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Nach einigen Schwierigkeiten gibt es das Guinness nun wieder im Pint-Glas

Der in Hoyerswerda lebende Ire Philip Campbell konnte dem Irish-Pub-Wirt Thomas Eckhardt bei der Beseitigung von Brandfolgen behilflich sein.

So sieht echte Freude und Erleichterung aus: Es war eine kleine Odyssee, aber nun hat der Irish Pub „Black Raven“ wieder eine ausreichende Menge an Pint-Gläsern. Philip Campbell (links) konnte die Lieferung aus seiner irischen Heimat dieser Tage an P
So sieht echte Freude und Erleichterung aus: Es war eine kleine Odyssee, aber nun hat der Irish Pub „Black Raven“ wieder eine ausreichende Menge an Pint-Gläsern. Philip Campbell (links) konnte die Lieferung aus seiner irischen Heimat dieser Tage an P © Foto: privat

Hoyerswerda. Der Irish Pub „Black Raven“ im WK II kann das Guinness wieder in Original-Pint-Gläsern ausschenken. Als es im Pub von Thomas Eckhardt im November vorigen Jahres einen recht heftigen Brand gab, wurden auch die Trink-Gläser in Mitleidenschaft gezogen. Das Pint ist ein Flüssigkeitsmaß, das man unter anderem in irischen Kneipen nutzt. Bis zum Eichstrich passen in ein entsprechendes Glas exakt 0,5683 Liter. Und wer ein Guinness bestellt, der soll es eben auch im Original-Glas bekommen.

Ecki hatte allerdings Schwierigkeiten, die entsprechenden Gefäße zu besorgen. Also wandte er sich hilfesuchend an den Tageblatt-Kolumnisten Philip Campbell, der im irischen Tandragee daheim ist, aber seit Ende 2009 in Hoyerswerda lebt und arbeitet. Natürlich ist dem stolzen Iren der „Black Raven“ nicht nur am jährlichen Saint Patricks Day einen Besuch wert und Ecki demzufolge inzwischen ein ihm nahestehender Mensch.

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„Es passiert nicht so oft, dass mein Irisch-Sein hier in Hoyerswerda unbedingt benötigt wird. Also war ich Feuer und Flamme, wollte tun, was ich kann“, schrieb Campbell Mitte Juni in seiner Tageblatt-Kolumne. Und er schilderte auch die Schwierigkeiten, die sich nun ihm selbst in den Weg stellten. Er wandte sich an Freunde in Belfast, für ihn eine irische Stadt, faktisch aber Teil des Königreiches Großbritannien. Es taten sich dieselben Probleme auf, auf die auch sein Freund, der Wirt schon gestoßen war: Der Handel mit den Briten hat sich nach deren Austritt aus der Europäischen Union ziemlich verkompliziert.

Philip Campbell verlegte seine Suche auf die Republik Irland, EU-Mitglied. Hier wären zwar Gläser zu beschaffen und zu verschicken gewesen, aber nur zu einem ziemlich astronomischen Preis. Letztlich ging ein Bekannter in Belfast in den Großhandel. Ein anderer Bekannter, der Besitzer eines Kurierdienstes, machte sich erbötig, die Kisten nach Deutschland bringen zu lassen. Er wollte die zerbrechliche Fracht nur vorher gut einpacken. Nur ließ sich in Belfast keine Luftpolsterfolie bekommen. Sie musste erst in England bestellt werden. Selbst das war wegen des britisch-irisch-europäischen Handelswirrwarrs aber nicht so einfach wie gedacht.

Nun, während der Sommerferien, die Campbell als Lehrer genießen darf, löste sich der Knoten endlich auf – nach drei Monaten. „Als ich in Irland im Urlaub war, trafen die Pint-Gläser in Hoyerswerda ein“, berichtet der Ire. Wie sich herausstellte, war die Vorsichtsmaßnahme mit der Luftpolsterfolie angebracht: Trotz Polsterung brachen einige Gläser entzwei. Die anderen konnte ein sichtlich glücklicher Ecki am vergangenen Wochenende entgegennehmen – wie Campbell in der Kolumne versprochen hatte: „Meine Nachbarn sollten ihr Pint-Glas Guinness schon bekommen!“

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