merken
PLUS Hoyerswerda

Junge Christin an Gestaltung der Kirche beteiligt

Almut Pyschny hat das Bild skizziert, was auf dem neuen Tabernakel zu sehen ist.

Seit der Sanierung der katholischen Kirche beherbergt dieser neue Tabernakel die gewandelten Hostien – das Zentrum der Kirche. Das Motiv hat ein Gemeindemitglied entworfen. Daneben steht das Ewige Licht.
Seit der Sanierung der katholischen Kirche beherbergt dieser neue Tabernakel die gewandelten Hostien – das Zentrum der Kirche. Das Motiv hat ein Gemeindemitglied entworfen. Daneben steht das Ewige Licht. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Mit einer Nachricht auf dem Anrufbeantworter ging alles los. Dort hat sich Pfarrer Peter Paul Gregor zu Wort gemeldet – mit einem besonderen Anliegen an ein Mitglied seiner katholischen Gemeinde. Im Zuge der Sanierung der Pfarrkirche „Zur Heiligen Familie“ in der Hoyerswerdaer Altstadt sind unter anderem im Altarraum neue Elemente hinzugekommen. Ersetzt wurde der bisherige Tabernakel.

Dort wird das Allerheiligste, die konsekrierten Hostien, aufbewahrt. Nach der Wandlung sind sie der Leib Christi. Also ist das der wichtigste Platz, der Mittelpunkt der Kirche und des Glaubens. Auf einem steinernen Sockel befindet sich der kleine Schrank. Ein goldenes Motiv ziert die Front. Das wurde von Almut Pyschny gestaltet. Sie hat das zum einen überrascht, aber auch sehr stolz gemacht.

Anzeige
Aus 2 mach 1
Aus 2 mach 1

In Hoyerswerdas Altstadt entsteht eine Wohnung für Mieter, die viel Raum mögen – und die von den zukünftigen Bewohnern sogar mitgestaltet werden kann.

Zur Zeit ihrer Firmung hat sie mit einem anderen Firmling ein Altarbild auf einer Leinwand gestaltet. Für die Prozession im Pfarrgarten zu Fronleichnam war das gedacht. Vermutlich ist es heute noch eingelagert, obwohl das einige Jahre her ist.

In Erinnerung an diese Begebenheit hat sich Pfarrer Gregor an Almut Pyschny gewandt. Sie denkt, dass genauso andere Gemeindemitglieder künstlerisch tätig sind, und sieht sich lediglich als „Laie mit einem gewissen Talent“.

Sie sagte zu und entwickelte auf Grundlage einer biblischen Geschichte ein Motiv. Genauer gesagt geht es um die Erzählung der Brotvermehrung (Joh. 6,1-15). Eine riesige Schar von Menschen ist von fünf Broten und zwei Fischen satt geworden. Damit stand das Motiv fest, und Pfarrer Gregor hat aus seiner Sicht über Inhalt und Symbolik aufgeklärt. Almut Pyschny hat sich dann über verschiedene Darstellungen dieses Bildes erkundigt und eigene Skizzen angefertigt: „Manche waren abstrakter, manche realistischer.“ Eine Schale und zwei Hände, die sie halten, wurden ergänzt. Gemeinsam besprachen Pfarrer und Katholikin die Entwürfe. Änderungswünsche und Gefallen wurden geäußert und berücksichtigt. Auch war von Anfang an klar, dass es ein Metallrelief wird und demnach nicht sehr detailreich sein kann, wie Almut Pyschny weiter erzählt. Ein Termin mit dem Metallbauer stand bevor. Eine weitere Skizze wurde dann ausgewählt. Das finale Design entstand nach knapp drei Wochen. „Es hat mich wirklich sehr gefreut, dass es wirklich meine Vorlage ist und nicht nur eine Abwandlung“, so die 26-Jährige. Lediglich eine Schwanzflosse wurde aus gestalterischen Gründen abgeändert. Rückblickend meint die Sport-Studentin, „ich hatte gar keine richtige Vorstellung, wie das aussehen würde“. Doch sie ist zufrieden und begeistert. Das goldig glänzende Motiv erscheint je nach Lichteinfall etwas anders. Und erst beim genauen Betrachten aus der Nähe zeigt sich das Bild vollständig. Aus der Kirchenbank ist es etwas diffus und klart beim Herantreten auf. Das war auch der Aufruf nach dem ersten Gottesdienst vom katholischen Priester: „Kommen Sie vor!“

Die Hoyerswerdaerin hat sich damit verewigt und gibt zu, „ich fühle mich geehrt, dass ich diesen Mittelpunkt gestalten durfte“. Das Malen und Zeichnen bleibt aber weiterhin ein Hobby. Vorher hat Almut Pyschny schon Poster gestaltet, Bilder verschenkt oder ein Tattoo entworfen. „Ich mache gerne etwas Gestalterisches, wenn es sich ergibt.“

Mehr zum Thema Hoyerswerda