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Nach New York nun in Knappenrode

Der Große Chor führt einen Auszug der Friedensmesse von Jenkins in der Energiefabrik auf. Es soll auch ein Dank sein. Danach wird sich Queen gewidmet.

Michael Köllner wirbt für das nächste Konzert des Großen Chores in Knappenrode.
Michael Köllner wirbt für das nächste Konzert des Großen Chores in Knappenrode. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda/Knappenrode. Was zuletzt in der New Yorker Carnegie Hall aufgeführt wurde, wird nun an diesem Sonntagabend auf dem Gelände der Energiefabrik Knappenrode zu erleben sein. Es geht um einen Auszug aus Karl Jenkins Friedensmesse „The Armed Man“ (dt. der bewaffnete Mann). Dieses Stück ist mittlerweile seit 2017 im Repertoire des Großen Chores Hoyerswerda und findet damit jetzt seinen Abschluss, bevor ein neues Projekt aufgenommen wird.

Große Werke im Blick

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Als der Große Chor sich vor über zehn Jahren projektbezogen gründete, war gleich klar, dass die Erarbeitung und Aufführung großer Werke Ziel dieses Zusammenschlusses ist. „Wir wollen selten gespielte, außergewöhnliche und zeitgenössische Werke darbieten“, heißt es dazu auf der Website der Gruppe, die sich seit Beginn als Kooperation aus vielen Chören der Stadtregion sieht. „Der Anspruch war, aus den kleinen Chören heraus zu großen sinfonischen Werken zu gelangen“, erklärt Michael Köllner als Vereinsvorsitzender. Wie er verrät, sind die meisten Singenden in mehreren Chören aktiv. Die künstlerische Leiterin, Kerstin Lieder, ist weiterhin für den Chor Seidewinkel und das Ensemble amici della musica verantwortlich.

Los ging die Geschichte des Großen Chores einst mit der „Sixtinischen Madonna“. Die Rocksuite wurde deutschlandweit gemeinsam mit der Band electra aufgeführt. Ein weiterer Meilenstein war das „Magnificat“ des englischen Komponisten John Rutter. Weiter auf der Suche nach einem zeitgenössischen Werk wurde das Antikriegsstück von Jenkins ausfindig gemacht, das zur Zeit des Kosovo-Krieges im Jahr 1999 als Auftragskomposition des Londoner Museums Royal Armouries entstand. Eine besondere Spannung wird erzeugt, weil die Sätze ihren Ursprung sowohl in verschiedenen Epochen als auch unterschiedlichen Religionen haben. Bereits 2017 führte der Große Chor das Stück erstmalig und gemeinsam mit den Musikern der Elblandphilharmonie Sachsen in der Lausitzhalle auf. 2019 folgte ein Auftritt in der Spremberger Kreuzkirche – diesmal als Choral Suite mit Orgelbegleitung.

Vier Proben müssen reichen

In dieser Form, also ohne Orchesterbegleitung, werden sechs Sätze in Knappenrode auf die Bühne gebracht. Der Konzertpianist Andreas Kühn wird an diesem Abend den Gesang begleiten – sowie beim Benedictus seine Tochter Josepha Eleonore Kühn am Cello. Der Musiker kam vor einigen Jahren als Korrepetitor in Kontakt mit dem Chor. „Das hat sich bewährt“, erklärt Michael Köllner und zeigt sich froh über diese Zusammenarbeit.

Mehr als anderthalb Jahre sind seit der Aufführung mit vielen anderen Chören in New York vergangen. Mit Karl Jenkins war auch der Komponist selbst anwesend, erinnert sich der Vereinsvorsitzende. Diese Konzertreise war dank vieler Förderer möglich, heißt es heute noch demütig. „Wir möchten von dieser Unterstützung etwas zurückgeben“, sagt Michael Köllner über den Anlass des Konzertes. Die Freude an dem Werk möchte geteilt werden. Eigentlich sollte das auch schon letztes Jahr zum Tag des offenen Denkmals stattfinden. Je eine Probe im Mai, Juni und Juli sowie eine Generalprobe müssen nun reichen, um wieder auftrittsfähig zu sein. Es wird jedoch von einem guten Gefühl in der Vorbereitung gesprochen. Michael Köllner meint, das sei der intensiven Arbeit an dem Stück vor der USA-Reise zu verdanken.

Laut Michael Köllner erklingt auch sehr düstere Musik in der Friedensmesse, ebenso wird ein Ausweg mittels christlicher Liturgie aufgezeigt. Das Konzert wird bewusst mit dem „Better is Peace“ enden – wegen der positiven Stimmung. Eine Verbindung zur ständigen Ausstellung besteht auch – dort handelt ein Teil von „Krieg und Krise“ in der bergbaugeprägten Region.

Ab Oktober steht dann Musik der Gruppe Queen auf dem Programm. Dieses Projekt soll dann erstmalig im übernächsten Jahr in Auszügen präsentiert werden. Zu einer größeren Aufführung soll eine Band den Chor unterstützen. Das sei gar nicht so leicht, erklärt Michael Köllner, da die Musik als anspruchsvoll gelte. Gespräche dazu laufen aktuell mit der Musikschule Bischof. Neue Interessenten sind weiterhin gerne in den Reihen der Singenden gesehen. Dazu reicht eine kurze Kontaktaufnahme, damit genügend Noten zur Verfügung stehen. In diesem Jahr wird noch zweimal geprobt, was sich gut eignet, um die Arbeit und die Vorgehensweise kennenzulernen.

Weitere Informationen

The Armed Man – A Mass for Peace wird am Sonntag, dem 12. September, 19 Uhr, in der Energiefabrik Knappenrode aufgeführt. Karten (bis 8 Euro) gibt es an der dortigen Ticketkasse. Reservierungen sind telefonisch oder per Mail möglich. Es wird vorher eine Einführung in das Stück geben. Weitere Probentermine: 30.10. und 20.11., jeweils 9-13 Uhr, in der Aula des Léon-Foucault-Gymnasiums.

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