merken
PLUS Hoyerswerda

Schnelltest-Zentrum ist bereit

Dr. Catrin Kuchler hat ihr Mikrobiologie-Labor um ein Angebot erweitert. In Hoyerswerda sind nun Antigen- und Antikörper-Schnelltests möglich.

Diese Ausstattung ist nötig, um einen Antigen-Schnelltest durchzuführen. Zum einen bietet die Ausrüstung Schutz vor Infektion und Ansteckung und weiterhin hat das Testkit mehrere Komponenten, um zu einem Ergebnis zu gelangen.
Diese Ausstattung ist nötig, um einen Antigen-Schnelltest durchzuführen. Zum einen bietet die Ausrüstung Schutz vor Infektion und Ansteckung und weiterhin hat das Testkit mehrere Komponenten, um zu einem Ergebnis zu gelangen. © Foto: Juliane Mietzsch

Hoyerswerda. Einmal-Kittel, Handschuhe, FFP2-Maske, Gesichtsvisier, Häubchen. Das ist die Ausrüstung, die angelegt werden muss, bevor ein Schnelltest durchgeführt wird. Für Catrin Kuchler ist das nichts Neues, sondern vielmehr Standard und Alltag in ihrem Labor für Mikrobiologie und Hygiene in Hoyerswerda. Doch nun bietet sie seit Kurzem auch Antikörper- und Antigentests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 in der Liselotte-Herrmann-Straße 91 an.

„Viele tragen das Virus weiter, ohne Symptome zu haben“, erklärt die Biologin die Gefahr, die die Pandemie ausmacht und ihre Motivation, kurzfristig einen neuen Geschäftszweig zu etablieren. Das ist möglich, weil sie sowohl über die räumlichen, als auch personellen Kapazitäten verfügt und der Großteil der 10 Mitarbeiter in ihrem Unternehmen medizinische Grundkenntnisse hat.

Anzeige
Zeig dein Können und sei dabei!
Zeig dein Können und sei dabei!

Sport-Asse, Anfänger, Neugierige: der Moritzburger Schlosstriathlon bietet Strecken für Jedermann. Und Sponsor LandMAXX verlost Startplätze.

Für gewöhnlich werden in dem Labor, das seinen Sitz seit 2009 in Kühnicht hat, Untersuchungen von Trink- und Warmwasser, Lebensmitteln und Kosmetik vorgenommen sowie Küchenhygiene und raumlufttechnische Anlagen überprüft. „Wir sind es gewohnt, sehr sensibel und genau zu arbeiten“, betont Catrin Kuchler die Arbeitsweise. Häufig wird das Labor beauftragt, Trinkwasser zu untersuchen, da Vermieter regelmäßig dazu verpflichtet sind und Qualität gewährleistet werden muss. Das macht den Zugang zu Mieterwohnungen nötig. In solchen Situationen hat sich für die Unternehmerin bemerkbar gemacht, dass seit dem Lockdown im März mittlerweile weniger Unsicherheit und Scheu besteht und insgesamt der Umgang mit der Pandemie und den Schutzmaßnahmen routinierter abläuft.

Pandemiebekämpfung unterstützen

Die aktuelle Auftragslage lässt es zu, dass das Unternehmen sich in der Pandemiebekämpfung einbringen kann. Vermutlich wird die Nachfrage an Schnell-Tests die Kapazitäten zuständiger Ämter überschreiten, schätzt Catrin Kuchler die Situation ein. So ist an das Labor nun das erste Schnelltest-Zentrum in Hoyerswerda angeschlossen. „Wir wollen die Infektionen eindämmen und Corona bannen.“ Jede erkannte Infektion hilft dabei, Ansteckungsketten zu brechen.

Ein Antigentest kann die Frage beantworten, ob jemand gerade ansteckend ist, wenn er Träger des neuartigen Coronavirus ist. Im Labor von Catrin Kuchler werden Schnelltests der Firma Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH benutzt. Der Test wurde ausgewählt, weil er sich durch eine hohe Sensitivität (91,40 %) und Spezifität (99,80 %) auszeichnet – wobei die Werte beschreiben, wie gut ein Test ist. Das Robert-Koch-Institut (RKI) beschreibt es folgendermaßen: „Die Sensitivität ist der Anteil der Personen mit positivem Testergebnis unter den Infizierten. Die Spezifität ist der Anteil der Personen mit negativem Testergebnis unter den Nicht-Infizierten.“

Mitte Januar hat Catrin Kuchler gemeinsam mit vier Mitarbeitenden an einem Kurs des Deutschen Roten Kreuz teilgenommen, um im Umgang mit Schnelltests geschult zu sein. „Es war ein gut fundierter Kurs und wir haben das nötige Handwerkszeug mitbekommen.“ Sie sieht das als gute Zusatzqualifikation an, aber betont, dass es schwierig sein kann für Personen ohne eine medizinische Grundausbildung. Daher hat sie Bedenken, wenn jede Privatperson dazu berechtigt wäre – mit dem Wissen aus dem zweistündigen Kurs. Weiterhin entsteht bei den Tests auch Abfall, der entsprechend entsorgt werden muss – gerade, wenn das Material infektiös ist. Das Labor verfügt dafür über einen Autoklaven, der bei hoher Temperatur und unter Hochdruck Abfälle sterilisiert.

