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PLUS Hoyerswerda

Neubau statt Abriss, Beratung und 50.000 Euro

Die LebensRäume e. G. Hoyerswerda blickt auf die Zeit nach Corona und geht mit neu gewählten Vertretern in die Zukunft.

Außenstelle der LebensRäume e. G.: die WohnLounge im Lausitz-Center Hoyerswerda: Büroleiterin Kati Scheuner (die hier die Lounge öffnet) und ihre Kolleginnen sind für Besucher da.
Außenstelle der LebensRäume e. G.: die WohnLounge im Lausitz-Center Hoyerswerda: Büroleiterin Kati Scheuner (die hier die Lounge öffnet) und ihre Kolleginnen sind für Besucher da. © Foto: Uwe Jordan

Hoyerswerda. Alle erforderlichen Vertreter und Ersatzvertreter der LebensRäume Hoyerswerda e. G. sind gewählt. Das ist das erfreuliche Ergebnis der am 19. April begonnenen und am 9. Mai beendeten turnusmäßigen Brief-Kür, bei der in 14 Wahlbezirken in summa 55 Vertreter und 24 Ersatzvertreter zu wählen waren: diejenigen, die das Interesse der Mieter wahrnehmen. Sie wählen nicht nur den Aufsichtsrat, der seinerseits den Vorstand bestimmt, sondern sie entscheiden bei ihren im Regelfall drei Mal jährlich stattfindenden Versammlungen die strategische und taktische Ausrichtung der Genossenschaft.

Am 20. Juni alles wasserdicht

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30 % habe die Wahlbeteiligung betragen, resümierte Vorstandsvorsitzender Axel Fietzek die öffentliche Stimmenauszählung am 10. Mai. 30 % seien ein guter Wert. Kein Vertreterplatz blieb unbesetzt. Jetzt müssen die Gewählten bis 28. Mai erklären, ob sie die Wahl annehmen. Dann wird die Liste der Vertreter öffentlich ausgelegt, unter anderem in der WohnLounge des Lausitz-Centers (siehe rechts). Nach Ablauf der Widerspruchsfrist und der Behebung eventueller Einsprüche soll am 20. Juni alles juristisch wasserdicht sein.

Was diese Vertreter dann als Ist und Soll (sprich: Vorhaben) der Genossenschaft für 2021 und die Folgejahre vorfinden, verdient das Resultat „solide“: 6.737 Wohnungen und Gewerbeeinheiten gehören zum Bestand, davon mit 6.176 Einheiten das Gros in der Stadt Hoyerswerda. Laut Axel Fietzek betrug der Leerstand zum Jahreswechsel 2020/2021 in Hoyerswerda 3,9 Prozent. Im Gesamtbestand der Genossenschaft, zu dem auch Wohnungen in Lauta, Laubusch, Lohsa, Knappenrode, Groß Särchen, Spreetal und Burgneudorf gehören, betrage er 4,5 %. Angesichts anfänglicher Nachwendewerte fast nichts.

Neubau statt Abriss

Demzufolge sei auch Abriss bestehenden Wohnraums laut Fietzek „auf absehbare Zeit kein Thema“. Im Gegenteil: In Hoyerswerdas Heinrich-Mann-Straße soll nahe des 2020er 4,5-Millionen-Euro-Projekts „Cocoon Living“ ein Neubau errichtet werden, der den Bestand der LebensRäume im Hoyerswerdaer WK III abrunden soll. Für 2,5 Millionen sollen zwölf Wohnungen entstehen, die wie beim technisch aufwendig ausgestatteten Cocoon-Living-Projekt etwas Besonderes werden sollen. Ein Baubeginn noch 2021 ist beabsichtigt – dann soll auch der Name bekannt gegeben werden.

Zwei weitere Pläne hegen die LebensRäume: Neue Wohnungszuschnitte, um die Räume den individuellen Anforderungen besser anpassen zu können. Dazu gebe es, zur Diskussion gestellt, auf Facebook Visualisierungen, was möglich sei bis hin zu Zusammenlegungen von Wohnungen. „Wir sind da sehr offen für Anregungen.“ Auch das Angebot „FlexiFlat“; circa 50 komplett möblierte Wohnungen etwa für Firmen, die für Mitarbeiter „Werkswohnungen“ suchen, oder für potenzielle Zuzügler und Auf-Zeit-Arbeiter, die auf die Schnelle zunächst einen Zweitwohnsitz suchen und sich betreffs eines endgültigen Entscheids für Hoyerswerda in Ruhe umtun möchten, soll fortgeführt werden.

Aber die LebensRäume verstehen sich nicht nur als Vermieter, sondern haben auch einen sozialen, gemeinschaftsbildenden Anspruch. Manches davon ist seit März 2020 durch Corona harsch ausgebremst worden; etwa die beliebten Ausfahrten oder auch das Sommerfest, von dem Axel Fietzek beteuert, man werde es in diesem Jahr 2021 stattfinden lassen, „sofern es uns der Gesetzgeber erlaubt“.

Noch Geld für gemeinsame Vorhaben

Nicht weniger Bedeutung hat der Nachbarschaftsfonds der Genossenschaft, in den jährlich 50.000 Euro eingestellt werden und aus dem Hausgemeinschaften Gelder beantragen können für Maßnahmen, die dem nachbarschaftlichen Zusammenhalt dienen. Über die Anträge und damit die Mittelzuwendung bestimmen nicht Angestellte der Genossenschaft, sondern ein bei Bedarf auch kurzfristig zusammenkommender Vergabeausschuss aus Genossenschaftern. „Für 2021 sind noch genügend Gelder in diesem «Topf»“, zieht Fietzek eine Zwischenbilanz. Gewiss sei auch hier Corona dafür verantwortlich, dass bislang nur wenige Mittel abgerufen worden seien: Wie und was könne man jetzt auch schon feiern oder gemeinsam unternehmen ... Aber es werde eine Zeit nach Corona geben; „und da sehe ich gute Chancen für Vorhaben von Genossenschaftsmitgliedern, aus diesem Fonds gefördert zu werden“. Falls die Mittel ausgeschöpft sein sollten, könne sogar darüber nachgedacht werden, die 50.000 Euro aufzustocken.

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