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Rathaus-Chef sucht Verbündete

Hoyerswerdas Stadtoberhaupt Torsten Ruban-Zeh trifft dieser Tage verschiedene Politiker, darunter MdB Torsten Herbst.

Zu Gast bei OB Torsten Ruban-Zeh waren der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (2. von rechts) und sein Mitarbeiter Reiner Deutschmann (links).
Zu Gast bei OB Torsten Ruban-Zeh waren der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (2. von rechts) und sein Mitarbeiter Reiner Deutschmann (links). © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. „Ich nehme mit: Verkehrsanbindung, Paragraf-4-Mittel und Wasser.“ Mit der Aufzählung von so einer Art Hausaufgaben hat sich der Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (FDP) nach einem gut anderthalbstündigen Treffen von Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh (SPD) verabschiedet. Wenn Politiker solche Worte sagen, wollen Sie signalisieren: Problem verstanden – ich kümmere mich darum.

„Es liegen viele Dinge vor uns“, hatte Hoyerswerdas Stadtoberhaupt zur Begrüßung gemeint. Ruban-Zeh ist derzeit dabei, für eine Reihe von Vorhaben – nicht zuletzt im Zusammenhang mit den Bemühungen um eine Stärkung der örtlichen Strukturen in Verbindung mit dem Kohleausstieg – Verbündete in Landes- und Bundespolitik zu suchen: Hier eine Videokonferenz mit Abgeordneten seiner SPD, da ein Treffen mit einem Landtagsvertreter der CDU. Auch mit Bündnis 90/Die Grünen gab es Kontakte. Nicht zuletzt hat innerhalb des Oberzentralen Städteverbundes Bautzen – Görlitz – Hoyerswerda eine erste Abstimmung mit den Bürgermeister-Kollegen Alexander Ahrens (SPD) und Octavian Ursu (CDU) stattgefunden. Torsten Herbst hatte sich 2017 im Wahlkreis Bautzen I vergeblich um das Direktmandat bemüht (es ging an Karsten Hilse, AfD), zog aber über die sächsische Landesliste in den Reichstag ein. Im September will er zwar in Dresden kandidieren. Die Lausitz, sagt er, liege ihm aber am Herzen. Erstens war seine Großtante Hoyerswerdaerin, zweitens segelt er gern einmal auf dem Geierswalder See.

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Seine Hilfe zugesagt hat er nun also unter anderem bei den Aktivitäten, die Erreichbarkeit von Hoyerswerda und der Stadtregion zu verbessern. Unter anderem geht es um die viel beschworene S-Bahn von Dresden über Kamenz und Hoyerswerda ins Seenland. Es komme, sagt Ruban-Zeh nicht nur darauf an, zumindest etwas schneller unterwegs zu sein als bisher im Regionalexpress, sondern auch bequemer und mit höherer Taktung. Aktuell ist zumindest als Übergangslösung die Nutzung eines Hybrid-Zuges im Gespräch – Diesel und Strom. So könnte man auch eine nur teilelektrifizierte Route nutzen.

Zweites Problem: Kann man Vorhaben, die bisher ausschließlich vom knapper werdenden Geld aus der Bergbausanierung abhingen, vielleicht weiter damit planen und die Realisierung dann mit Mitteln aus dem Topf für die Noch-Kohle-Regionen bezahlen? Der OB denkt da unter anderem an die Entwicklung des Scheibe-Sees.

Dritte Sorge: Wie soll eigentlich in Flüssen und Seen das Wasser ersetzt werden, das derzeit noch für die Tagebaue abgepumpt wird? Denn ohne Wasser, so der OB, wäre das Seenland für die Katz.

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