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Mit Gründergeist, Mut und viel Fantasie

Carlo Nitzsche und Maximilian Buder wollen mit ihrer Firma „Work for Teenager“ Schüler und Unternehmen begeistern.

Carlo Nitzsche (18) aus Zeißig (links) und Maximilian Buder (18) aus Schwarzkollm gründen ihre eigene Firma. „Work for Teenager“ soll sie heißen. Sie soll Schülern Wochenend-Arbeit und Ferienarbeit vermitteln.
Carlo Nitzsche (18) aus Zeißig (links) und Maximilian Buder (18) aus Schwarzkollm gründen ihre eigene Firma. „Work for Teenager“ soll sie heißen. Sie soll Schülern Wochenend-Arbeit und Ferienarbeit vermitteln. © Foto: Andreas Kirschke

Hoyerswerda. Übersichtlich, benutzerfreundlich, treffsicher und aktuell soll sie sein – die Internet-Plattform „Work for Teenager“ (www.workforteenager.de). Sie soll Schülern künftig Jobs für die Ferien- und Wochenend-Arbeit vermitteln. Sie soll Jugendlichen Tipps für Beratungen und Bewerbungen geben. Firmen können auf der Internet-Seite ihr Profil und ihre Inhalte vorstellen. 

„Jede Idee entsteht durch ein Problem. Wenn wir es lösen, weckt das Kreativität“, erzählen Carlo Nitzsche (18) aus Zeißig und Maximilian Buder (18) aus Schwarzkollm über ihre künftige Firma „Work for Teenager“. Sie brennen für diese Idee. Schritt für Schritt erstellen sie derzeit die Internet-Plattform.

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Im Bereich Hoyerswerda und Umgebung soll sie zunächst Nutzer erreichen. Die Job-Angebote sollen später die ganze Lausitz einbinden. „Die Idee ist, langsam und stetig zu wachsen“, erklären die beiden Gründer. Wie durch einen Filter können Schüler auf der Seite gezielt suchen. Beruf, Branche, Ort, Datum, Arbeitszeit und Lohn sind wichtige Kriterien. So findet jeder Schüler möglichst den passenden Job. Für die Schüler ist die Nutzung der Seite kostenlos. Für die Firmen gibt es eine klare Regel. „Eine Provision wird ihnen erst nach erfolgreicher Job-Vermittlung berechnet“, unterstreichen die beiden Firmengründer.

Erfahrungen, Kritiken, Hinweise

Jugendliche können sich auf der Seite künftig ihr eigenes Profil erstellen. Wo komme ich her? Welche Interessen, Talente, Fähigkeiten und Fertigkeiten habe ich? Welche Tätigkeiten für Wochenend-Arbeit und Ferien-Arbeit interessieren mich? Kann ich Referenzen vorweisen? „Bei dieser Profil-Erstellung soll unsere Internet-Seite helfen. Firmen können dann von sich aus auf die Schüler zugehen“, betonen Carlo Nitzsche und Maximilian Buder.

„Zuallererst jedoch soll die Initiative ganz von den Schülern selbst ausgehen.“ Sie können nicht nur Jobs auf der Internet-Seite suchen. Sie finden auf der Seite auch Beispiele für Bewerbungen, Anschreiben, Referenzen und Verträge. Das reicht bis zur passenden Bescheinigung für die Ferien-Arbeit oder Wochenend-Arbeit durch die jeweilige Schule des Jugendlichen. Nutzer der Seite sollen diese mit Erfahrungsberichten bereichern. Ihre Kritiken und Hinweise helfen späteren Bewerbern weiter.

