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„Niemals Stillstand“ – Junge Kunst

„Zwölfer“-Foucault-Gymnasiasten aus Hoyerswerdaer setzen sich künstlerisch mit dem Alltag und dem Besonderen auseinander.

Die jungen Künstler und ihre Gäste betrachten die Kunstwerke der Ausstellung
„Niemals Stillstand“ im Hoyerswerdaer Schloss.
Die jungen Künstler und ihre Gäste betrachten die Kunstwerke der Ausstellung „Niemals Stillstand“ im Hoyerswerdaer Schloss. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Endlich ist ins Schloss Hoyerswerda die Normalität zurückgekehrt, denn die Zwölftklässler aus dem Kunstleistungskurs des Foucault-Gymnasiums stellen dort ihre Werke unter dem Motto „Niemals Stillstand“ aus. Noch bis zum 23. Juli sind im Saal Collagen und Zeichnungen zu sehen, kündigte die Leiterin des Schloss- und Stadtmuseums Kerstin Noack auf der gut besuchten Vernissage an. Im zweiten Obergeschoss werden Plastiken, Objektkunst und großformatige Bilder gezeigt.

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Die zehn austellenden Schüler haben ihre Arbeiten in den vergangenen zwei Jahren geschaffen, informiert die Leiterin des Kunstleistungskurses, Kristin Partusch. Sie hat die Gymnasiasten verschiedene künstlerische Techniken sowie das Umgehen mit Themen und Motiven gelehrt. Die Aufgabe der Schüler war: Schauen, Üben, Experimentieren und An-Herausforderungen-Wachsen. Im Unterricht, auf der Schulfahrt an die Ostsee und bei der Malnacht im Gymnasium hatten sie dazu Gelegenheit. Das Suchen und Finden charakterisiert das Wesen der Kunst vielleicht am ehesten; vor allem, wenn Jugendliche gerade ihre eigene Handschrift ausbilden, sinniert Kristin Partusch. In der Abschluss-Ausstellung wird die persönliche Entwicklung jedes Schülers sichtbar, jener Schüler, die nun als Abiturienten ihren nächsten Lebensabschnitt beginnen, sich neuen Herausforderungen stellen, beim Studium oder auf anderen Lebenswegen.

Kunst soll Lebens-Teil bleiben

Über Phasen des Stillstandes, den Künstler im Schaffensprozess manchmal erleben und die Freude, die „Leerstelle“ zu überwinden und das gewünschte Detail oder die Stimmung doch darstellen zu können, hat Joel Radowski gesprochen. Die Kursteilnehmer haben in solchen Phasen von ihrer Lehrerin immer wichtige Tipps zum Weiterdenken bekommen, sagt der Schüler. Er stellt sich im Schlosssaal mit mehreren zarten Zeichnungen von Teilen des menschlichen Skeletts vor. Diese hat Joel Radowski geschaffen, weil ihn Bewegung und die ständige Veränderung faszinieren. Er will ab Herbst Jura studieren und das Malen als Hobby beibehalten.

Im Obergeschoss sind unter anderem zehn kleine Tonköpfe ausgestellt. Jeder Schüler hat nach dem Ende des ersten Lockdowns einen geschaffen, erzählt Lucie Raditzky von diesem eher kleinen Projekt des Kunstleistungskurses. Die Schüler seien froh gewesen, nach der Zeit des Homeschoolings endlich wieder in der Schule zusammen arbeiten zu können. Jeder junge Künstler hat eine andere Handschrift, sagt das Mädchen, und deshalb habe sie es immer spannend gefunden, von den Mitschülern Feedbacks zu ihren Arbeiten zu bekommen. Die Beschäftigung mit der Kunst sei für sie ein Entspannungsfaktor in der sonst eher stressigen Schulzeit gewesen.

Lucie Raditzky möchte entweder Grundschullehramt studieren und unbedingt auch das Fach Kunst unterrichten oder nach einem Kunstgeschichtsstudium alte Kunstwerke restaurieren. Jetzt will sie aber erst einmal, wenn es die Corona-Pandemie zulässt, sechs Monate durch Italien reisen und die dortige Architektur kennen lernen. Ihren Lebensunterhalt wird sich die Abiturientin verdienen, indem sie auf verschiedenen Bauernhöfen arbeitet. Ihr Konzept erinnert an „Work & Travel“, ist aber vollkommen eigenständig organisiert, sagt Lucie Raditzky.

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