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Sanierungsstart in anderthalb Jahren

Der Silbersee soll bis zum Jahr 2030 fertig saniert sein. Die Fortführung der Maßnahmen soll Ende 2022 beginnen.

Die Luftaufnahme des Silbersees von 2015 zeigt die Sanierung des Bahndammes und der Bereiche O und T. An dem Stück rechts wird auch die Einsetzstelle platziert.
Die Luftaufnahme des Silbersees von 2015 zeigt die Sanierung des Bahndammes und der Bereiche O und T. An dem Stück rechts wird auch die Einsetzstelle platziert. © Archivfoto: Uwe Schulz

Bei den Sanierungen im Lausitzer Seenland durch das Bergbaufolgeunternehmen LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH mit Hauptsitz in Senftenberg) der bleibt der Silbersee ein wichtiger Schwerpunkt. Ab dem Winterhalbjahr 2022/2023 soll der Friedersdorfer Strand saniert werden. Bis 2030 sollen die weiteren Bereiche fertig saniert sein. Das bestätigt Pressesprecher Dr. Uwe Steinhuber. „Die Sanierung des Silbersees soll vorwiegend von der Seeseite aus erfolgen“, erläutert er. „Zu diesem Zweck ist es erforderlich, die seegebundene Rütteltechnik auf das Gewässer zu bringen.“ In diesem Zusammenhang entsteht im Bereich unweit des Bahnhaltepunktes Lohsa jetzt eine Einsetzstelle für besagte seegebundene Rütteltechnik.

Welche Aufgaben hat die Einsetzstelle am Silbersee?

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Die Einsetzstelle hat – wie schon am Knappensee praktiziert – die Hauptaufgabe, die Lasten der seegebundenen Sanierungstechnik aufzunehmen und gefahrlos in den Untergrund abzuleiten. Dies wird über den schon errichteten Spundwandbereich umgesetzt. „Durch die Lage auf saniertem oder gewachsenem Baugrund können hier die recht hohen Gewichte gefahrlos umgesetzt werden, ohne ein Setzungsfließen oder einen Grundbruch zu verursachen“, erklärt dazu der zuständige LMBV-Projektmanager Marko Walter.

Worauf zielt die Einsetzstelle ganz speziell hin?

Die Sanierungsbereiche, intern „O“ und „T „betitelt (das betrifft einen Teil des Nordufers/Ostseite und das Lager der Landestalsperren-Verwaltung), sind ebenso wie der Bahndamm bereits komplett saniert. Diese Maßnahmen, so die LMBV, sind abgeschlossen. Die restlichen Arbeiten umfassen die vorwiegend seeseitige Rütteldruckverdichtung der Bereiche des Friedersdorfer Strandes und der westlichen und nordwestlichen Ufer- und Flachwasser-Bereiche. Die Untersuchungen der Geeignetheit von Maßnahmen am benachbarten Mortkaer See sind zurzeit noch in der planerischen Abarbeitung im Auftrag der LMBV.

Welcher Zeitplan ist mit der Einsetzstelle vorgesehen?

Die Einsetzstelle wird voraussichtlich bis zum Juni 2021 fertiggestellt, so Marko Walter. Für den Bereich „P“ (Friedersdorfer Strand) wird die Genehmigungsplanung zurzeit durch ein beauftragtes Ingenieurbüro zur Einreichung für die LMBV vorbereitet und fertiggestellt. Die LMBV plant, den Bereich des Friedersdorfer Strandes ab Winter 2022/2023 zu sanieren. Alle anderen Abschnitte können derzeit noch nicht genauer zeitlich eingeordnet werden.

Wie hoch sind die Kosten für die Maßnahme Einsetzstelle?

Zu den Kosten, so Uwe Steinhuber, kann die LMBV zu diesem Zeitpunkt auf Grund der noch laufenden Untersuchungen keine Angaben machen. „Die Maßnahme wird wie beim Knappensee aus dem Paragraf-3-Bereich des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung vom Bund und vom Freistaat Sachsen hälftig finanziert“, erläutert er. Dabei geht es um Sicherungsmaßnahmen und Gefahrenabwehrmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Grundwasser-Wiederanstieg.

Welche weiteren Maßnahmen plant die LMBV am Silbersee?

