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Keine Bewerbung um die LAGA 2025

Hoyerswerdas Stadtspitze will verfügbare finanzielle Ressourcen lieber für Strukturwandel-Projekte nutzen.

© Foto: Silke Richter

Hoyerswerda. Eine Blumenhalle auf dem Festplatz, Muster-Grabanlagen in Richtung Bahnhaltepunkt, Muster- und Themengärten auf der Hochhaus-Abriss-Fläche an der Schweitzerstraße, eine temporäre Seebühne auf dem Gondelteich – die Ideen für eine Landesgartenschau 2025 im Gebiet beidseitig der Südstraße waren weit gediehen. Nun wandern sie in die Schublade.

Der Stadtrat hat am Dienstag einstimmig beschlossen, auf eine Bewerbung um die Ausrichtung des Großereignisses zu verzichten. Der Grund ist vordergründig monetärer Natur. Verwaltung und Rat sehen keine Chance, die nötigen Finanzen aufzubringen, ohne andere Vorhaben auszubremsen. „Machen wir Strukturwandel oder leisten wir uns eine Landesgartenschau“, fasste Ralph Büchner (Linke) die Wahlmöglichkeiten zusammen. Bürgermeister Mirko Pink (CDU) sagte dem TAGEBLATT, man hätte bis 2025 wohl fast die gesamte verfügte Finanz-Kraft der Stadt in die Gartenschau stecken müssen.

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Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) räumte überdies ein, dass Partner und Bürger nur vom 4. bis zum 21. August Ideen einbringen konnten, sei kritikwürdig: „Das Verfahren der Beteiligung ist nicht gut gelaufen.“ Ralph Büchner hält es aber zumindest für erklärlich. Wie er sagte, habe sich der Stadtentwicklungsausschuss im Oktober 2019 auf eine mögliche Bewerbung verständigt. Da es nach der Landtagswahl im September aber bis Dezember gedauert hat, eine Regierung zu bilden, habe es in Dresden keinen Ansprechpartner gegeben. Zu Jahresanfang seien in der Landeshauptstadt verständlicherweise die Prioritäten andere gewesen. Im März schließlich hatte Covid-19 Sachsen erreicht.

Im Juli beschloss der Technische Ausschuss des Stadtrates letztlich, dass das Rathaus die Bewerbungsunterlagen vorbereiten soll. Denn am 15. Oktober endet die Bewerbungsfrist. Zwischenzeitlich jedoch wurden Berechnungen zu Finanzfragen sowohl dem Ältestenrat wie auch dem Stadtentwicklungsausschuss vorgelegt. Deren Empfehlungen, so die Stadtverwaltung, lauteten, zu verzichten „auf Grund der nicht darstellbaren Finanzierung über den derzeit rechtskräftigen Haushaltsplan der Stadt Hoyerswerda. [...] Der Ausschuss für Stadtentwicklung spricht sich dafür aus, die notwendigen bereitzustellenden Eigenanteile vorrangig für Maßnahmen des Strukturwandels einzusetzen.“

Hans-Joachim Donath (Aktives Hoyerswerda) bat am Dienstag darum, allen Partnern, die sich schon zur Kooperation bereiterklärt haben, die Lage noch einmal persönlich per Brief zu erörtern. „Sehr gern“, gab Stefan Skora zur Antwort. Denn die Unterstützer für 2025 sollten ja nach Möglichkeit Unterstützer für später bleiben. Im Raum steht nun nämlich eine Bewerbung für 2028 – theoretisch. „Ob wir das so machen, wissen wir heute alle noch nicht“, befand Ralph Büchner.

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