merken
PLUS Hoyerswerda

Kartellamt stimmt Sana-Einstieg zu

Behörde sieht in Senftenberg/Lauchhammer keine wettbewerbsrechtlichen Hindernisse.

Die Klinikum Niederlausitz GmbH betreibt neben diesem Standort in Senftenberg auch noch einen zweiten in Lauchhammer.
Die Klinikum Niederlausitz GmbH betreibt neben diesem Standort in Senftenberg auch noch einen zweiten in Lauchhammer. © Foto: dpa / Christoph Soeder

Senftenberg/Lauchhammer. Zwölf Jahre nach dem Einstieg der Sana Kliniken AG aus Ismaning bei München in die Betreiber-GmbH des Hoyerswerdaer Seenland-Klinikums mit dem Geschäftsanteils- und Abtretungsvertrag vom 12. März 2009 steuert die Aktiengesellschaft aus München nun auch auf die Übernahme der Verantwortung beim Klinikum Niederlausitz mit seinen beiden Standorten in Senftenberg und in Lauchhammer zu.

Das Bundeskartellamt hat die im Februar unterschriebene Vereinbarung mit dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz (OSL) geprüft und keine Einwände. Wie die Bonner Behörde mitteilt, sieht sie zwar sowohl beim Seenland-Klinikum wie auch beim Klinikum Niederlausitz recht hohe Marktanteile und eine gewisse Wettbewerbsbeziehung zueinander: „Allerdings sucht bereits heute ein großer Teil der Patienten das benachbarte Elbe-Elster-Klinikum und die Maximalversorger der Region – das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus und das Universitätsklinikum in Dresden – auf.“ Sowohl in räumlicher wie auch in sachlicher Hinsicht würden auch nach einem faktischen Zusammenschluss mindestens gleichwertige Ausweichmöglichkeiten für die Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen. Das erwähnte Elbe-Elster-Klinikum mit Krankenhäusern in Elsterwerda, Finsterwalde und Herzberg ist im alleinigen Eigentum des Kreises Elbe-Elster.

Familie und Kinder
Familienzeit auf sächsische.de
Familienzeit auf sächsische.de

Sie suchen eine Freizeitplanung oder Erziehungsrat? Wir unterstützen Sie mit Neuigkeiten sowie Tipps und Tricks Ihren Familienalltag zu versüßen.

Das Klinikum Niederlausitz war in den vergangenen Jahren in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der OSL-Kreis reagierte unter anderem mit der Suche nach einem Partner. Im Dezember des vergangenen Jahres stimmte der Kreistag dem Einstieg von Sana zu. Im Gegensatz zu Hoyerswerda, wo der Konzern 2009 nur 49 Prozent übernommen hatte und die Stadt trotz anderslautender Beschlüsse auf Grund von steuerrechtlichen Hürden bis heute 51 Prozent hält, gibt der OSL-Kreis gleich die Mehrheit an die Aktiengesellschaft ab.

Laut einer Mitteilung von Ende Februar muss neben dem Bundeskartellamt auch das Brandenburger Innenministerium dem Einstieg von Sana zustimmen. Das Unternehmen gehört 25 privaten Krankenversicherungen und betreibt in Deutschland rund 50 Krankenhäuser sowie drei Rehabilitationskliniken. Darunter sind das Herzzentrum in Cottbus sowie das Klinikum Dahme-Spreewald mit Krankenhäusern in Lübben und in Königs Wusterhausen.

Sana und der OSL-Kreis haben für das Klinikum Niederlausitz erklärt: Durch eine klare Differenzierung des Leistungsspektrums sollten beide Klinikstandorte erhalten werden. Sana hat zudem – genau wie 2009 in Hoyerswerda – umfangreiche Investitionen in Gebäude wie in Medizintechnik angekündigt.

Mehr zum Thema Hoyerswerda