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Orgelrestaurierung beendet die Innensanierung der Katholischen Kirche

Die Lausitzer Seenland Stiftung unterstützt das Vorhaben finanziell.

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Thomas Delling (Mitte) hält den Scheck. Vorn neben ihm stehen Pfarrer Gregor und (leicht verdeckt) Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh.
Thomas Delling (Mitte) hält den Scheck. Vorn neben ihm stehen Pfarrer Gregor und (leicht verdeckt) Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Schick sieht sie nach ihrer Innensanierung im vergangenen Jahr aus, die Katholische Kirche „Heilige Familie“ Hoyerswerda. Verschiedene sanfte Grüntöne verbinden das Kirchenschiff mit dem Altarraum und der Apsis. Die Apsis, was den halbrunden Altarraum meint, wurde unter Einbeziehung vieler Fachleute nach theologisch begründbaren Gesichtspunkten umgestaltet, erklärt Pfarrer Peter Paul Gregor.

Eine moderne Mikrophon- sowie Lautsprecheranlage steht jetzt zur Verfügung und seit vergangener Woche gibt es eine neue computergesteuerte Beleuchtungsanlage. Nun fehlt nur noch die Restaurierung der pneumatischen Jehmlich-Orgel aus dem Jahr 1953, um das seltene Großprojekt der Kircheninnenraumsanierung komplett abzuschließen. Schlussendlich wird es insgesamt ca. 500.000 Euro kosten, sagt Pfarrer Gregor.

Das Problem der Orgel beschreibt er folgendermaßen: „Ihr geht es wie so manchem Menschen, sie ist ein Asthmatiker.“ Dieser Zustand ist in den Hitzesommern von 2018 bis 2020 durch die damit verbundene niedrige Luftfeuchtigkeit entstanden, erklärt der ehrenamtliche Organist der Gemeinde und Fachbereichsleiter Bau der Stadt Hoyerswerda, Dietmar Wolf. Die Holzkanäle, in denen sich die Luft zu den metallenen Orgelpfeifen bewegt, sind ausgetrocknet und gerissen. Wenn zu wenig Luft in die Pfeifen gelangt, ist die Orgel nicht spielbar. Bei höherer Luftfeuchte im Winter ziehen sich die Risse zusammen und das Instrument wird demnach wieder nutzbar. Weil diese Situation aber nicht zufriedenstellend ist, und eine Orgel sowieso alle 20 Jahre gereinigt, überholt und neu intoniert werden sollte, übernimmt diese Arbeiten vom 2. November bis zum 17. Dezember die Dresdener Orgelbaufirma Jehmlich, so Pfarrer Gregor. Danach kann die Königin der Instrumente wieder strahlend schön erklingen. Der sechs Sekunden lange Nachhall in der Katholischen Kirche, der durch den sehr guten Resonanzboden und den Klinkerbau entsteht, ist jedenfalls optimal für eine Orgel.

Künftig bei Stadtführungen präsent

Die vorab veranschlagten Restaurierungskosten belaufen sich auf 50.000 Euro und 45.000 Euro übernimmt die Lausitzer Seenland Stiftung. Dem Projektantrag der Kolpingfamilie Hoyerswerda ist sogar mit dem möglichen Höchstfördersatz von 90% entsprochen worden, erklärt Stiftungsvorstand Thomas Delling bei der Scheckübergabe. Die sanierte Kirche soll stärker in das Leben der Stadt eingebunden werden, wünscht sich Pfarrer Gregor und der Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh informiert hierzu: Das Schloss- und Stadtmuseum erarbeitet einen speziellen Rundgang durch das Gotteshaus und die Kirche wird auch in andere Stadtführungen eingebaut.