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Schüler setzen sich für den Klimaschutz ein

Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda ist „Energiesparmeister Sachsen“ und „Vize-Energiesparmeister Deutschland“

Das Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda will klimaneutrale Schule werden. Stolz zeigen Beratungslehrerin Kristin Partusch und Schulleiter Uwe Blazejczyk die der Schule verliehene Ehrentafel.
Das Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda will klimaneutrale Schule werden. Stolz zeigen Beratungslehrerin Kristin Partusch und Schulleiter Uwe Blazejczyk die der Schule verliehene Ehrentafel. © Foto: Andreas Kirschke

Hoyerswerda. Auf lange Sicht will das Léon-Foucault-Gymnasium Hoyerswerda klimaneutrale Schule werden. Dazu ermutigt die Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb www.energiesparmeister.de. Deutschlands Schüler sagen dabei dem Klimawandel den Kampf an – egal, ob mit Klima-Litfaßsäulen, Energiespar-Waschsalons, Aufforstungsprojekten oder Solarprojekten.

Im Rahmen des Energiesparmeister-Wettbewerbs suchen die Organisatoren die kreativsten und effizientesten Klimaschutzprojekte an deutschen Schulen. Der Energiesparmeister-Wettbewerb ist ein Projekt der Initiative „co2online“ in Kooperation mit der Kampagne „Mein Klimaschutz“ im Auftrag des Bundesumweltministeriums.

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Beginn vor vier Jahren

Bei der sachsenweiten Abstimmung 2020 durch die Initiative „co2online“ ging das Hoyerswerdaer Léon-Foucault-Gymnasium als Landessieger hervor. Jetzt folgte am 18. September die finale Ehrung auf Bundesebene. Mit dem Projekt „Die Energiefüchse“ in Patenschaft mit der Initiative „eins energie in Sachsen GmbH & Co. KG“ wurde das Léon-Foucault-Gymnasium zweiter Preisträger im Bundesvergleich. „Oder anders gesagt: wir sind Vize-Energiesparmeister Deutschland. Darüber freuen wir uns riesig. Die Ehrung ist Würdigung, Anerkennung und Ansporn zugleich“, unterstreicht Schulleiter Uwe Blazejczyk.

Vor vier Jahren startete die damalige Klasse 7 A mit der Klassenlehrerin und Beratungslehrerin Kristin Partusch ihre Initiativen für mehr Energie-Einsparung und mehr Umweltschutz. „Ursprung war die Zusammenarbeit mit der Energie-Agentur Sachsen. Sie trug vor vier Jahren das Projekt «Energiesparmeister» an uns heran. Die Klasse 7 A griff es auf“, sagt Kristin Partusch, Lehrerin für Geschichte und Kunsterziehung. Begleitet von Physik-Lehrer Volker Steuer und in Zusammenarbeit mit dem städtischen Energie-Manager Angelus Schindler suchten die Schüler nach Möglichkeiten des Energiesparens. Inzwischen wurden die Heizung und die Lüftungsanlage im Schulhaus optimiert. Die Waschbecken in den Klassenräumen und in den Toiletten erhielten sparsamere Wasserhähne. Folgen soll die Optimierung der Beleuchtung durch energiesparende Glühlampen. „Durch die Energie-Sparmaßnahmen konnte die Schule 29.700 Euro an Energiekosten einsparen“, verdeutlicht Kristin Partusch im Rückblick.

Ihre Schüler beließen es nicht dabei. Sie rechneten aus, wie viel CO2 jährlich die Schule ausstößt. Ihr Ergebnis war: Es müssten rund 22.500 Bäume gepflanzt werden, um den jährlichen CO2-Ausstoß wieder auszugleichen. Kontakt nahm die Schule daraufhin mit der Stiftung „Wald für Sachsen“ auf. Zugleich sammelten die Schüler 6.000 Euro an Spenden. Allein durch die Schule selbst kamen durch Schüler, Lehrer, Eltern und Freunde 2.500 Euro zusammen. Vor zwei Jahren pflanzten die Schüler die ersten 500 Eichen auf dem Gelände der Firma Terra Nova. Symbolisch pflanzten sie eine Eiche auch auf dem Schulgelände selbst. Sachsenweit – an gefährdeten, geschädigten und abgeholzten Standorten – wollen die Schüler nach und nach die insgesamt 22.500 Bäume pflanzen.

Die 8 A hat übernommen

„Die Stiftung «Wald für Sachsen» organisiert für uns die Flächen, die Bäume und die spätere Pflege der Bäume“, sagt Kristin Partusch. Das Léon-Foucault-Gymnasium dankt zudem für die finanzielle Unterstützung durch die Ostsächsische Sparkasse Dresden und durch heimische Firmen. „Mit dem Projekt «Energiesparmeister» wollten die Schüler konkret etwas für den Klimaschutz tun. „Das war ihr Ansporn. Das war ihre Motivation“, sagt die Beratungslehrerin. Schulleiter Uwe Blazejczyk ergänzt: langfristig will die Schule klimaneutral werden. Besonders freut ihn, wie tief verinnerlicht die Schüler das Projekt haben. Ganz praxisnah leben sie den Klimaschutz durch kleine Schritte auch zu Hause. „Sie haben an Persönlichkeit, an Selbstwertgefühl, an Selbstbewusstsein, an Präsentationsfähigkeit gewonnen“, freut sich der Schulleiter. „Die Schüler selbst stellten das Projekt in der gesamten Schule in den einzelnen Klassen näher vor. Die Schüler selbst organisierten eine Sponsoring-Aktion auf dem Schulhof.“

Im Unterschied zu anderen Projekten dauert das Energiespar-Projekt weiter an. Inzwischen steuert Kristin Partuschs Klasse auf die Vorbereitung des Abiturs zu. Die Klasse 8 A unter Leitung von Steffi Wagner (Lehrerin für Geographie und Sport) führt das Energiespar-Projekt jetzt weiter. Mögen die Ideen für einen intelligenten, kreativen und konkreten Klimaschutz auch künftig nicht ausgehen.

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