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PLUS Hoyerswerda

Neue Busse, neue Fahrgäste, mehr Erfolg?

Die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda will sich ein Stück weit neu erfinden.

Das Rendezvous-Prinzip der Stadtlinien am Lausitzer Platz hat sich bewährt. Die Haltestellen-Insel gilt mittlerweile als zu klein. Eine Änderung ist denkbar, aber kein Vorhaben für das kommende Jahr.
Das Rendezvous-Prinzip der Stadtlinien am Lausitzer Platz hat sich bewährt. Die Haltestellen-Insel gilt mittlerweile als zu klein. Eine Änderung ist denkbar, aber kein Vorhaben für das kommende Jahr. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Fünf Jahre lang fuhren ab 1989 in Hoyerswerda schon mal elektrisch angetriebene Busse – als Oberleitungsbusse. Die sind freilich nicht flexibel in der Streckenführung, und das Masten- und Leitungssystem geht gewiss nicht als stadtbildverschönernde Maßnahme durch. Doch die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH) möchte nun das erste Verkehrsunternehmen in Sachsen, vielleicht sogar in Ostdeutschland werden, das über eine 100-prozentig rein elektrisch angetriebene Fahrzeugflotte verfügt.

Über den Strukturwandel hofft man in den Genuss einer 90-Prozent-Förderung zur Neubeschaffung zu kommen. Immerhin handelt es sich um 23 Fahrzeuge zu je rund einer halben Million Euro Anschaffungskosten. Wie VGH-Geschäftsführer Stefan Löwe die Mitglieder des Technischen Ausschusses am Mittwoch im Neuen Rathaus informierte, sei der entsprechende Antrag gestellt. Befunden wird darüber wohl erst im kommenden Jahr. Darüber hinaus versuche man, in verschiedenen Forschungsprojekten berücksichtigt zu werden.

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Das sind Dinge, die der vor gut anderthalb Jahren angetretene Geschäftsführer eingeleitet hat, bei der Umsetzung nun aber von anderen abhängig ist. Das laufende Geschäft hat er dabei im Blick. Die Fahrgastzahlen liegen immer noch bei 10-15 Prozent unter der Vor-Corona-Zeit. Doch dank des Corona-Rettungsschirms für den ÖPNV komme das Unternehmen derzeit gut über die Runden. Bei der Finanzierung ist man überdies auf den Landkreis Bautzen angewiesen. Bislang gab es in der Berechnungsformel für die Gelder den Faktor der Einwohnerzahl. Da sich diese aber bis auf Weiteres stetig verringert, wird sie nun aus künftigen Berechnungen herausgenommen. Die VGH wird finanziell so gestellt, dass sie bis zu 550.000 Fahrplan-Kilometer im Jahr abdecken kann. Aktuell liegt das Unternehmen laut Löwe bei 470.000 Kilometern. Die neue Berechnungsvariante würde einen Zuschuss für die jeweilige Vertragslaufzeit in berechenbarer Größe mit sich bringen.

Ab dem kommenden Jahr wird der Regionalverkehr im Landkreis Bautzen verstärkt auf sogenannte PlusBus-Linien setzen, die ausgewählte Strecken wie Hoyerswerda-Bautzen stündlich als eine Art Express-Linie bedienen. In Hoyerswerda soll es dann die entsprechenden Anschlüsse an den Stadtverkehr geben. Auch will die VGH neue Zielgruppen erschließen. Dazu gehören die Mitarbeiter großer Märkte wie Kaufland und Globus, und das Personal des Lausitzer Seenland-Klinikums. Dafür wird man die Linie 4 einstellen und die regulären Linien zeitlich zumindest am Morgen nach vorn ausweiten, um den Fahrplan zu vereinfachen und eben möglichst neue Fahrgäste zu gewinnen. „Verkehrsbedürfnisse ändern sich kontinuierlich“, sagt Stefan Löwe. Und bislang sei man sehr schüler- und rentnerverkehrslastig. Für den kommenden Fahrplan ist man noch in intensiven Absprachen. Aber es ist absehbar, dass es am Bahnhof wie am Lausitzer Platz ein weiteres Rendezvousprinzip geben wird und aus dem jetzigen Wechsel der Linien 2 und 3 an der Globus-Haltestelle eine durchfahrende Linie wird. Perspektivisch müsse man sich in den kommenden Jahren auch die jetzigen Linien 5 und 3 anschauen. Der VGH-Chef regt hierbei an, über eine Linienführung durch den Neidaer Weg nachzudenken.

Schon weit vor der Inbetriebnahme der Zejler-Grundschule Am Stadtrand wird bereits der Stadtlinienverkehr ab Jahresbeginn dort entlang geführt. Eine entsprechende Haltestelle werde jetzt gebaut. Ebenfalls in diesem Jahr soll die durch Graffiti und die daraus resultierende Reinigung stark angegriffene Fassade der Mobilitätszentrale am Lausitzer Platz neu gestrichen werden. Über eine neue Verkleidung denkt man nach. Im kommenden Jahr werden zudem zwei weitere Haltestellen barrierefrei umgebaut. Sowohl in der Kolpingstraße als auch in der Fischerstraße ist damit eine leichte Verlegung der Haltestellen verbunden – in der Kolpingstraße in Richtung Alte Berliner Straße und von der Fischerstraße in die Straße am Lessinghaus. Hier soll es ja auch bald einen breiteren Gehweg geben.

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