merken
PLUS Hoyerswerda

Residenz Spreetal kann bezogen werden

Das ehemalige Kulturhaus hat sich von einem Schandfleck zur Wohnanlage gewandelt.

Lucie und Boris Schubert (Mitte) investierten in die Residenz und erfüllten damit auch einen großen Wunsch von Bürgermeister Manfred Heine (links)
Lucie und Boris Schubert (Mitte) investierten in die Residenz und erfüllten damit auch einen großen Wunsch von Bürgermeister Manfred Heine (links) © Foto: Uwe Schulz

Spreetal. Bis nach Dresden 77 Kilometer, nach Hoyerswerda elf, bis zum Spreetaler See nur knapp 250 Meter. Dazwischen liegt noch die Bundesstraße 97. Sieht man aber nicht, weil von Wald abgeschirmt. Spreetals Bürgermeister Manfred Heine sitzt am Dienstag bei knapp 30 Grad im Stuhl auf der Terrasse einer Wohnung, die es bislang noch nicht gab, schaut genau in Richtung See und genießt den Moment. „Wir sind richtig glücklich“, sagt er und meint mit dem „wir“ die Gemeinde.

Denn das Gebäude ist nicht irgendein Gebäude, es ist das ehemalige Kulturhaus der Spreetaler. Stein auf Stein gebaut. Ort unzähliger Erinnerungen. Dann verfallen, der Verwahrlosung preisgegeben. Boris Schubert spielt das Lob zurück: „Ohne Sie und die Gemeinde wäre das hier nicht möglich gewesen.“ Der Dresdener Unternehmer ist Geschäftsführer der Firma Celsion Brandschutzsysteme GmbH, setzt zusammen mit seiner Frau Lucie das Projekt „Residenz Spreetal“ um. Sie lieben die Lausitz.

Anzeige
Familienabenteuerland Sachsen
Familienabenteuerland Sachsen

Die schönsten Regionen Sachsens, die besten Ausflugsziele und kulinarischen Highlights. Hier gibt's Geheimtipps, die garantiert noch nicht Jeder kennt.

40 bis 200 Quadratmeter

Vor knapp zehn Jahren haben sie es ersteigert. Sie wollten es zusammen mit einem Jetski-Betrieb auf dem Spreetaler See entwickeln, hatten eigentlich Ferienwohnungen geplant. Sie begannen zu sanieren. Über den Daumen gepeilt redet man hier über 2.000 Quadratmeter Grundfläche, 13.000 Kubikmeter umbauten Raum. Die Substanz an sich war gut, doch wie das so ist, wenn man eine solche Immobilie anfasst – dann muss da unerwartet eine Wand abgefangen werden, sind Balken vom Schwamm befallen. Eine größere einstellige Millionensumme haben die Schuberts hier investiert. Und wenn man sein Geld mit Brandschutzsystemen verdient, dann ist die Wärmedämmung auf der massiven 42er Außenwänden eben nicht aus recht gut brennbarem Styropor, was erlaubt ist, sondern aus Mineralwolle. Kostet mehr, ist aber sicherer. Und dann war absehbar, dass es mit einer zügigen Nutzung der Wasserfläche des Sees nichts wird. Schuberts sind flexibel, die Gemeinde war es auch. So gelang es, das Bauvorhaben von Ferienwohnungen auf Mietwohnungen umzustellen. Wenn einmal alles fertig ist, werden es 15 sein – von 40 bis 200 Quadratmetern Wohnfläche ist alles dabei. Und da man den tragenden Wänden nicht zu Leibe rückte, basieren die Grundrisse auf den gegebenen Räumlichkeiten. Das ergibt dann hier und da schon mal Bäder und Küchen im Tanzsaal-Format. Erstere sind mit bodengleicher Dusche und Wanne ausgestattet, Letztere kann man auch mit Einbauküche dazu mieten. Entsprechend unterschiedlich werden die Mieten sein. Die Wohnungen sind Unikate, kein Grundriss gleicht dem anderen. Sie sind barrierefrei, ins Obergeschoss führt ein Aufzug. Stellplätze sind kein Problem. Zum 1. Juni können wohl die ersten Mieter einziehen. Es gibt aber auch noch freie Wohnungen.

Die Investoren denken bei der Vermietung nicht nur an Senioren, sondern gern auch an Familien. Alles ist möglich, letztlich muss aber eben auch alles passen. Denn die Lage der Residenz ist schon besonders. Der Ort Spreetal ist nicht der Nabel der Welt. Von der Werkstraße führt eine frisch asphaltierte Zufahrt zum Objekt und drumherum. Fürs abendliche Wohlbefinden sorgen moderne Leuchten. Man wohnt mitten im Wald und eben nicht weit entfernt von dem See, auf dem immer noch Hoffnungen der Gemeinde liegen, der aber nicht nutzbar ist, mal abgesehen von den asphaltierten Wegen. Ansonsten ist man aufs Auto angewiesen oder eben auf den Bus. Letztlich ist es alles eine Frage der Perspektive: Wer Ruhe will, der muss die Stille auch mögen.

Weiterdenken an die Zukunft

Wobei das mit der Stille so eine Sache ist, denn der Saal des Kulturhauses soll auch wiederbelebt werden. Es gebe jetzt schon Anfragen. Aber da gehen noch ein paar Monate ins Land, lassen Schuberts durchblicken. Die Wohnungen hatten Vorrang. Und dann muss man sehen, wie sich Saal- und Wohnnutzung miteinander vertragen. Vielleicht gibt es ein fest definiertes Veranstaltungsende. Manfred Heine signalisierte jedenfalls schon, dass Bedarf für die Saalnutzung da ist.

Boris Schubert denkt jedenfalls, dass die Region Zukunft hat, sich das Lausitzer Seenland weiter prächtig entwickeln wird. Und er macht sich selbst Gedanken über die Mobilität der Zukunft. Zumindest hat er schon daran gedacht, dass Elektroleitungen mit entsprechendem Querschnitt zu den Parkplätzen verlegt werden, um Ladestationen aufstellen zu können. Er denkt gerne an Details und so weist er den Bürgermeister darauf hin, dass es doch für den Genuss der Skater und anderer Freizeitsportler besser wäre, wenn die Steinchen und der Splitt auf dem Rundweg am See regelmäßig beseitigt werden würden. So viel könne das doch nicht kosten. Manfred Heine nahm die Anregung mit.

http://www.residenz-spreetalersee.de

Das alte Spreetaler Kulturhaus ist jetzt nach der Sanierung zur Residenz Spreetal kaum wiederzuerkennen. Ab 1. Juni können die ersten Wohnungen bezogen werden, die Bauarbeiter werden aber noch ein paar Wochen auf dem Gelände bleiben.
Das alte Spreetaler Kulturhaus ist jetzt nach der Sanierung zur Residenz Spreetal kaum wiederzuerkennen. Ab 1. Juni können die ersten Wohnungen bezogen werden, die Bauarbeiter werden aber noch ein paar Wochen auf dem Gelände bleiben. © Foto: Uwe Schulz
Die sehr individuell geschnittenen Wohnungen sind auf Wunsch auch mit Einbauküche zu mieten. Eines wissen die Bauherren aber schon aus den letzten Sommern – im Gebäude bleibt es auch bei Hitze angenehm kühl.
Die sehr individuell geschnittenen Wohnungen sind auf Wunsch auch mit Einbauküche zu mieten. Eines wissen die Bauherren aber schon aus den letzten Sommern – im Gebäude bleibt es auch bei Hitze angenehm kühl. © Foto: Uwe Schulz

Mehr zum Thema Hoyerswerda