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Profitieren Städte und Gemeinden von Holzpreisen?

Die Verteuerung betrifft nicht das Rohholz aus den Wäldern der Kommunen. Auf lange Sicht wird sich das ändern, glaubt man beim Staatsbetrieb Sachsenforst.

Mit Holzeinschlag halten sich die Kommunen im Raum Hoyerswerda seit einiger Zeit zurück, da der Rohholzpreis im Keller ist. Anders sieht es allerdings in Waldgebieten aus, in denen der Borkenkäfer zum Handeln zwingt.
Mit Holzeinschlag halten sich die Kommunen im Raum Hoyerswerda seit einiger Zeit zurück, da der Rohholzpreis im Keller ist. Anders sieht es allerdings in Waldgebieten aus, in denen der Borkenkäfer zum Handeln zwingt. © Foto: Ralf Grunert

Hoyerswerda. Deutschland ächzt unter Bauholz-Knappheit und gestiegenen Preisen. Die großen holzverarbeitenden Betriebe exportieren riesige Mengen Holz vornehmlich nach Übersee, weiß Frank Dietrich vom Forstbezirk Oberlausitz im Staatsbetrieb Sachsenforst. Hauptabnehmer sind die USA und China. Können die hiesigen Kommunen mit Waldbesitz und die Waldeigentümer von diesem Boom profitieren? „Kurzfristig nicht“, sagt Frank Dietrich.

Wie der Sachsenforst-Mitarbeiter erklärt, müsse zwischen dem Bauholzpreis (Schnittholzpreis) und dem Rohholzpreis unterschieden werden. In den von Sachsenforst bewirtschafteten kommunalen aber auch eigenen Wäldern fällt Rohholz an, das an die Sägewerke verkauft wird. „Der Rohholzpreis ist durch längerfristige Lieferverträge gebunden und wird – im Gegensatz zum Bauholzpreis – nicht tagesaktuell verhandelt“, erklärt Frank Dietrich. Die Sägewerke trocknen und sägen das Holz und verkaufen es als Schnittholz weiter, erläutert er die „Veredlungs-Phase“.

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Zwar sei der Rohholzpreis im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen, sodass die jeweiligen Waldbesitzer kostendeckend arbeiten können. Ob es reicht, um Gewinn zu erwirtschaften, kann der Sachsenforst-Mitarbeiter allerdings nicht sagen. Speziell bei Kiefer und Fichte sind die Preise für Rohholz weit entfernt vom Vor-Krisen-Niveau.

Problematisch bleibt der Schädlingsbefall der Wälder. „Durch den kältesten April seit 40 Jahren ist der Borkenkäfer zwar noch nicht aktiv.“ Frank Dietrich geht aber davon aus, dass die Schadholzbeseitigung auch weiterhin Kapazitäten binden wird. „Und mehr Schadholz auf dem Markt bedeutet einen geringeren Holzpreis, da die Verwendung des Rohholzes dadurch eingeschränkt ist und es meist nur mit Preisabschlägen entgegengenommen wird.“

So manche Kommune im Raum Hoyerswerda verzichtet auf Anraten der Experten seit einiger Zeit auf die Holzernte. Nicht nur wegen der niedrigen Preise, betont Frank Dietrich. „Berechtigterweise wurde der Grünholzeinschlag, der in den Wirtschaftsplänen der Kommunen stand, zurückgefahren, um das große Schadholzaufkommen bewältigen zu können und damit die Waldbesitzer vor einem Komplettverlust der Bestände zu schützen.“

Langfristig, davon ist Frank Dietrich überzeugt, wird der Rohholzpreis wieder steigen, wenn auch nur enorm langsam gegenüber dem Preis des Bauholzes. „Falls sich die Schadholz-Situation entspannt, und der reguläre Grünholzeinschlag wieder hochgefahren wird, sitzen die Waldbesitzer wieder am längeren Hebel.“ Wichtig sei zukünftig eine faire Bepreisung der Rohholzprodukte, da dies für Waldbesitzer oftmals die einzige Möglichkeit der Kompensation für hohe Folgeinvestitionen zum Beispiel in die Wiederaufforstung ist.

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