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Sachsens älteste Fleischerei erneuert den Imbiss

Frank Sinapius in Hoyerswerda investiert und freut sich jetzt schon auf den Sommer.

Raymond Bensch von RB Möbelmontage brachte im Imbiss von Fleischer Frank Sinapius am Freitag noch ein Regal an. Morgen ist Wiedereröffnung.
Raymond Bensch von RB Möbelmontage brachte im Imbiss von Fleischer Frank Sinapius am Freitag noch ein Regal an. Morgen ist Wiedereröffnung. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. Wenn in der Region etwas nach der deutschen Wiedervereinigung geschaffen wurde, dann ist das gefühlt immer noch recht neu. Wenn man dann aber mal die Jahreszahl auf sich wirken lässt, ist das tatsächlich knapp 30 Jahre her oder auch eine Generation.

Frank Sinapius hatte 1998 die Fleischerei in der Kirchstraße von seinen Eltern übernommen. Die hatten fünf Jahre zuvor Wohnraum im Erdgeschoss zu einem Imbiss umgebaut. Und seitdem lief der „Wurstzipfel“. Mal wurde hier was ausgebessert, dort was ausgetauscht, selbstverständlich auch gemalert. Aber im Grunde war jetzt alles seit 27 Jahren in Gebrauch. Also entschloss sich der Betreiber von Sachsens ältester Fleischerei, den traditionell besucherärmeren Januar zu Renovierungszwecken zu nutzen. An der Grundstruktur hat sich nichts geändert, aber es zog neben neuer Technik auch neues Design ein. Die Stehtische, in der Anzahl reduziert, sind aus Holz. Dafür kann man es sich durchaus auch mal mit einem Kaffee in der gemütlichen Fensternische bequem machen. Die Theke ist mit einem Landschaftsbild verkleidet, das aus der Lausitz stammt und auch Rinder zeigt, die hier leben. Die Decke ist nun teils abgehangen. Es gibt ein neues Beleuchtungssystem und Lampen im Industriedesign.

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Und da Frank Sinapius bei seiner Ware vor allem auf Regionalität setzt, löste er die Aufträge entsprechend aus. Am 4. Januar begannen die Arbeiten. Ende letzter Woche war soweit alles fertig, so dass das große Putzen beginnen konnte und am Dienstag Probe gekocht werden kann. Am Mittwoch öffnete der „Wurstzipfel“ wieder.

Nein, er nutze nicht die Gelegenheit zu einer Preiserhöhung, lächelt Frank Sinapius, betont aber, dass bei ihm ein Salat eben immer mit dabei ist. Täglich stehen 7-8 Gerichte zur Auswahl, davon ist stets eins ein klassisches Nudelgericht. Es gibt auch mal einen Eintopftag, einen süßen Tag oder Tortilla. Und da der Imbiss in Lockdown-Zeiten ohnehin ein reines Mitnahmegeschäft ist, will Frank Sinapius jetzt ein bisschen probieren, was so geht, also zum Beispiel fertige Salate und belegte Baguettes anbieten. Doch der Imbiss soll nicht nur das klassische Tagesgeschäft bedienen, sondern auch bei den Wurstseminaren des Fleischers und anderen Gruppenveranstaltungen (nach Corona) eine Rolle spielen. Deshalb lässt Frank Sinapius derzeit nicht nur den Imbiss rundum erneuern, sondern richtet auch die Fleischerei selbst her. Und auch hier gilt: Das Alte wird sichtbar erhalten und aufgearbeitet.

Und für den Sommer rechnet Frank Sinapius wieder fest mit Touristen. Da er selbst gern als Radtourist unterwegs ist, weiß er, was die Klientel liebt. Deshalb will er in der warmen Jahreszeit nicht nur den Hof wieder öffnen, sondern auch einen Biergarten direkt an der Straße – wo man sein Fahrrad stets im Blick hat.

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