merken
PLUS Hoyerswerda

Restauriertes Denkmal wird eingeweiht

Das Denkmal für Frieden des Bildhauers Jürgen von Woyski wurde überarbeitet.

Friedhart Vogel zeigt das restaurierte Denkmal für Frieden von Jürgen von Woyski.
Friedhart Vogel zeigt das restaurierte Denkmal für Frieden von Jürgen von Woyski. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Der Weltfriedenstag am 1. September erinnert jedes Jahr an alle Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen und fordert von den Lebenden, ihre Konflikte friedlich zu lösen. Um diese Inhalte der Hoyerswerdaer Bevölkerung nachdrücklich ins Gedächtnis zu rufen, wird am 4. September 2021 um 13 Uhr an der Johanneskirche das Denkmal für Frieden des Bildhauers Jürgen von Woyski (1929-2000) wieder eingeweiht.

Anzeige
Architekt & Ingenieur gesucht (m/w/d)
Architekt & Ingenieur gesucht (m/w/d)

Das in Bautzen ansässige Architektur- und Ingenieurbüro "bauplanung oberlausitz | architekten & ingenieure" sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt Unterstützung.

Ein Restaurator und eine Firma aus der Region haben die Sandsteinsäule des Kunstwerkes mittels Sandstrahlverfahren gereinigt und danach neu imprägniert. Die auf ihrer Spitze sitzende Friedenstaube aus Bronze ist neu vergoldet worden und erstrahlt jetzt heller denn je, sagt das Vorstandsmitglied des Kirchbauvereins der Johanneskirche, Superintendent i.R. Friedhart Vogel.

Die Taube ist auch das Symbol des Neuanfangs aus der biblischen Geschichte der Arche Noah. Die Form der Stele ähnelt einer Kerze und erinnert wiederum an die Friedliche Revolution 1989. Auf den Bronzetafeln am Fuß der Säule wird anhand von Jahreszahlen aller Opfer aus Hoyerswerda gedacht, die vom 30-jährigen Krieg im 17. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg sterben mussten.

Das ist die letzte Arbeit des Hoyerswerdaer Ehrenbürgers Jürgen von Woyski aus dem Jahr 1999. „Sie ist noch in seinem Beisein eingeweiht worden“, erzählt Friedhart Vogel. In die Restaurierung sind eine großzügige Spende der Lausitzer Seenland Stiftung und Kollektengelder für den Kirchbauverein geflossen.

Entstanden ist das Denkmal, weil Mitte der 1990er Jahre immer wieder Bürger die Johanneskirchengemeinde von der Wiedererrichtung des Kriegerdenkmals von 1875 überzeugen wollten. Dieses hat aber schon nicht mehr in der Kirchstraße gestanden, denn der Engel darauf ist in den Kriegswirren 1945 zerstört worden und der Sockel wurde 1963 abgerissen, erklärt Friedhart Vogel. „Außerdem ist der Wiederaufbau eines Kriegerdenkmals nicht unsere Aufgabe“, fügt der Hoyerswerdaer Ehrenbürger hinzu. Heute steht etwa an der Stelle die Kopie der Statue der Augusta Johanne Friederique Auenmüller, die 1802 in Hoyerswerda im Kindbett gestorben ist.

Nach der Wiedereinweihung des Woyski-Kunstwerkes soll ab 4. September und bis Ende Oktober in der Johanneskirche die Ausstellung des Kirchbauvereins „75 Jahre Frieden – Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Hoyerswerda“ zu sehen sein, sagt Ursula Philipp als Mitglied des Kirchenbauvereins. Die Inhalte sind auch vom Schloss- und Stadtmuseum, der Gesellschaft für Heimatkunde – Museumsverein sowie dem Pfarrer i.R. Manfred Martschink mit zusammengetragen worden. Gezeigt werden dieses Jahr wie schon zum 70. Jahrestag des Kriegsendes 13 informative Schautafeln und Gegenstände aus der damaligen Zeit, die aus Familienbesitz stammen. Die Ausstellung wird jetzt nachgeholt, denn 2020 konnte sie wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Der Kirchbauverein hat sogar einige neue Details von Zeitzeugen einarbeiten können, erzählt Ursula Philipp. Eine Spende der Lausitzer Seenland Stiftung hat den Kauf von Ausstellungstechnik ermöglicht.

Mehr zum Thema Hoyerswerda