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Note „1+“ für die gelungene Entwicklung

Seit einem Jahr gibt es den Spreetaler Gesundheits- und Pflegedienst. Eine positive Bilanz – und ein Schockmoment.

Das ist das Team des Gesundheits- und Pflegedienstes um Anne Katrin Brockhusen (3. v. l.). Wäre das Foto heute entstanden, hätten natürlich alle Masken getragen.
Das ist das Team des Gesundheits- und Pflegedienstes um Anne Katrin Brockhusen (3. v. l.). Wäre das Foto heute entstanden, hätten natürlich alle Masken getragen. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Spreewitz-Siedlung. Am 30. November 2019 war es soweit: Aus der Gaststätte „Spreetreff“ am Sportplatz in Spreewitz-Siedlung wurde der „Spreetaler Gesundheits- und Pflegedienst“. Inhaber ist das Ehepaar Anne Katrin und Meik Brockhusen. Beide wohnen in Spreewitz-Siedlung. Während sich der Ehemann im Nebenberuf um die technischen und baulichen Angelegenheiten kümmert, ist Anne Katrin die Ansprechperson rund um Gesundheit und Pflege.

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Das vor einem Jahr dreiköpfige Team hat inzwischen Zuwachs bekommen: Jetzt sind es sechs Mitarbeiterinnen, die bei Anne Katrin Brockhusen eine feste Anstellung gefunden haben. Alle kommen aus den Dörfern der Gemeinde Spreetal oder der näheren Umgebung. Und sie werden auch dringend gebraucht: Waren es vor einem Jahr neun Pflegepatienten, die betreut wurden, sind es heute 54, alle aus den Ortsteilen der Gemeinde Spreetal.

Investiert wurde auch in einen eigenen Fuhrpark. Mussten anfangs erst einmal die Privat-Pkw genutzt werden, stehen jetzt drei Geschäftsfahrzeuge zur Verfügung. Entsteht ein neuer Betrieb, profitieren davon auch andere in der Region. Die drei Geschäftswagen lieferte wunschgemäß ein Spremberger Gebrauchtwagenhändler, das Werbedesign gestaltete ein Werbetechniker in Halbendorf. Vom Leistungsspektrum des Gesundheits- und Pflegedienstes profitieren zuallererst natürlich die Patienten.

Die Angebote sind vielfältig: Sie beinhalten die häusliche Körperpflege, Hilfe bei der Ernährung, die Portversorgung, Betreuung im Haushalt, Kompressions- und Verbandstherapien sowie die Medikamentenaufstellung laut ärztlicher Verordnungen und seit April auch die Fußpflege. Alle Mitarbeiterinnen des Gesundheits- und Pflegedienstes sind ausgebildete Fachkräfte, teils langjährig im Beruf tätig. Sie arbeiten im Zweischichtdienst grundsätzlich an allen Tagen zwischen 6 und 20 Uhr. Des Weiteren gibt es einen Kooperationsvertrag mit dem Johanniter-Hausnotrufdienst in Görlitz rund um die Uhr. Bei solchen Notrufen kann der Gesundheits- und Pflegedienst sofort reagieren, zu jeder Tag- und Nachtzeit.

In der Nacht vom 7. zum 8. Oktober wurde das neue Unternehmen Opfer eines schweren Einbruchs in die Geschäftsräume. Der Schock war groß. Verwüstet und beschädigt wurden die Büroräume, schwere Schäden entstanden an den Wänden, an den Türrahmen und Fenstern. Die Täter stahlen die Autopapiere und die Autoschlüssel. Der entwendete Bargeldbetrag lag bei 200 Euro. Mehr war nicht da. Die Höhe der materiellen Schäden ist immens und bislang noch nicht endgültig ermittelt. Noch immer wird an der Schadensbeseitigung der drei Autos gearbeitet: Der Schlösser- und Schlüsseltausch ist aufwendig, das damit beauftragte Kfz-Unternehmen hat ein Ersatzfahrzeug bereitgestellt, damit die Betreuung der Patienten nicht gefährdet wird. Anne Katrin Brockhusen ist heute noch blass, wenn sie an den Einbruch denkt: „Die Dreistheit der Täter beschäftigt mich bis heute. Wir betreuen alte und kranke Menschen, die Hilfe brauchen. Tag und Nacht. Und dann kommen solche Verbrecher daher.“ Die Chefin ist vor allem ihren Mitarbeiterinnen dankbar, die unter den erschwerten Bedingungen die Abläufe so gemeistert haben, dass die Versorgung der Patienten durchweg gesichert war. „Wieder mussten die Privat-Pkw genutzt werden.“ Doch das hoch motivierte Team des Gesundheits- und Pflegedienstes hat das hinten angestellt. Und hoch motiviert wird das Team auch bleiben.

Beim Blick in die Zukunft ist Anne Katrin und Meik Brockhusen nicht bange. Freilich müssen erst einmal die Einbruchsschäden beseitigt werden. Doch es gibt auch schon Planungen für eine Erweiterung der Geschäftstätigkeit. Sicherlich wird darüber zuallererst die ältere Generation in den Spreetaler Dörfern erfreut sein.

„Ist sie auch“, bestätigt Bauamtsleiter Frank Fichtner namens der Gemeindeverwaltung. „Wir sind dankbar, dass sich junge Leute so für ihre Heimatgemeinde engagieren und das genau an der Stelle, an der unsere älteren Bürger in Sachen Pflege und Gesundheitsfürsorge Hilfe benötigen. Vielen bleibt so der Weg ins Seniorenheim erspart, trotzdem können die jungen Leute arbeiten gehen und sich um die Kinder kümmern, während sie ihre Angehörigen in guten Händen wissen. In der gegenwärtigen Zeit ist das besonders von Bedeutung.“

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