merken
PLUS Hoyerswerda

Rastpunkt beschmiert, verschmutzt und demoliert

Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen will Zerstörungswut nicht hinnehmen.

Der Rastplatz auf der Ostseite des Dreiweiberner See: Für viel Geld errichtet, lädt er nicht gerade zum Verweilen ein.
Der Rastplatz auf der Ostseite des Dreiweiberner See: Für viel Geld errichtet, lädt er nicht gerade zum Verweilen ein. © Foto: Andreas Kirschke

Lausitzer Seenland. Vandalismus begegnet dem Wanderer derzeit an der Ostseite des Dreiweiberner Sees. Der Rastpunkt für Spaziergänger, Radler und Skater – im Jahr 2014 errichtet – gleicht einer Müllhalde. Die Rasthütte und die Seenlandkarte sind mit Graffiti beschmiert. Der Papierkorb hängt demoliert im Baum. „Die Zerstörung solcher Orte ist sowohl für die Einwohner der Region als auch für die Gäste ein erheblicher Qualitätsverlust“, ärgert sich Daniel Just, der Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen.

Mit viel Aufwand und nur dank Fördermitteln entstanden vor Jahren solche Rastpunkte an mehreren Orten im Seenland. Die Kosten einer Schutzhütte inklusive der Bodenarbeiten und Beläge lagen bei 16.000 Euro. „Insgesamt haben wir in den Jahren 2012, 2014 und 2015 neun solcher Schutzhütten an verschiedenen Seen im Verbandsgebiet errichtet“, sagt Daniel Just.

UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand
Willkommen im UnbezahlbarLand

Was ist eigentlich das Unbezahlbarland? Warum ist der Landkreis Görlitz Unbezahlbarland? Hier finden Sie alle Infos.

Hinzu kamen weitere Standorte, an denen Bank-Tisch-Kombinationen aufgestellt und Fahrrad-Anlehnbügel installiert wurden. Die Standorte laden zum Verweilen und Innehalten ein. Sie steigern den Erlebniswert im Lausitzer Seenland. Sie werten das Lausitzer Seenland auf. „Insgesamt sind für das Gesamtprojekt «Möblierung» 200.000 Euro an Kosten entstanden“, rechnet Daniel Just vor. Die meisten Reaktionen auf die Rastpunkte waren positiv.

Der Zweckverband, so versichert er, prüft mit der Gemeinde Lohsa vor Ort, ob eine Anzeige sinnvoll ist. „In jedem Fall werden wir die Polizei darum bitten, wieder verstärkte Kontrollen an den Standorten vorzunehmen oder diese noch weiter zu intensivieren“, erläutert er. Zudem soll der Schaden kurzfristig beseitigt werden. Dazu stimmt sich der Zweckverband mit der Gemeinde Lohsa ab. Eine lückenlose, permanente Überprüfung der einzelnen Standorte ist aufgrund der Größe des Verbandsgebietes und der Struktur, die nur aus vier Mitarbeitern besteht, derzeit nicht möglich, bedauert Daniel Just.

Derzeit plant der Verband keine weiteren Rastpunkte. Er konzentriert sich stattdessen auf das äußere Wegeleitsystem. Mit diesem System sollen Besucher von den Autobahnen und Hauptverkehrs-Routen den Weg ins Lausitzer Seenland und bis an die einzelnen Seen besser und effektiver finden. „Zielpunkte sind dabei unter anderem unsere Infotafeln, die wir im Jahr 2018 an 34 Standorten im gesamten Verbandsgebiet errichtet haben“, unterstreicht der Geschäftsführer. Auf insgesamt 90 Tafeln erfahren hier Gäste und Einwohner Wissenswertes zum jeweiligen Ort und zu seiner Geschichte. Sie erhalten einen Überblick über das Lausitzer Seenland. Dank des sogenannten QR-Codes und damit verbundener digitaler Quellen können sie sich in Deutsch, Sorbisch, Tschechisch und Englisch über das Seenland informieren. Zudem finden sie das Buchungsprogramm des seit 2012 bestehenden länderübergreifenden Tourismusverbandes Lausitzer Seenland vor. So können sie ihren nächsten Aufenthalt unkompliziert buchen.

Mehr zum Thema Hoyerswerda