merken
PLUS Hoyerswerda

Noch acht Monate bis zur Eröffnung

Richtfest auf der neuen Krabat-Kita Schwarzkollm. Der 1,9 Millionen-Euro-Bau wird im Januar eingeweiht.

Zum Richtfest an der neuen Krabat-Kita war auch Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh gekommen. Beim ersten Spatenstich war er auch dabei – allerdings noch in der Funktion als Geschäftsführer der Awo Lausitz, die die Kita betreiben wird.
Zum Richtfest an der neuen Krabat-Kita war auch Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh gekommen. Beim ersten Spatenstich war er auch dabei – allerdings noch in der Funktion als Geschäftsführer der Awo Lausitz, die die Kita betreiben wird. © Foto: Gernot Menzel

Schwarzkollm. Die Richtkrone für den Neubau der Awo-Kita „Krabat“ in Schwarzkollm wird von den Kindergartenkindern gebracht. Die sind stolz wie Bolle, tragen ihre Baustellenwarnwesten wie Mäntel und die kleine Birke wie einen großen Baum. Am Montagvormittag singen sie, begleitet von Kita-Leiterin Birgit Leonhardt los, unter anderem das Krabat-Lied auf Sorbisch und Deutsch und natürlich das Bauarbeiterlied, angepasst auf den Kita-Neubau „…schaut gut zu, der Kindergarten wächst im Nu“.

Die Bauleute schlagen die mit bunten Bändern geschmückte Birke an den Schäkeln des Baustellenkrans an, hieven sie schön langsam nach oben und befestigen sie am Gerüst. Die neue Kindertagesstätte von Schwarzkollm bekommt ein Flachdach, begrünt. Gebälk für einen letzten Nagel gibt es also nicht, einen Richtspruch auch nicht. Coronabedingt ist sowieso kein echtes Richtfest möglich.

Zoo Dresden
Tierisch was erleben
Tierisch was erleben

Welche spannenden Neuigkeiten gibt es bei Pinguin, Elefant und Co.? Wer wird Tier des Monats? Hier können Sie abstimmen und erfahren mehr über die tierischen Bewohner des Zoo Dresden.

Keine Kompromisse

Und dennoch markiert die Zusammenkunft ein Etappenziel. Denn der erste nennenswerte Winter seit Jahren hat für eine Bauunterbrechung gesorgt. Auch Baufirmen sind nicht davor gefeit, dass Mitarbeiter wegen Covid oder Quarantäne ausfallen. Und nicht zuletzt registriert die Stadt als Auftraggeber, dass es hier und da echte Lieferschwierigkeiten bei Materialien gibt. Also verschiebt sich die Eröffnung der Kita in den Januar 2022, wie Kulturbürgermeister Mirko Pink erklärt. Auf jeden Fall sollen dann die Außenanlagen fertig und nutzbar sein. Die Asphaltierung der Zufahrtsstraße auf 65 Meter Länge, der Bau von fünf Kurzzeitparkplätzen inklusive Behindertenstellplatz für das Bringen und Abholen der Kinder ist vom technischen Ausschuss schon beschlossen. Jedenfalls soll das Objekt bei Inbetriebnahme vollumfänglich nutzbar sein, ohne Kompromisse.

Man muss die Bedingungen in der jetzigen Kita im 150 Meter entfernten Traugott-Kopf-Haus kennen, um zu ahnen, welchen Quantensprung der 1,9 Millionen Euro teure Neubau bedeutet. Im jetzigen Domizil verteilen sich die Gruppenräume über zwei Etagen. Der Schlafraum ist gar im Keller. Dort müssen die Erzieherinnen auch hin, wenn sie Bastelmaterialien benötigen, weil in den Gruppenzimmern schlicht weg kein Platz ist. Das Treppenhaus teilt man sich mit den Besuchern einer Zahnarztpraxis und Wohnungsmietern in diesem Haus. Die Kinder können nicht einfach mal so rausgehen, das darf aufgrund der Bedingungen nur in Begleitung sein.

Der Neubau wird zumindest all diese Unzulänglichkeiten des Altbaus ausmerzen. Alle Kita-Räume sind barrierefrei auf einer Ebene angeordnet. Birgit Leonhardt sagt, dass die Kita zwar keine Integrationskita ist, dann aber auch Kinder mit körperlichen Handicaps aufgenommen werden könnten. Es gibt multifunktionale Räume wie das durch Oberlichter beleuchtete Kinder-Restaurant, das auch für kleinere Sportaktivitäten genutzt werden kann. Erprobungsbereiche und Werkstätten, alles, was es jetzt schon gibt, wird dann einfach viel praktischer genutzt werden können. Die Kinder werden künftig selbst Zugriff auf die Materialien haben. Und jede Gruppe hat eine eigene Terrasse. Der Außenbereich, auf den viele der bereits jetzt vorhandenen Spielgeräte umgesetzt werden, nutzt die Hangneigung aus und wird also verschiedene Ebenen haben.

Um die Kita wird seit Langem gerungen. Vor fast 15 Jahren wurden die Ideen und Forderungen in Schwarzkollm lauter, da die Kinderzahlen stiegen und auf dem Niveau auch blieben. 46 Kinder, davon 20 in der Krippe, können hier betreut werden. Die Stadt Hoyerswerda schloss für den Bau einen Erbbaupachtvertrag ab, erhielt Fördermittel für das Projekt und mit der Arbeiterwohlfahrt ist der neue Betreiber auch der alte. Nur werden nicht alle Kinder, die am Montag beim Richtfest dabei waren, die neue Kita besuchen – für einige beginnt in diesem Jahr die Schule.

Einige der Kita-Kinder waren zum Richtfest gekommen und hatten eine kleine Birke als Richtkrone mitgebracht. Das Bauwerk bekommt ein begrüntes Flachdach.
Einige der Kita-Kinder waren zum Richtfest gekommen und hatten eine kleine Birke als Richtkrone mitgebracht. Das Bauwerk bekommt ein begrüntes Flachdach. © Foto: Gernot Menzel

Mehr zum Thema Hoyerswerda