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Pädagogische Fachkräfte verdienen Wertschätzung

Das findet Jana Welsch, die neue Fachbereichsleiterin Kindergärten/Förderung bei der Awo Lausitz.

Jana Welsch (links) leitete sehr engagiert die Awo-Kita „Pfiffikus“ in Bernsdorf. Jetzt freut sie sich aber auch auf ihr neues Aufgabenfeld.
Jana Welsch (links) leitete sehr engagiert die Awo-Kita „Pfiffikus“ in Bernsdorf. Jetzt freut sie sich aber auch auf ihr neues Aufgabenfeld. © Archivfoto: Silke Richter

Von Silke Richter

Jana Welsch ist seit Jahresbeginn die neue Fachbereichsleiterin Kindergärten/Förderung bei der Awo Lausitz Pflege- und Betreuungs gGmbH. TAGEBLATT nahm das zum Anlass für das folgende Gespräch mit der 46-jährigen Hoyerswerdaerin.

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Wie kam es dazu, dass Sie dieses Amt von Carina Israel übernommen haben?

Frau Israel bekleidete dieses Amt 15 Jahre lang und wollte sich gern einer neuen beruflichen Herausforderung stellen. Diese ergab sich mit der Verlängerung des Bundesprojektes „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Hier übernahm sie die Fachberatung für die kommenden zwei Jahre und freut sich über den neuen Input und die Praxisnähe. Parallel dazu fand durch die Geschäftsleitung eine Ausschreibung der Stelle statt. Auf diese habe ich mich beworben und gemeinsam mit anderen Bewerbern verschiedene Stationen im Assessment Center durchlaufen. Letztendlich bekam ich den Zuschlag.

Welche Aufgaben erwarten Sie und wo werden Sie konkret tätig sein?

Ich bin nun zuständig für 17 Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und einer Einrichtung in der Behindertenhilfe. Gemeinsam mit den Leiterinnen und dem Leiter der Einrichtungen bin ich für alle Belange zuständig. Ich bin für Mitarbeiter da, aber auch für die Familien, deren Kinder wir betreuen. Die Zusammenarbeit mit den Kommunen und verschiedenen Ämtern und Behörden gehört genauso dazu wie die Ressourcenerkennung und -gewinnung, die Optimierung von Betriebsabläufen sowie insgesamt den Überblick zu behalten. Mein Arbeitsplatz befindet sich nun im Verwaltungsbereich des Altenzentrums der Awo in der Thomas Müntzerstraße.

Was reizt Sie an der neuen Tätigkeit ganz besonders?

In vielen Jahren in der Kita-Leitung konnte ich zahlreiche Erfahrungen sammeln und Wissen erwerben. Jetzt den Bogen schlagen, diese Erfahrungen in einem größeren Kontext einsetzen und unsere Gegend, welche sich gerade im Aufbruch befindet, in der Kita-Landschaft mitgestalten zu können, ist für mich Ehre und Herausforderung gleichzeitig. Viele Neuerungen wird es geben, angefangen bei Kita-Neubau über die digitale Vernetzung bis hin zu neuen Inhalten in den Kitas vor Ort. Gemeinsam mit den Fachkräften zu wirken und für die Kinder und Familien in der Region ein zeitgemäßer und verlässlicher Partner zu sein, ist wichtig und unser Auftrag. Eltern geben ihr Liebstes in unsere Hände – dieses Vertrauen gilt es zu schätzen.

Gibt es etwas, was Sie verändern bzw. erneuern möchten?

Mich ärgert das gesamtgesellschaftlich geringe Ansehen der pädagogischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen. Diese wertvolle Arbeit mit Menschen zum Beginn des Lebens, die Grundsteinlegung für das Vertrauen in das Leben, dass sich alles fügen und gut wird, dass es sich lohnt, zu lernen und dass dies sogar Spaß machen kann, wird oftmals mit einem «Die spielen ja nur» abgetan. Das gemeinsame Spielen ist wichtig und bedarf eines fundierten Fachwissens und einer langfristigen Planung, was man mit dem einzelnen Kind erreichen möchte. Wenn wir es in den nächsten Jahren schaffen könnten, mit exzellenter Arbeit in den Kitas, die geleistet wird, aber an manchen Stellen noch sichtbarer gemacht werden muss, das Ansehen und die gesellschaftliche Wahrnehmung unserer Fachkräfte zu verbessern sowie die Leistungen dieser höher zu schätzen, wäre dies ein großer Gewinn für den Erhalt der Qualität in den Einrichtungen. Es könnte perspektivisch mehr Personal generiert werden, und für junge, intelligente Menschen würde die Attraktivität eines Berufes in der Pädagogik steigen. Einen Synergieeffekt für Lehrer schließe ich dabei nicht aus.

Sie waren bislang Leiterin der Kita „Pfiffikus“ in Bernsdorf. Wer hat dort die Leitung übernommen?

Nora Zschech ist die neue Einrichtungsleiterin. Sie ist seit 2012 in der Kita und war seit 2016 auch meine Stellvertreterin. Vielleicht ist es an dieser Stelle Zeit, danke zu sagen. Zum einem den Entscheidungsträger der Awo für das in mich gesetzte Vertrauen, aber auch meiner Familie, meine Eltern sowie den Freunden und Bekannten, die mich auf dem Weg unterstützen mit Zeit, Rat, ihrer Expertise und viel ermutigendem Zuspruch. Zum anderem möchte ich mich bei den Familien bedanken, welche gerade ihr Bestes geben, um ihre Kinder zu Hause zu betreuen und Familie und Beruf irgendwie unter einen Hut bekommen. Das ist eine starke Leistung und ihr gebührt unsere Hochachtung!

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