merken
PLUS Hoyerswerda

„Oschmi“ zeigt Verbundenheit mit Bernsdorf

Der Familienbetrieb in vierter Generation öffnet nach fünfjähriger Pause einen Getränkemarkt – ein mutiger Schritt.

Nach knapp fünfjähriger Unterbrechung eröffnet Sebastian Schmidt am Montag an der Feldstraße in Bernsdorf wieder einen Getränkemarkt mit zahlreichen „Oschmi“-Kreationen.
Nach knapp fünfjähriger Unterbrechung eröffnet Sebastian Schmidt am Montag an der Feldstraße in Bernsdorf wieder einen Getränkemarkt mit zahlreichen „Oschmi“-Kreationen. © Foto: Ralf Grunert

Bernsdorf. Während viele Geschäfte im Corona-Lockdown geschlossen bleiben und um ihre Existenz bangen müssen, gibt es am Montag in Bernsdorf eine Neueröffnung, die auch als Wiedereröffnung bezeichnet werden kann. Im Jahr 2016 hat Sebastian Schmidt seinen Getränkemarkt „Oschmi 2000“ an der Feldstraße geschlossen, um sich auf den Getränke-Großhandel zu konzentrieren. Nun also, fünf Jahre später, geht es unter der Firmen-Bezeichnung „Oschmi – Schnaps-Ideen aus der Lausitz“ am Stammsitz des 1919 von Otto Schmidt, daher auch der Name Oschmi, gegründeten Familienunternehmens weiter.

Handel in vierter Generation

Anzeige
Kontaktlose Bezahllösung für Händler
Kontaktlose Bezahllösung für Händler

Der QR-Code von PayPal bietet Ladenbesitzern eine neue Möglichkeit Zahlungen vor Ort kontaktlos, schnell und sicher zu empfangen.

Ein zuletzt im Gebäude ansässiger Getränkegroßhändler hatte sich frühzeitig entschieden, seinen bis Ende 2020 geltenden Mietvertrag auslaufen lassen. „Das hat uns Zeit gelassen, zu überlegen, in welche Richtung es weitergehen soll“, erzählt Sebastian Schmidt, der das Unternehmen Oschmi in vierter Generation führt. Die Verbundenheit mit Bernsdorf gab schnell den Ausschlag, neben dem inzwischen erfolgreich ausgebauten Großhandel auch den Getränkemarkt weiterzuführen. „Es wäre schade gewesen, wenn unsere Eigenmarken ausgerechnet aus Bernsdorf verschwunden wären“, findet der 45-Jährige, dessen Liköre in den wichtigsten Einkaufsmärkten in der Region zu haben sind.

Emotionen und Geschmack

Der nach einem Geheimrezept des Firmengründers hergestellte „Echte Bernsdorfer Kräuterlikör“, der „Echte Bernsdorfer Matetropfen“, der am früheren Deputat-Schnaps der Bergleute angelehnte „Kumpeltod“ und der „Schwarze Müller“ sind solche Eigenkreationen. Hinzu kommt aktuell der „Sechs Städte Trunk“, der neu ins Sortiment aufgenommen wurde. Pate hierfür stand der von Görlitz, Löbau, Bautzen, Kamenz, Zittau und Lauban in Polen gebildete 6-Städte-Bund. Sebastian Schmidt hofft, dass dieser Kräuterlikör insbesondere in der Oberlausitz nicht nur Emotionen wecken, sondern auch den Geschmack der Menschen treffen wird.

Seit November laufen die Vorbereitungen auf die Wiedereröffnung des Getränkemarktes. Mit einem neuen Anstrich kommt dieser nun viel heller und freundlicher daher. Wandhohe Spiegel verbessern den Raumeindruck. Die Kunden haben deutlich mehr Bewegungsfreiheit, da das Sortiment gestrafft wurde. „Wir werden nicht mehr alle Fernsehbiere anbieten“, hat Sebastian Schmidt entschieden. Er weiß, dass er im Preiskampf mit den großen Märkten keine Chance hat. Daher setzt er vor allem auf die gängigen einheimischen Hersteller von Bieren, Brausen und Säften sowie auf Nischen-Angebote. „Zum Beispiel ausgewählte Weine, die es nicht überall gibt.“ Eine Besonderheit sind auch die Präsentkörbe. Jeder davon ist ein Unikat, betont der Unternehmer, da jeder Korb auf Kunden-Wunsch bestückt wird. Zwar gab es dieses Angebot früher schon mal, es soll nun aber ausgebaut werden. Neu hinzugekommen ist eine Confiserie-Strecke.

Kunden bestimmen Programm

Sebastian Schmidt denkt auch darüber nach, die zu „Oschmi 2000“-Zeiten beliebten Wein- und Whiskey-Verkostungen wieder aufleben zu lassen. „Wir werden aber erst mal horchen, was unsere Kunden wünschen“, ist er sich mit seiner Mutter, die ihm im Tagesgeschäft hilft, einig.

Gern wird Sebastian Schmidt auch denjenigen behilflich sein, die eine eigene Spirituosen-Idee verwirklichen wollen, angefangen beim Inhalt über die Flaschenform bis hin zur Gestaltung des Etiketts. In diesem Bereich hat er langjährige Erfahrung. Und es gab schon die unterschiedlichsten Kreationen. Erinnert sei nur an den Bernsdorfer Rathaussekt, der sich als Geschenk für offizielle Anlässe angeboten hat, oder auch an den in einer limitierten Stückzahl produzierten Likör zum 100-jährigen Bestehen der Bernsdorfer Oberschule.

Ein zweigeteilter Arbeitstag

Zum Neubeginn am 1. Februar wird der Getränkemarkt ausnahmsweise an einem Montag öffnen – und zwar von 9 bis 18 Uhr. Am Montag ist sonst Ruhetag. Von Dienstag bis Freitag wird erst nachmittags geöffnet, da der Arbeitstag von Sebastian Schmidt in Zukunft zweigeteilt sein wird. Der Vormittag gehört dem Großhandel, am Nachmittag öffnet er den Getränkemarkt.Der 45-Jährige ist gespannt, wie der Getränkemarkt von den Kunden angenommen wird. „Es ist sicherlich ein Vorteil, dass wir überhaupt öffnen dürfen, während andere Geschäfte geschlossen bleiben müssen.“ Gleichzeitig ist es aber auch ein Wagnis, weiß er, zumal die Eröffnung gerade in die eher umsatzschwächere Zeit des Jahres von Januar bis März fällt.

„Wir wollen aber zeigen, dass wir den Mut dazu haben.“„Oschmi – Schnaps-Ideen aus der Lausitz“: Die regulären Öffnungszeiten nach dem Eröffnungstag sind Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und Samstag von 9 bis 12 Uhr.

Mehr zum Thema Hoyerswerda