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Hoyerswerda

Kunsthalle gibt wertvolles Dahl-Gemälde

Ein lange verschollen geglaubtes Bild wird jetzt an seinen angestammten Ort gebracht – und auch eine Leihgabe findet wieder in die Lausitz.

Rückgabe des Dahl-Gemäldes an Cottbus besiegelt: Stiftungsvorstand Stefan Körner (links) und der Hamburger Kunsthallen-Direktor Alexander Klar.
Rückgabe des Dahl-Gemäldes an Cottbus besiegelt: Stiftungsvorstand Stefan Körner (links) und der Hamburger Kunsthallen-Direktor Alexander Klar. © Foto: Romanus Fuhrmann

Von Beowulf Kayser

Cottbus/Hamburg. „Was lange währt, wird endlich gut“ – diese zur tröstenden Spruchweisheit gewordenen Sentenz aus Friedrich von Schillers Drama „Wilhelm Tell“ trifft jetzt auch auf ein Gemälde des norwegischen Landschaftsmalers Johan Christian Clausen Dahl (1788-1857) zu.

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Die 1837 von Dahl geschaffene Ölstudie „Elbe und Neustädter Ufer in Dresden im Abendlicht“ war während der WK-II-Kriegswirren 1945 aus dem damaligen Bestand der Städtischen Sammlung Cottbus verschwunden und galt rund 76 Jahre lang als verschollen. Nun wurde das wertvolle Bild im Rahmen der langen Forschung nach der Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern wiederentdeckt. Es hängt jetzt noch in der vor einigen Tagen in der Hamburger Kunsthalle eröffneten Ausstellung „Goodbye and Hello“, trägt aber „Trauerflor“ – und der Titel der Ausstellung passt ja unbedingt zur Geschichte des nach Cottbus gehörigen Gemäldes. Denn nach der Finissage am 8. August soll das von der Kunsthalle der Elbestadt im Jahr 1988 erworbene Gemälde ohne die ansonsten übliche museale Ausgleichszahlung an die Lausitz-Metropole zurückgegeben werden.

Ab 19. August mehr aus Hamburg

„Darauf einigten sich vor wenigen Tagen der Direktor der Kunsthalle Hamburg, Professor Dr. Alexander Klar, und Dr. Stefan Körner, Vorstand der Cottbuser Stiftung Fürst Pückler-Museum Park und Schloss Branitz“, teilte die Hamburger Pressesprecherin mit. Und es gibt noch zwei erfreuliche Aspekte im Rahmen dieser ungewöhnlichen Restitution: Die Hamburger Kunsthalle präsentiert während ihrer aktuellen Ausstellung auch das Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ von Carl Blechen (1798-1840). „Dabei handelt es sich um eine Leihgabe der Stadt Cottbus, die von 1911 bis 1924 selbst Teil der Sammlung der Hamburger Kunsthalle war“, hieß es dazu. 1938 hatte die Stadt Cottbus das Werk erworben, das heute als Teil der städtischen Carl-Blechen-Sammlung von der Branitzer Stiftung gezeigt wird.

Mit dem Bild des norwegischen Landschaftsmalers und engen Freund von Caspar David Friedrich, der von 1818 bis 1857 in Dresden lebte und wirkte, kommt also auch Carl Blechens 1828 entstandenes Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen“ nach der Ausstellung „Goodbye and Hello“ in der Hamburger Kunsthalle wieder nach Cottbus zurück. Die Besucher können sich aber außerdem auf eine weitere Kooperation zwischen Hamburg und Cottbus freuen: Die gesamte Präsentation aus der Elbestadt, die Einblicke in die Werkgeschichten von Dahl und seines Berliner Zeitgenossen Carl Blechen gibt, wird vom 19. August bis 31. Oktober 2021 in der Carl-Blechen-Sammlung im Besucherzentrum in der Gutsökonomie von Branitz gezeigt.

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