Separat von den Büro- und Laborräumen hat Catrin Kuchler nun einen Raum eingerichtet, der als Schnelltestzentrum genutzt wird. Ein Kunde pro halber Stunde kann etwa bedient werden. Zu zweit soll dann der Test durchgeführt werden. Zum einen ist die Dokumentation umfangreich und weiterhin kann besser auf Fragen und das Wohlbefinden reagiert werden, beschreibt Catrin Kuchler. Über die Datenschutzgrundverordnung wird aufgeklärt und das Einverständnis zum Test muss schriftlich gegeben werden. Der Abstrich erfolgt in diesem Fall nur über die Nase, was als angenehmer, als die Abnahme über den Rachen, beschrieben wird. Der Tupfer mit dem Abstrich wird dann in einem Röhrchen mit Pufferflüssigkeit zusammengebracht, anschließend kommen einige Tröpfchen der Probe auf eine Testkassette. Dort reagiert die Probe. Nach 15 Minuten kann ein Ergebnis abgelesen werden.

Positive Tests werden gemeldet

Fällt der Test positiv aus, wird das ebenfalls schriftlich festgehalten und durch Catrin Kuchler an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet. Die betreffende Person wird über das weitere Vorgehen informiert und belehrt: Der positiv Getestete muss sich umgehend nach Hause in Quarantäne begeben und den Hausarzt informieren, damit ein PCR-Test zur Überprüfung des Ergebnisses durchgeführt werden kann.Bei jedem Test, der positiv ausfällt, wird die gesamte Schutzkleidung entsorgt, sonst werden pro Patient lediglich die Handschuhe gewechselt. Außer den Hauben sind die anderen Bestandteile sowieso im Labor vorrätig. Lediglich die Testkits sind somit neu im Bestand. Catrin Kuchler hat 500 Antigen- und 250 Antikörper-Tests auf Lager. Die Haltbarkeit ist bis Ende Dezember 2021 und Mitte April 2022 angegeben. „Das sollte reichen, damit nichts verfällt.“ Ihre Bestellung hat gezeigt, dass bei Bedarf innerhalb weniger Tage neue Tests geliefert werden können.

Gesund zur Testung kommen

Für die Testungen sind Zeitfenster von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 8 bis 16 Uhr angesetzt. Interessierte werden gebeten, vorab telefonisch einen Termin zu vereinbaren. Weiterhin können nur Personen ohne Krankheitssymptome getestet werden. Die zweite Testmöglichkeit besteht in Antikörper-Tests. Diese geben im Übrigen Auskunft darüber, ob die betreffende Person in der Vergangenheit an Covid-19 erkrankt war und nun – wie der Name schon sagt – Antikörper gebildet hat.

Catrin Kuchler erhofft sich mit dem Schnelltest-Zentrum, das seit dem vergangenen Freitag einsatzbereit ist, aber noch auf Kunden wartet, einen Beitrag zur Eindämmung der Infektionen und der Pandemie zu leisten. Sie stellt sich vor, dass Personen, die zum Beispiel Alten- und Pflegeheime besuchen möchten oder Reiserückkehrer die Antigen-Tests nachfragen. Denn laut der Sächischen Corona-Schutz-Verordnung wird der Zutritt zu solchen Einrichtungen bei Nachweis eines negativen Testergebnisses auf das Coronavirus SARS-CoV-2 gewährt.

Weiterführende Artikel

Nur wenige Apotheken testen auf Corona

Nur wenige Apotheken testen auf Corona

Seite Ende 2020 dürfen Apotheken Schnelltests anbieten. Im Landkreis Bautzen wird das aber kaum genutzt. Das sind die Gründe dafür.

Schnelltest-Zentrum im Labor für Mikrobiologie und Hygiene Dr. Catrin Kuchler
Liselotte-Herrmann-Straße 91, Hoyerswerda
Termine unter Tel. 03571 608532 / Kosten: 49,90 Euro (Antigen-Test),
59,90 Euro (Antikörper-Test)
Dienstag-Donnerstag, 8-16 Uhr oder nach Vereinbarung

Mehr zum Thema Hoyerswerda