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Rauchmelder für alle – auch ohne Pflicht

Die LebensRäume-Genossenschaft geht in Vorleistung und kombiniert das mit einem anderen Termin.

© Symbolfoto: www.pixabay.com

Hoyerswerda. Eine Rauchmelderpflicht für private Wohnräume besteht in Sachsen seit Anfang 2016. Allerdings für Neu- und Umbauten. Demnach müssen in allen Schlaf- und Kinderzimmern, sowie in allen Fluren, die als Rettungswege aus Aufenthaltsräumen dienen, Rauchmelder installiert werden. Für den Einbau ist der Eigentümer, bzw. der Vermieter verantwortlich, für die Wartung der Mieter selbst. In allen anderen Bundesländern gilt die Rauchmelderpflicht auch in Bestandsgebäuden. In Berlin und Brandenburg endete die Übergangsfrist für die Nachrüstung Ende vergangenen Jahres.

Melder warten sich selbst

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Wann das jemals in Sachsen gelten wird, ist unklar. Doch die LebensRäume-Genossenschaft Hoyerswerda nimmt das Thema jetzt selbst in die Hand und rüstet nach und nach ihren gesamten Wohnungsbestand mit Rauchmeldern nach. „Wir tun es für die Sicherheit unserer Mitglieder“, sagt LebensRäume-Vorstand Axel Fietzek. In der Vergangenheit wurden schon etliche Rauchwarnmelder installiert, zum Beispiel in den Verteilergängen und Kellern der Hochhäuser. Freilich gab es da auch Fehlalarme, andererseits wurden schon mehrere Brände bzw. Rauchentwicklungen in der Entstehungsphase erkannt.

Die nun geplanten Rauchmelder in den Wohnungen sind nicht in dem Sinne untereinander vernetzt, dass bei Auslösen des einen auch die anderen im Haus anspringen oder gar wie bei einer Brandmeldeanlage die Feuerwehr automatisch alarmiert wird. Wenn ein Melder auslöst, dann nur er und die anderen, die sich in der Wohnung befinden. Die Rauchmelder senden aber einmal pro Tag ein Signal über ihren Status, das im Flur von einem festinstallierten Empfänger erfasst und bei den LebensRäumen gespeichert wird. „Die Rauchmelder warten sich quasi selbst, so dass wir aller Wahrscheinlichkeit nach erst wieder in die Wohnung müssen, wenn die Batterie erlahmt“, schildert LebensRäume-Vorstand Axel Fietzek. Und das ist im Idealfall zehn Jahre später. Die Empfangs- und Weiterleitungstechnik ist in sämtlichen Genossenschaftshäusern bereits seit Jahren installiert. 2008 hatte man damit begonnen, die Heizkostenabrechnung selbst in die Hand zu nehmen. Bis 2013 wurden alle Heizkörper mit Fernauslesetechnik ausgestattet. Das war damals auch noch nicht verpflichtend. Vor zwei Jahren ist nun die Energieeffizienz-Richtlinie der EU in Kraft getreten. Und wohl ab kommendem Jahr müssen Vermieter ihren Mietern monatlich Informationen über deren Heizungsenergieverbrauch zur Verfügung stellen. Das geht nur per Fernauslesung. Ihre Daten können die Genossenschafter online selbst abrufen oder sich von Mitarbeitern der Verwaltung gern auch zeigen lassen.

Kleine Modernisierungsumlage

Das Interesse an den persönlichen Verbrauchsdaten sei aber in Hoyerswerda nicht so groß, weiß die Genossenschaft mittlerweile aus Erfahrung. Axel Fietzek, der gern immer mal schaut, wie das so bei anderen Genossenschaften läuft, sieht aber auch, dass die Verbräuche beim Heizen in Hoyerswerda ohnehin nicht so dramatisch sind. Was wohl damit zu tun hat, dass die Genossenschaft in den letzten dreißig Jahren viel in die Wärmedämmung ihrer Häuser investiert hat. Man ist an der Stelle also durchaus Vorreiter.

Nun das Thema Rauchmelder. Die werden nach jetzigem Erkenntnisstand an der Decke wohl ohne zu bohren befestigt. Pro installiertem Rauchmelder geht die Genossenschaft von Kosten in Höhe von 50 Euro aus, die per moderater Modernisierungsumlage von einem Euro je Wohnung und Monat indirekt auf den Mieter zukommen.

Begonnen wird im Hoyerswerdaer Wohnungsbestand der Genossenschaft und zwar in den 1.500 Einheiten, in denen in diesem Jahr ohnehin die Wasseruhren gewechselt werden müssen. Wenn man in diesem Tempo weitermacht, hat man in vier bis fünf Jahren den gesamten Bestand von 6.757 Wohnungen durch.

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