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Krabat soll als „sorbischer Faust“ die Bühne stürmen

Am Staatstheater Cottbus feiert die Krabat-Inszenierung am Samstag Premiere.

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Der Rabe gehört zur Krabat-Sage wie die Schwarze Mühle: Auch das Staatstheater Cottbus bindet eine Rabenfigur in ihre Inszenierung ein - hier ein Foto aus einer Probe.
Der Rabe gehört zur Krabat-Sage wie die Schwarze Mühle: Auch das Staatstheater Cottbus bindet eine Rabenfigur in ihre Inszenierung ein - hier ein Foto aus einer Probe. © Foto: Staatstheater Cottbus

Von Beowulf Kayser

Cottbus. Kaum sind die Schritte des Müllers verklungen, verlässt Krabat in Rabengestalt die Mühle: Mit einer Krabat-Inszenierung bringt das Staatstheater Cottbus am Samstag, 15. Juni, ab 19.30 Uhr auf dem Hof der ehemaligen Alvensleben-Kaserne eine große sorbische Erzählung zur Premiere.

Wurzeln für einen bestimmten Ausschnitt oder Abschnitt der Krabat-Erzählung im diesjährigen Sommertheater sind unter anderen das Buch „Die schwarze Mühle“ von Jurij Brezan, der Roman „Krabat“ von Otfried Preußler und der gleichnamige Kinofilm. Rund 80 professionelle Schauspieler und Laiendarsteller wirken in dem Stück in der Regie von Wolfgang Michalek und der Dramaturgie von Franziska Benack mit. „Wir lassen das Bühnenstück in einem sorbischen Dorffest mit dem Publikum enden“, sagt die Dramaturgin. Die Inszenierung und die dafür neu entstandene Textfassung von Wolfgang Michalek und Armin Petras sind ein lustvoller Versuch, der Vielschichtigkeit dieser Volkssage gerecht zu werden. Die aktuelle Version der Erzählung beginnt auch in Cottbus mit dem bettelarmen Jungen, der sich als Lehrling in der schwarzen Mühle anstellen lässt. Dort erlernt Krabat nicht nur das Müllerhandwerk, sondern auch die schwarze Magie.

„Wer weiß, der kann“, sagt Krabat und durchschaut schnell das dunkle Spiel seines Meisters. Er schafft es unter den zwölf Gesellen als einziger, sich aus den Fängen des Müllermeisters, der einen Pakt mit dem Teufel hat, zu befreien. „Zugute kommt Krabat dabei seine Fähigkeit, sich in jedes beliebige Tier zu verwandeln, seine Liebe zur Mutter und zu Kantorka sowie die Kraft der Freundschaft“, so Franziska Benack.

Um ganz nahe an die Auffassungen der ursprünglichen Krabat-Region rund um Hoyerswerda zu kommen, hat sich das Team um Regisseur Wolfgang Michalek in zahlreichen Recherchen und in Gesprächen mit Sorben aus der Nieder- und Oberlausitz ausgetauscht. Dabei ging es besonders darum, wie „echt“ die Cottbuser den Krabat im diesjährigen Sommertheater umsetzen können.

Ob schließlich der Identitätsnachweis erbracht werden kann und Krabat die von Francis O’Connor geschaffene Cottbuser Bühne als „sorbischer Faust“ stürmen wird, bleibt abzuwarten. In dem gleichermaßen ernsthaft und humorvollen entstandenem Stück um die Legende Krabat wirken unter anderem Sigrun Fischer (Mutter), Gunnar Golkowski (Meister), Markus Paul (Gevatter Tod), Lucie Luise Thiede (Mittagsfrau) mit. Beteiligt ist sowohl das Schauspielensemble des Staatstheaters Cottbus als auch Studenten der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Mitglieder der Singakademie Cottbus, der Bürger-SprechChor des Staatstheaters sowie Schüler der Freien Walddorfschule Cottbus. Der Cottbuser Krabat wird von Levi Wessel von der Berliner Hochschule gespielt.

Nach der Premiere am 15. Juni sind bis zum 3. Juli noch zwölf weitere Open-Air-Aufführungen auf dem Cottbuser Kasernengelände geplant. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet 25 Euro, ermäßigt 20 Euro.

www.staatstheater-cottbus.de