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Janetzkys Kinderbuch begeisterte

Der Hoyerswerdaer Maler hinterließ ein Unikat, das beim Lebendigen Adventskalender gezeigt wurde.

Karin Knoll zeigt das Kinderbuch von Ernst Janetzky.
Karin Knoll zeigt das Kinderbuch von Ernst Janetzky. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Das 14. Türchen des Lebendigen Adventskalenders, den derzeit wieder der Diakon Torsten Vogel in der Johanneskirche organisiert, hat als Überraschung ein wenig bekanntes Kinderbuch des Hoyerswerdaer Malers Ernst Janetzky (1879-1958) bereitgehalten. Ehe dieses in Form des Bilderbuchkinos erstmals von Christian Völker-Kieschnick vorgestellt wurde, intonierte er mit seiner Familie das Erkennungslied des Adventkalenders „Die Tür macht hoch, das Tor macht weit“.

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Dann spielte der junge Vater im Altarraum hinter einer Leinwand verborgen mit einem für alle sichtbaren Stoffhuhn den Urururur-Enkel von Hans Huckebein. Christian Völker-Kieschnick las mit lebendiger Stimme die von Ernst Janetzky verfassten Texte vor, die aus dem Leben des Huhns Hans Huckebein berichten und begeisterte damit vor allem die anwesenden Kinder. Die farbigen Zeichnungen aus dem Buch entführen die Zuschauer nach Dörgenhausen in die Jahre 1948/49. Dieser Fakt ist bekannt, weil Ernst Janetzky einige seiner Bilder datiert hat.

Die Besitzerin des Kinderbuches, Karin Knoll, war in den 1950er Jahren oft in der Villa des Ziegeleibesitzers Nötzold in Dörgenhausen zu Gast, weil dort ihre Tante eine Wohnung hatte. Auch das Ehepaar Janetzky lebte in dem Haus zur Miete, in dem heute die Lebenshilfe Regionalvereinigung Kamenz-Hoyerswerda e.V. ihre Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen betreibt. Damals gab Antonie Janetzky, die Frau des Künstlers, Handarbeitskurse und Karin Knoll lernte auf diesem Weg Ernst Janetzky kennen. Sie erinnert sich an „einen stattlichen Mann im Anzug oder im Malerkittel“, der neben anderen Nachbarn auch ihre Großmutter porträtiert hat.

Dias zum Ausleihen

Weil die Familien Knoll und Janetzky befreundet waren, bekam Karin Knoll nach dem Tod des Malers von Antonie Janetzky das Kinderbuch „Die Lebenserinnerungen des Hans Huckebein“ geschenkt. „So weit ich weiß ist das ein Unikat“, sagt die heute 70-Jährige. Sie hat das Büchlein erstmals im Jahr 2018 dem Schloss- und Stadtmuseum Hoyerswerda als Leihgabe überlassen, weil die Mitarbeiter zum 60. Todestag von Ernst Janetzky eine Ausstellung gestaltet haben.

Christian Völker-Kieschnick ist auf das Kinderbuch aufmerksam geworden, als die wissenschaftliche Leiterin des Stadtmuseums, Boglárka Ilona Szücs, im Kulturschalter Alte Post eine Veranstaltung zu Ernst Janetzky durchgeführt hat. Daraufhin borgte er sich das Buch von Karin Knoll aus und bereitete es als Bilderbuchkino auf. Damit noch mehr Hoyerswerdaer diese Geschichte erleben können, fertigen derzeit Profis langlebige Glasdias (vorführfertig gerahmte Durchlichtbilder) davon an, die später in der Stadtbibliothek entliehen werden können, informiert Christian Völker-Kieschnick. Insbesondere Schüler bekommen so einen authentischen Einblick in das Leben der Hoyerswerdaer vor vielen Jahrzehnten kurz nach dem Zweiten Weltkrieg.

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