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Krankheitsbild muss beachtet werden

Ein Hinweis zur Prüfung auf Sars-CoV-2-Viren macht für das Vorgehen im Kreis Bautzen keine Veränderungen erforderlich.

© Symbolfoto: SZ Archiv

Hoyerswerda. Per PCR-Test auf Sars-CoV-2-Viren überprüft werden „im Regelfall Menschen, die ihren Arzt aufgrund von Symptomen aufsuchen“. So schildert das Landratsamt Bautzen die Vorgehensweise, die einerseits zu Quarantänen und im Zweifel zu Behandlung sowie zur täglichen Meldung im Kreis-Corona-Lagebericht führt.

In den letzten Tagen hatte vor allem im Aufregungs-Treiber Internet ein am 20. Januar veröffentlichter Hinweis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Umgang mit PCR-Tests für die Interpretation gesorgt, diese seien generell nicht aussagekräftig. „Seit dem 20.1. stelle ich mir eh die Frage, ob auch hier im Landkreis Bautzen die positiven Corona-Tests wirklich stimmen“, schrieb etwa Daniel Müller beim Tagblatt-Internet-Dienst Hoyte24. Zunächst einmal: Der WHO-Hinweis in englischer Sprache war an Labore und andere Leute gerichtet, die mit In-Vitro-Diagnostik befasst sind. Es geht dabei um sogenannte schwach-positive Ergebnisse. Ein PCR-Test kann zum Beispiel immer noch Virus-Last nachweisen, wenn eine Erkrankung abgeklungen und die betreffende Person gar nicht mehr ansteckend ist.

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Anamnese, Symptome, Befunde

Ein Virus-Nachweis muss also nicht immer auch Infektiosität bedeuten. Umgedreht jedoch ist jemand, der infektiös ist, auch garantiert positiv. Die WHO sagt daher, bei der Interpretation von Testergebnissen müsse das klinische Erscheinungsbild eines Patienten mit herangezogen werden. Wo die Ergebnisse nicht mit der Symptomatik übereinstimmten, sei ein zweiter Test erforderlich. Das Recherche-Zentrum Correctiv hat die WHO dazu sogar noch einmal befragt und zur Antwort bekommen, „das Dokument belege nicht, dass die WHO PCR-Tests für unzuverlässig oder fehlerhaft halte. Stattdessen sei das Informationsschreiben aus dem Kontext gerissen worden“. Im Grunde sagt die WHO nur, es sei strikt die Gebrauchsanweisung für Tests zu befolgen. Das Landratsamt Bautzen sieht aufgrund des Hinweises auch keinen Anlass, sein Vorgehen zu ändern. Denn wenn nur Menschen per PCR-Test überprüft werden, die Symptome zeigen, ist damit letztlich herauszufinden, ob jemand infiziert ist oder nicht. „Um den relevanten Zeitraum jedoch gut eingrenzen zu können, in dem Ansteckungsgefahr noch besteht (für die Dauer der Quarantäne ausschlaggebend) oder bestand (für die Ermittlung von Kontaktpersonen wichtig), wird ein Zeitraum von -2 Tagen vor Symptombeginn angenommen, anderenfalls das Datum des Tests verwendet“, teilt die Kreisverwaltung auf Tageblatt-Anfrage mit.

Konkret werde das durch das Gesundheitsamt im Gespräch mit den Betroffenen geklärt. Die Gesprächsführung sei standardisiert und diene letztlich dazu, zu lange Quarantänen zu vermeiden, jedoch auch, um die notwendige Absonderungszeit zu gewährleisten. Grundlage seien stets die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes. Dieses empfiehlt einen PCR-Test in Verbindung mit Anamnese, Symptomen und Befunden (etwa von Schnelltest). Kreis-Sprecherin Cynthia Thor merkt zudem an: „Je besser die Rückverfolgung von Infektionsketten bei niedrigen Fallzahlen gelingt, umso besser lassen sich auch notwendige Quarantäne-Zeiträume eingrenzen.“

Erst Antigen-, dann PCR-Test

Generell werden, anders als zu Beginn der Pandemie, Kontaktpersonen von nachgewiesenermaßen infizierten Menschen, aktuell zunächst nur per Antigen-Schnelltest überprüft. Nur, wenn dieser positiv ausfalle, folge die PCR-Testung. „Bis auf wenige Einzelfälle wurde das Schnelltestergebnis bisher immer bestätigt“, erklärt Cynthia Thor. Schnelltests basieren auf dem Nachweis von viralen Proteinbausteinen in Abstrichen. Sie gelten als generell zuverlässig, aber als beim Nachweis weniger präzise als PCR-Tests im Labor. Hierbei steht Erbmaterial der Viren im Mittelpunkt, das mittels sogenannter Polymerase-Kettenreaktion ausfindig gemacht wird. Qualitätskontrollen sind dazu vorgeschrieben.

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