Am Nordufer im Bereich Nord-Ost ist die Sanierung abgeschlossen. Im Bereich Nord-West läuft die Untersuchung zur Geeignetheit. Noch steht kein genauer Zeitpunkt für die Sanierung dort fest. Am Westufer läuft die Untersuchung zur Geeignetheit. Auch hier gibt es keine Zeitschiene.

Ist Baden am Friedersdorfer Strand in der Saison weiter möglich?

Dazu will sich die LMBV mit der Gemeinde Lohsa abstimmen. Es geht darum, ob eine Sanierung der Teilabschnitte ausschließlich im Winterhalbjahr erfolgen soll oder eine durchgehende Sanierung in kürzerer Zeit gewünscht wird. „Daraus resultierend ergibt sich eine Sperrung des Sees auf Grund des Sanierungsschiffsverkehrs für eine gesamte Jahresscheibe oder nur für Winterhalbjahre. Bei einer Sperrung im Winterhalbjahr kann der See im Sommerhalbjahr touristisch genutzt und auch gebadet werden“, sagt Dr. Uwe Steinhuber.

Wie werden die Belange des Naturschutzes beachtet?

Die Belange werden in der Planung und Umsetzung konsequent berücksichtigt, versichert der LMBV-Pressesprecher. Dazu wurde und wird ein Ingenieurbüro für die naturschutzfachliche Planung und Betreuung eingebunden. Im Zuge der Genehmigung werden die Behörden beteiligt und Auflagen der Institutionen bei der Umsetzung berücksichtigt. Als Beispiel für die konsequente Umsetzung der Anforderungen des Naturschutzes ist die Aussetzung beim Bau der Einsetzstelle auf Grund der Brutphase der Uferschwalben zu nennen.

Wie werden die Belange der Angler beachtet?

Die Interessen der Angler, so Uwe Steinhuber, sind ein Thema der Nachnutzung des Sees. Dazu haben sich die entsprechenden Vereine mit dem Hauptnutzer – der Landestalsperren-Verwaltung Sachsen – nach Fertigstellung abzustimmen und entsprechende Möglichkeiten zur Ausübung dieses Hobbys zu erörtern.

Wie bindet die LMBV die Anlieger am Silbersee mit ein?

Langjährige Anlieger wie Falk Nowotnick (Betreiber des Campingparks Silbersee) und Gastwirt Burgfried Tannenhauer (Inhaber der Waldschenke) wünschen sich von der LMBV mehr Offenheit, Transparenz und direkte Informationen zu den Sanierungen. „Die weitere Einbindung der Anlieger soll über einen zentralen Ansprechpartner, hier die Gemeinde Lohsa, erfolgen. Über die Gemeinde können sich die Anlieger zum Baufortschritt und zur Freigabe von Teilbereichen informieren“, sagt Dr. Uwe Steinhuber. „Es sollen zeitnah Gespräche mit der Gemeinde Lohsa erfolgen, um das weitere Vorgehen zu organisieren.“

Wird es Informationstafeln zur Sanierung am Silbersee geben?

Ja. Es wird an den frei zugänglichen Bereichen wie dem Friedersdorfer Strand oder dem Einfahrtsbereich zur Einsetzstelle Informations- und Baustellentafeln der LMBV geben. Sie sind dem Bergbausanierer wichtig, um die Öffentlichkeit vor Ort über die Maßnahmen zu informieren.

Was erhofft sich die LMBV langfristig von der Sanierung des Silbersees?

Der Silbersee soll nach fertiger Sanierung als Wasserspeicher und darüber hinaus dem Naturschutz und der Erholung dienen. In diesem Zusammenhang wurde der Silbersee in der Sanierung nach dem Auslaufen der Hauptsanierungsmaßnahmen am Knappensee eingeordnet. LMBV und Gemeinde Lohsa hoffen dabei auf eine sichere, dauerhafte Nachnutzung des Sees. Dr. Uwe Steinhuber unterstreicht: „Der Silbersee ist weder in bergrechtlicher Verantwortung noch im Eigentum der LMBV. Die LMBV handelt am Silbersee vornehmlich als Projektträgerin im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes im Rahmen des § 3 des Verwaltungsabkommens zur Braunkohlesanierung. Das meint vor allem die Maßnahmen zur Gefahrenabwehr infolge des Grundwasserwiederanstiegs.“

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