Das Beispiel der Eltern

Carlo Nitzsche und Maximilian Buder kennen sich bereits seit Kindertagen. In der Handrij-Zejler-Grundschule Hoyerswerda Am Adler lernten sie in verschiedenen Klassen. Seit dieser Zeit sind sie Freunde. Im Lessing-Gymnasium lernten sie in der gleichen Klasse. Ihre Wege trennten sich, als Carlo 2018/2019 für ein Jahr Austausch-Schüler in Mexiko war. Der Rotary-Club ermöglichte das Auslands-Jahr. Carlo lebte bei einer Gast-Familie in der Stadt Tequisquiapan. Die Herzlichkeit und die Offenheit dort begeisterten ihn. Dank der Familie und dank der Mitschüler lernte er Sprache, Kultur und Geschichte des Gastlandes näher kennen. „Als ich wieder zurück war in der Lausitz, entstand die Idee für die Firma“, erzählt er. Angespornt wurde Carlo durch das Beispiel der Eltern. Sein Vater arbeitet als freiberuflicher Architekt, seine Mutter ist Zahnärztin.

Ein Anleiter und Unterstützer

Das Grundanliegen Firma ist, Schüler gezielt zu unterstützen. Denn oft tun sie sich schwer, einen Ferien- oder Wochenend-Job zu finden. Schon nach der ersten, zweiten Absage geben sie auf. Oder sie nutzen Job-Angebote nur dank reger Mithilfe der Eltern. „Die Schüler brauchen Unterstützung. Wir wollen sie zu eigenständigem, ausdauerndem, unbequemem Suchen ermutigen. Wir wollen Anleiter und Unterstützer sein. Viele Schüler wissen nicht, wie sie sich richtig bewerben“, meinen Carlo Nitzsche und Maximilian Buder. „Unser eigentliches Ziel ist, der permanenten Abwanderung aus der Lausitz entgegenzuwirken. Das gelingt unter anderem dadurch, dass Schüler frühzeitig mit heimischen Unternehmen Kontakt aufnehmen.“

Die meisten Gymnasiasten, so erläutern sie, wollen heute studieren. Mit dem „Rüstzeug“ Abitur einen Beruf im Handwerk oder Gewerbe zu erlernen, ist eher die Ausnahme. Allein in Maximilian Buders Klasse will nur ein einziger Schüler nach dem Abitur nicht studieren und stattdessen ein Handwerk erlernen. Maximilian Buder selbst hat vor, nach dem Abitur in Dresden zu studieren. Entweder Internationales Business oder Betriebswirtschaftslehre (BWL) soll es sein. Für die HTW-Dresden (Hochschule für Technik und Wirtschaft) entscheidet er sich, weil es nicht so weit weg ist von seiner Familie und von Carlo. Denn beide wollen weiter an ihrer Firmen-Idee „Work for Teenager“ arbeiten.

Die Selbstständigkeit im Visier

Carlo Nitzsche wird wegen des Auslandsjahres noch ein Jahr länger am Lessing-Gymnasium lernen. Dort will er das Abitur schaffen. Maximilian Buder hat es mit Gesamt-Note 2,0 abgeschlossen. Wie Carlo Nitzsche reizt ihn der Weg in die Selbstständigkeit. Mit der Firma „Work for Teenager“ können sie sich austesten. Sie können mit der Idee durchaus scheitern. Zunächst wollen sie als GbR starten.

Dank der Betreuung durch das Hoyerswerdaer Lausitzer Technologie- und Gründerzentrum Lautech erfuhren sie von Fördermöglichkeiten. Aus dem Förderprogramm FutureSAX des Freistaates Sachsen erhalten sie jetzt eine monatliche Förderung von 1.000 Euro. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln aus dem Haushalt des Freistaates Sachsen.

Mutmacher für andere Jugendliche

Carlo und Maximilian nutzen die monatliche Förderung, um wichtige Details zu klären. Es geht um die Anordnung der Button, um die Erstellung der Profile, um das Design der Seite, um die einzelnen Funktionen im Detail. Einen Teil des Geldes wollen sie für die Beauftragung eines Programmierers nutzen. Der soll die Internet-Plattform professionell und detailliert zusammenstellen. Unterstützung erfahren Carlo und Maximilian durch Hoyerswerdas städtischen Wirtschaftsförderer Alexander Kühne und durch Lautech-Geschäftsführerin Kathrin Schlesinger. Sie ist stolz auf die beiden jungen Firmen-Gründer. „Ihr Beispiel kann anderen Jugendlichen Mut machen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen“, meint sie. „Solche motivierten Gründer brauchen wir in Hoyerswerda.“

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