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Pandemie verdirbt die Kassen-Lage

Im Hoyerswerdaer Rathaus rechnet man über Jahre mit ernstlichen Konsequenzen.

© Symbolfoto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. In den Kommunal-Dispo gerutscht ist die Stadt noch nicht. „Kassenkredite wurden im Jahr 2020 bisher nicht in Anspruch genommen“, heißt es in einer Information des Rathauses für die Stadträte. Allerdings taugt die Finanzlage durchaus nicht für Euphorie. Das tat sie zum Jahresbeginn nicht; und die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie beziehungsweise der Maßnahmen zu deren Eindämmung tun nun mit zusätzlichen Ausgaben und geringeren Einnahmen ihr Übriges.

Die bisherigen Mehrkosten werden inclusive Rettungsleitstelle und Schulen von der Verwaltung auf rund 200.000 Euro beziffert. Angeschafft wurden Schutzmasken, Desinfektions- und Reinigungsmittel, Trennwände und für die Schulen auch Fieberthermometer. Da die Sitzungen des Stadtrates und seiner Ausschüsse zwecks Gewährleistung des Mindestabstandes in den Sparkassensaal verlegt worden sind, wird dort eine Miete fällig. Allein fast 20.000 Euro Mehrausgaben machen Stornogebühren für ausgefallene Schul-Fahrten aus. Die Einnahmeausfälle durch den Eltern erlassene Kita-Gebühren summieren sich sogar auf 140.000 Euro.

Familien aufgepasst
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Bei der Gewerbesteuer werden einer Schätzung zufolge von geplanten 6,6 Millionen Euro am Jahresende wohl 1,3 Millionen Euro fehlen. Bei der Einkommenssteuer sind von den geplanten 9,3 Millionen Euro bis Ende August nur 2,8 Millionen Euro eingegangen. Das Land Sachsen hat hier und da zwar Hilfe versprochen, etwa zum Verkleinern des Steuer-Minus 980.000 Euro überwiesen. Und auch die Elternbeiträge für die Kitas wird der Freistaat wohl ausgleichen. Alles ersetzen kann er den Gemeinden jedoch sicherlich kaum. Und so rechnet das Rathaus nicht nur kurzfristig mit Problemen: „Es ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen die Ertragslage der Stadt noch in den kommenden Jahren erheblich beeinflussen werden.“ 

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