merken
PLUS Hoyerswerda

Keine Existenznöte

Hinter den Städtischen Wirtschaftsbetrieben liegt ein schwieriges Jahr. Doch letztlich war alles beherrschbar.

Abendliche Neustadt-Idylle über dem Verwaltungsgebäude der Städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH).
Abendliche Neustadt-Idylle über dem Verwaltungsgebäude der Städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH). © Foto: SWH

Hoyerswerda. Wenig überraschend stehen für das vorige Jahr deutliche Umsatzrückgänge in den Bilanzen von Lausitzbad, Lausitzhalle und Verkehrsgesellschaft. „Das Geschäftsjahr 2020 war bedingt durch die Corona-Pandemie ein außergewöhnliches. Der Geschäftsbetrieb war geprägt durch staatlich angeordnete Schließungen von Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Schwimmbädern, Schulen, Gaststätten und Kleingewerbebetrieben“, schätzt das Management der Städtischen Wirtschaftsbetriebe (SWH) im Zusammenhang mit der Vorlage des Jahresabschlusses 2020 ein. Immerhin sei keines der Unternehmen der Gruppe (Eigenwerbung: „Versorgen. Bewegen. Begeistern.“) in Existenznöte geraten. Hier Details zum Geschäftsjahr 2020:

Versorgungsbetriebe Hoyerswerda

Anzeige
Qualitätsmöbel zum Abverkaufspreis
Qualitätsmöbel zum Abverkaufspreis

STARKE MÖBEL UND KÜCHEN macht Platz für neue Wohn-Kollektionen. Sparen Sie jetzt bis zu 58% beim Kauf Ihres Lieblingsstücks in TOP Qualität.

Für das Schlachtschiff innerhalb der SWH-Flotte wird ein stabiler Geschäftsverlauf vermeldet. Zwar gab es wegen Betriebsschließungen in diesem Zusammenhang weniger Abnahme von Strom, Wasser und Gas. Aber: Die Verbräuche in Privathaushalten nehmen gleichzeitig zu. Trotz großer Konkurrenz konnte im Strombereich die Kundenzahl mit rund 17.500 relativ stabil gehalten werden. Und wegen des heißen Sommers gab es beim Trinkwasser zudem höhere Nachfrage. Die VBH beschäftigten 107 Mitarbeiter. Das Jahresergebnis lag mit rund 6,7 Millionen Euro Plus auf vergleichbarem Niveau wie 2019.

Verkehrsgesellschaft

Der neue Geschäftsführer Stefan Löwe hatte keinen leichten Einstand. Die Zahl beförderter Personen spricht Bände: Lag sie 2019 noch bei 1,2 Millionen Fahrgästen, waren es 2020 nur 886.000. Zudem sind auch noch sogenannte Ausgleichszahlungen rückläufig. Trotz Einsparungen, wird gemeldet, habe man die Einnahmerückgänge nicht kompensieren können. Die VGH hat 43 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Jahresergebnis lag bei 210.000 Euro Minus, ein etwas größerer Verlust als 2019.

Lausitzbad

Auch hier: Matthias Brauer fing als neuer Geschäftsführer an und musste das Bad im Jahresverlauf gleich mal 169 Tage lang geschlossen halten. Die Besucherzahlen im Bad sanken von 136.600 im Jahr auf gerade noch 78.500. In der Sauna schwitzen weniger als 20.000 Gäste im Vergleich zu fast 40.000 im Jahr davor. Die 32 Mitarbeiter mussten einen Großteil des Jahres in Kurzarbeit, während das Management immerhin Zeit hatte, an den Plänen für die anvisierte Modernisierung zu arbeiten. Dank gesparter Personal- und Wasserkosten allerdings war das Jahresergebnis mit 1,06 Mio Euro Minus etwas besser als 2019.

Lausitzhalle

Gleiches Bild im ersten Kulturhaus am Platz. Konnten 2019 hier sowie im unter dem Namen „Vis-a-vis“ vermarkteten Sparkassensaal noch 66.000 Besucher begrüßt werden, waren es voriges Jahr gerade einmal 18.500. Ab März ruhte das Veranstaltungsgeschäft mehr oder weniger. Immerhin: die Online-Weihnachtsmärchen-Übertragungen wurden 6.500 Mal abgerufen. Auch die 13-köpfige Lausitzhallen-Belegschaft war in Kurzarbeit. Das Jahresergebnis verschlechterte sich von 946.000 Euro Minus 2019 auf 1,1 Millionen Euro Minus.

Breitband Hoyerswerda GmbH

Die jüngste Firma im SWH-Verbund konzentrierte sich 2020 weiter auf den Ausbau mit Glasfaserkabeln im Stadtgebiet. Allerdings: Während die Zahl der Kabelmax-Kunden in Hoyerswerda von 424 auf 520 stieg, ging sie insgesamt ganz leicht von 4.335 auf 4.332 zurück. Zwar heißt es, man habe pandemiebedingt durchaus von stärkerer Internet- und Telefonnutzung profitiert. Jedoch sei der Geschäftsverlauf wegen der Umstände dennoch unterhalb der Erwartungen geblieben. Dazu haben die höheren Preise etwa für Baumaterialien auf die Zahlen gedrückt. Bei der BBH arbeiten neun Kolleginnen und Kollegen. Das Jahresergebnis war mit 92.000 Euro Minus deutlich schlechter als das von 2019.

Städtische Wirtschaftsbetriebe

Die Holding verweist gern auf den über die Einzelunternehmen hinausgehenden Nutzen der Gruppe für die Stadt. So habe man 711.000 Euro Gewerbesteuern und zwei Millionen Euro an Konzessionsabgaben gezahlt. Für Investitionen und Instandhaltungen seien fast zehn Millionen Euro geflossen, so viel wie zuletzt sieben Jahre zuvor. Den größten Brocken stemmte die VBH. Das Jahresergebnis lag nach Steuern bei rund zwei Millionen Euro, 650.000 Euro weniger als im Jahr 2019.

Mehr zum Thema Hoyerswerda