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Radeln im Lausitzer Seenland zeigt die Vielfalt der Region

Nicht nur Urlauber genießen die Landschaft rund um die Seen, sondern auch die Einheimischen.

Der Hoyerswerdaer Holger Neumann ist mit seinem Liegerad schon seit Jahren gern im Lausitzer Seenland unterwegs.
Der Hoyerswerdaer Holger Neumann ist mit seinem Liegerad schon seit Jahren gern im Lausitzer Seenland unterwegs. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Die Sommerferien locken Urlauber aus ganz Deutschland sowie Europa ins Lausitzer Seenland. Aber auch Einheimische genießen die Landschaft rund um die 23 Bergbaufolgeseen bei Fahrradausflügen. Zu ihnen gehört zum Beispiel Holger Neumann aus Hoyerswerda. Er sucht in der Natur den Ausgleich zu seinem stressigen Job in einer lauten Werkhalle.

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Weil er täglich mit dem Auto zur Arbeit fahren muss, steigt er in der Freizeit, so oft es geht, aufs Fahrrad um, egal ob er damit ins Seenland radelt oder manchmal zu Freiluftveranstaltungen der KulturFabrik. „Mit meinem Liegerad habe ich einen Sitzplatz gleich dabei“, sagt der junge Mann. Angelehnt sitzen, nach vorn in die Pedale treten und mit den Händen die Fahrtrichtung vorgeben, so fühlt sich Holger Neumann wohl. Wenn er nach der Arbeit mit seinem Trike eine Runde um den Dreiweiberner See oder den Scheibesee dreht, muss er jedenfalls nicht über die Radwege nachdenken, die er benutzt, denn die sind in Ordnung.

Die beiden genannten Gewässer sind wie der ehemalige Tagebau Meuro, der heute der Großräschener See mit den IBA-Terrassen ist, und die Energiefabrik Knappenrode über die Seenland-Tour miteinander verbunden, sagt der stellvertretende Geschäftsführer des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, Marcus Heberle. Und damit hat er nur einen von vielen Radwegen kurz vorgestellt, die Touristen den Wandel der Lausitz vom Bergbaugebiet zur Urlaubsregion miterleben lassen. Die Energie-Route Lausitzer Industriekultur zeigt, wie Menschen früher hier gearbeitet haben, und der Krabat-Radweg legt den Fokus auf die Kultur der Sorben.

In den Brandenburger Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße können Gäste schon mit Hilfe des aus den Niederlanden stammenden Knotenpunktsystems individuelle Radtouren ohne Karte und GPS zusammenstellen, sagt Marcus Heberle. Der stellvertretende Geschäftsführer wünscht sich dieses System auch für den sächsischen Teil des Lausitzer Seenlandes. Die Finanzierung ist aber zu klären.

Beim Schwarze-Elster-Radweg, der diesen Fluss von der Quelle bei Elstra bis zur Mündung in die Elbe begleitet, ist auch noch ein Problem zu lösen. Von Hoyerswerda bis Geierwalde müssen Radler einen Umweg über Schwarzkollm und Laubusch abseits des Flusslaufes fahren. Hier könne nur der Landkreis Bautzen für eine passendere Radwegroute sorgen, weiß Heberle

.Voraussetzung dafür ist die Sanierung des Deiches entlang der Schwarzen Elster zwischen der Kläranlage Bergen und dem sogenannten Brandenburger Tor. Hier steht erst einmal die Landestalsperrenverwaltung in der Verantwortung. Die eigentlich schon vor Jahren angekündigten Baumaßnahmen lassen aber auf sich warten.

Marcus Heberle freut sich, dass im Sommer die Campingplätze, Ferienwohnungen und die 60 „Bett und Bike“-Unterkünfte im Lausitzer Seenland, bedingt durch Corona, gut ausgelastet sind. Wünschenswert sei, die Saison in die Frühjahrs- und Herbstmonate hinein zu verlängern. Das verlangt aber neue Ideen wie etwa Yogakurse für ruhesuchende Gäste oder Winterwanderangebote, sagt Marcus Heberle, denn die Lausitz hat nicht nur im Sommer ihren Reiz.

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