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Musiker sucht den Klang der Heimat

Ein mehrteiliges Film- und Musikprojekt ist auch in Hoyerswerda auf Spurensuche: Wie klingt die Lausitz?

Der Bürgerchor Hoyerswerda bei einer Probe im Oktober 2020 im Großen Saal des Bürgerzentrums Hoyerswerda. Im Vordergrund ist der Chorleiter Andre Bischof zu sehen.
Der Bürgerchor Hoyerswerda bei einer Probe im Oktober 2020 im Großen Saal des Bürgerzentrums Hoyerswerda. Im Vordergrund ist der Chorleiter Andre Bischof zu sehen. © Archivfoto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Wie klingt Heimat? Das ist die Fragestellung, der Felix Räuber nachgeht. Der Musiker, bekannt als Frontmann der Band Polarkreis 18, zieht durch den ganzen Freistaat und sucht dabei unterschiedliche Lebens- und Klangwelten. Auch in Hoyerswerda und der Umgebung findet der Dresdener dabei besondere Geschichten.

Es sei eine „Entdeckungs- und Forschungsreise“, nennt es Marc Oliver Rühle. Er ist unter anderem für die Konzeption der interdisziplinären Produktion verantwortlich. Unter dem Titel „Heimat“ werden zehn Folgen produziert, die als Film-Dokumentation erscheinen und ebenso ein Album aus zehn Musiktiteln. Gemeinsam mit den jeweiligen Protagonisten werden Lieder aufgenommen.

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Darunter ist auch der Bürgerchor Hoyerswerda. Beteiligt ist die Gruppe an der Folge „Lausitz“ – wie auch das Orchester Lausitzer Braunkohle e. V. Weitere Drehorte neben Hoyerswerda sind Weißwasser, Boxberg, der Tagebau Nochten sowie der Bärwalder See: Kohle und Bagger haben hier Leben, Landschaft, Kultur beeinflusst.

Fußend auf der ersten Folge „Natur“ wird hier der Eingriff des Menschen ganz deutlich. Der Spur wird gefolgt: Danach geht es um die „Sorben“. Verschwundene sorbische Dörfer stehen erhaltenen oder wiederbelebten Traditionen gegenüber. All das – Vergangenheit und Zukunft – haben einen maßgeblichen Einfluss aufeinander. Marc Oliver Rühle benennt die Natur als Ursprung von allem, daraufhin werden die Folgen der Zivilisation aufgezeigt.

Überhaupt soll Sachsen vielseitig und facettenreich dargestellt werden, sagt Marc Oliver Rühle. Osterreiter kommen zu Wort, wie Instrumentenbauer aus dem Musikwinkel oder eine Familie, die traditionell erzgebirgische Nussknacker herstellt.

Die gezeigten Orte sollen nachhaltig von dem Projekt profitieren. Planungen reichen bis in das Jahr 2023. Multimediale Live-Events sind denkbar – an Orten, an denen sonst keine Konzerte stattfinden. So wird auf die jeweilige Region reagiert. Zum Austausch soll angeregt werden. „Es ist wichtig, dass es einen Dialog gibt.“ Denn Heimat ist eben nicht nur Historie, sondern kann zu einer Zukunftsvision werden.

Nach ersten Drehs haben sich schon spannende Geschichten ergeben, die vorher nicht abzusehen waren, heißt es von Marc Oliver Rühle. „Die Menschen sind sehr dankbar für die Bühne, die wir ihnen bieten.“ Nach Hoyerswerda kehrt das Team voraussichtlich im Mai/Juni zurück, um weitere Aufnahmen zu produzieren.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.heimatlieder.net/

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