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Neustart ohne Kinderkrankheiten

16 Tage lang war bisher die neue Sonderausstellung der Energiefabrik zu sehen. Ab Sonntag bittet sie wieder zur Schicht.

Die Energiefabrik Knappenrode öffnet ab Sonntag, dem 20. Juni, wieder für Besucher. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Es empfiehlt sich vorerst eine Terminbuchung in einem der vier täglich angebotenen Zeitfenster.
Die Energiefabrik Knappenrode öffnet ab Sonntag, dem 20. Juni, wieder für Besucher. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Es empfiehlt sich vorerst eine Terminbuchung in einem der vier täglich angebotenen Zeitfenster. © Foto: Uwe Schulz

Knappenrode. Jahrelang wurde in der Energiefabrik Knappenrode auf den großen Moment hingearbeitet: Nach Teilsanierung und Modernisierung sowie Flächenreduzierung öffnete die neue ständige Ausstellung im Oktober 2020. Und schloss nach 16 Tagen wieder – Corona-Lockdown. Nach über sieben Monaten geht es nun wieder los. Ohne Festakt. Aber der erste Besucher kann sich schon auf eine kleine Aufmerksamkeit freuen.

Und Museumsleiterin Kirstin Zinke ist durchaus dankbar, dass man aus den Erfahrungen der ersten zwei Wochen Dauerbetrieb bis zur zweiten Eröffnung die ersten Verbesserungen umsetzen bzw. die Ausstattung komplettieren konnte. Hier fehlte noch ein Sockel oder die Beleuchtung. Beim 15 Kilogramm schweren Brikettstapel, den man anheben kann, wurde nun ein Puffer zum Abfedern eingebaut. An einige Hörstationen wurden die Audioaufnahmen geteilt und sind nun über verschiedene Knöpfe anzusteuern. Am großen Knappenrode-Modell wurde die projizierte Schrift vergrößert. Und drei Modelle musste man sogar nachträglich mit Vitrinen versehen, weil schon in den ersten Tagen im Herbst der Spieltrieb oder die Neugierde einiger Erwachsener dazu geführt hatte, dass die Modelle beschädigt waren. Vier Tage vor dem Re-Start, der Wiederaufnahme des Schichtbetriebs, kontrolliert Kirstin Zinke einige Positionen der Ausstellung. Dort sind die Hintergrundgeräusche zu laut, hier muss noch eine Stationsnummer befestigt werden. Letztlich alles Kleinkram. Und für die Cafeteria wurde eine neue leistungsfähigere Kaffeemaschine gemietet. Da hatte man zunächst den Bedarf bei den Besuchern schlicht unterschätzt.

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Drei Monate lang waren die Museumsmitarbeiter in Kurzarbeit, seit März sind alle wieder an Bord. Seit rund zwei Wochen ist klar, dass der 20. Juni der Tag der Wiedereröffnung wird. Das MDR-Konzert am Abend zuvor ist nicht nur die erste große Show auf dem Festplatz, sondern für Kirstin Zinke auch willkommene Werbung für den Standort, das Museum. „Wir sind alle froh, dass es wieder losgeht. Der Betrieb, die Besucher, das hat uns gefehlt.“ Jetzt ist der Shop eingeräumt, wird der Cafeteria-Betrieb vorbereitet. In der großen Empfangshalle lief am Donnerstag die Reinigung. Und natürlich gibt es ein Hygienekonzept. Der Draisinenrundkurs kann vorerst nicht befahren werden. Und der nun auch schon wieder ein paar Jahre alte Fabrikerlebnisrundgang bleibt vorerst geschlossen, es sei denn, man bucht extra eine Führung. Alle anderen Ausstellungsbereiche kann man aber besichtigen. Mit Ausnahme des Freigeländes gilt im Museum Maskenpflicht. An der Kasse erhält man ein paar schwarze Latex-Handschuhe, so dass alle interaktiven Stationen und berührungsempfindlichen Bildschirme in der neuen Ausstellung von der sorbischen Besiedlung der Lausitz über die Industrialisierung bis hin zur DDR-Energiewirtschaft, dem Neubeginn nach der Wende und den Zeitzeugeninterviews auch bedient werden können. An der Kasse kann man sich für sein Smartphone eine App herunterladen (WLAN gibt es vor Ort) oder sich einen der kleinen handlichen Media-Guides ausleihen. Zwar lässt sich die neue Ausstellung auch so anschauen, doch nur mit Guide oder Smartphone-App sind auch wirklich alle Informationen abrufbar. Wer das eine oder andere Thema vertiefen möchte, findet in der Ausstellung bequeme Sitzmöglichkeiten. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass allein für die neue ständige Ausstellung zwei Stunden einzukalkulieren sind, um sich dann dem großen Rest der Anlage zu widmen. Ein Besuch der Energiefabrik ist mindestens ein Halbtagesausflug. Die Schaltzentrale zeigt aktuell übrigens Werke von 14 Künstlern des Kunstvereins ProArs Lausitz, welche 2020 in einem Pleinair in der Brikettfabrik während des Baus entstanden sind. Und nur noch bis Monatsende ist die Ausstellung „Steinschläger.Pechkocher.Herzensbrecher! des Landesamtes für Archäologie zu sehen.

Kontakt: Die Energiefabrik Knappenrode befindet sich in der Werminghoffstraße 20, etliche Navigationssysteme kennen die Adresse aber noch nicht, alternativ hilft „Ernst-Thälmann-Straße 8“.
Telefon: 03571 607030
Mail: [email protected]
www.energiefabrik-knappenrode.de
Terminbuchung: www.terminland.eu/energiefabrik oder per Telefon: 03571 6070340

Jeder Besucher erhält solche Latex-Handschuhe und kann so etliche Bildschirme ohne Hautkontakt bedienen.
Jeder Besucher erhält solche Latex-Handschuhe und kann so etliche Bildschirme ohne Hautkontakt bedienen. © Foto: Uwe Schulz
Die neue Dauerausstellung ist ein Fest für die Sinne. Neben Multimedia-Angeboten gibt es viele Exponate.
Die neue Dauerausstellung ist ein Fest für die Sinne. Neben Multimedia-Angeboten gibt es viele Exponate. © Foto: Uwe Schulz
Alles fein für die Besucher: Am Donnerstag wurde die Empfangshalle frisch gereinigt.
Alles fein für die Besucher: Am Donnerstag wurde die Empfangshalle frisch gereinigt. © Foto: Uwe Schulz

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