicht.

Von Uwe Schulz
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Das Brecheisen gilt als klassisches Einbruchsmittel. Etliche Kleingartenbesitzer machen es Dieben aber auch noch viel leichter. Die Polizei empfiehlt: Je massiver ein Objekt gesichert ist, um so besser.
Das Brecheisen gilt als klassisches Einbruchsmittel. Etliche Kleingartenbesitzer machen es Dieben aber auch noch viel leichter. Die Polizei empfiehlt: Je massiver ein Objekt gesichert ist, um so besser. © Foto: Rainer Fuhrmann/adobe.stock

Hoyerswerda ist nach wie vor Kleingartenstadt. Zwar ist der Einwohnerschwund längst nicht nur im Stadtgebiet bei den fehlenden Wohnhäusern zu sehen, sondern auch beim Rückbau und dem Leerstand in diversen Kleingartensparten. Aber dann sind da auch die vielen Gärten, die genutzt werden und gepflegt sind. Doch sie sind in den Wintermonaten klassische Einbruchsziele.

Die Saison für Diebe ist die Zeit zwischen Oktober und März, eben, wenn die Gärten nicht genutzt werden, Einbrecher nicht damit rechnen müssen, hier jemanden anzutreffen. Und andererseits bleiben über den Winter oft auch elektrische Geräte, Konserven und Alkoholika draußen, werden nicht erst nach Hause und im Frühjahr wieder in den Garten transportiert, zumal viele Parzellen nicht mit dem Pkw erreichbar sind, sondern man nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad hingelangt. Allein im Jahr 2020 registrierte die Polizei im Revierbereich Hoyerswerda 182 Laubeneinbrüche mit einem Gesamtschaden von 92.000 Euro. In diesem Jahr registrierte Revierleiter Tobias Hilbert bis Ende Oktober noch nicht einmal halb so viele Garteneinbrüche, aber im Januar und Februar gab es sie jeweils im zweistelligen Bereich. Jetzt könnte man hier einen Rückgang hineininterpretieren, aber davon hält der Erste Polizeihauptkommissar, der seit vier Jahren das Revier leitet, nicht viel. Laubeneinbrüche sind das klassische Revier Kleinkrimineller, weiß er. Die Täter, die man bislang erwischt hat, begehen die Einbrüche, um Dinge von Wert mitzunehmen und sie zu verkaufen, um so den Lebensunterhalt aufzubessern oder den Drogenkonsum jeder Art finanzieren zu können. Der Diebstahl von Konserven und Alkohol dient meist dem Eigenverbrauch. Und es hat in der Vergangenheit ja auch schon Fälle gegeben, da wurde eingebrochen, um eine Bleibe für eine gewisse Zeit zu haben.

Die Zeiten des Lockdowns oder auch nur des Teillockdowns sind zudem für Kriminelle schwere Zeiten, da das Risiko einer Kontrolle dann enorm steigt. Bei der Polizei geht man davon aus, dass in der Phase dann auch der eine oder andere Kleinkriminelle lieber daheim bleibt als das erhöhte Risiko des Erwischtwerdens einzugehen. Denn wer unterwegs war, der war verdächtig. Und das beobachtete man nicht nur bei den einheimischen Dieben, sondern auch bei der reduzierten Aktivität ausländischer Ganoven.

„Je stabiler, um so besser“

Im vergangenen Jahr häuften sich die Delikte allerdings so stark, dass eine Ermittlungsgruppe Eigentum gebildet worden war. Neun Tatverdächtige wurden ermittelt. Als die Ermittlungsgruppe im Oktober 2020 wieder aufgelöst wurde, saßen schon sieben der Tatverdächtigen in Untersuchungshaft. Das alles ist teils juristisch aufgearbeitet. Seitens der Polizei empfiehlt man Jahr für Jahr aufs Neue, regelmäßig auch in der kalten Jahreszeit im Kleingarten nach dem Rechten zu schauen. Und da kann man ja auch links und rechts mal einen Blick auf die Nachbarparzelle werfen, ob da alles so aussieht, wie es sein soll.

Ansonsten könne man nur aktiv selbst dafür sorgen, dass sich keine Wertgegenstände oder sonstige stehlenswerten Dinge in der Laube befinden und schon gar nicht gut sichtbar. Auch bei der Auswahl der Schlösser, Riegel und Sicherungssysteme sollte nicht gespart werden. „Je stabiler, um so besser“, sagt Tobias Hilbert. Letztlich stellt sich ja auch für einen Einbrecher eine Aufwand-Nutzen-Rechnung. Dabei spielt auch die Gefahr des Entdecktwerdens eine große Rolle. Wenn Gartenlauben also so mit Hecken und Sichtschutzelementen versehen sind, dass nicht alle Leute auf die Terrasse schauen können, dann verhindert das in aller Regel aber im Winter ebenfalls den Blick auf die Laube.

Wenn es sich ergibt, schauen die Beamten aus den Dienstgruppen und die Bürgerpolizisten mal von außen darauf, wie es aussieht in den Gartenanlagen. Aber die Gärten selbst betritt man nicht, wenn kein Grund ersichtlich oder Gefahr im Verzug gegeben ist.