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Segelclub sieht Abschluss entgegen

Neben dem Neubau eines Vereinsheimes wird gerade die erste Regatta erwartet, die auf dem Partwitzer See stattfindet.

Im Dezember war mit Blick auf das Vereinsgelände des 1. SCP am Partwitzer See lediglich das Erdgeschoss zu erkennen. Im Hintergrund ist der Blunoer Südsee sowie das Kraftwerk Schwarze Pumpe zu erkennen.
Im Dezember war mit Blick auf das Vereinsgelände des 1. SCP am Partwitzer See lediglich das Erdgeschoss zu erkennen. Im Hintergrund ist der Blunoer Südsee sowie das Kraftwerk Schwarze Pumpe zu erkennen. © Foto: Jörg Diebel

Partwitz. Als der Knappensee nicht mehr für die Nutzung zur Verfügung stand, die Sanierung begann, entschlossen sich die Mitglieder der Wassersportvereine des 1. Segelclubs Knappensee und des Oberlausitzer Segelclubs Neukirch, ihre Zelte künftig am Ufer des Partwitzer aufzuschlagen. Seit 2014 treten sie als der 1. Segelclub Partwitz (SCP) auf. Seitdem ist viel auf dem Vereinsgelände passiert.

Für den Aufbau eines Segelsportzentrums wurde vor einigen Jahren ein Uferbereich südlich der Halbinsel ausgewählt, gelegen zwischen dem Reiterhof und der Klein Partwitz-Siedlung. Auf dem weitläufigen Gelände wird nun aktuell an dem zweigeschossigen Vereinsheim gebaut. Bisher wurden provisorische Räumlichkeiten in Containern genutzt. Zwischen so einem doppelstöckigen Haus nebst Flachbau und einer Reihe Häuser mit Spitzdach entsteht also das neue dauerhafte Domizil. Wobei die Bungalowhäuschen, die aus Fertiggaragen geschaffen sind, zurzeit verpachtet sind, aber in der Zukunft auch weitere Übernachtungsmöglichkeiten darstellen könnten, wenn der Verein darüber verfügt. Denn das ist kein Provisorium.

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Verzug bei Fertigstellung des Baus

Im Erdgeschoss des neuen Vereinsheimes wird es eine Bootshalle für die vereinseigenen Boote, einen Technikraum, somit eine kleine Werkstatt-Ecke und Sanitäranlagen geben. Das Obergeschoss wird die Vereinsmesse, einen Seminarraum, eine Küche und barrierefreie Toiletten beherbergen. Daher wird das Obergeschoss auch über einen Steg erreichbar sein. Ebenfalls gibt es Platz zum Lagern. Da auch Lehrgänge und Versammlungen dort stattfinden werden, meint Jörg Diebel, dass „das im Prinzip alles wichtige Funktionsräume sind“.

Die Fertigstellung wurde zunächst im Mai erwartet. Verzögerungen hat der harte Winter verursacht sowie der Ausfall eines Zulieferers. Jetzt wird mit dem Abschluss der Arbeiten Ende Juni bzw. Anfang Juli gerechnet. Der Verzug wird vom Schriftführer des Vereinsvorstandes, Jörg Diebel, als „nicht so tragisch“ bewertet.

Für eine weitere Aufwertung der gesamten Anlage wird eine Steganlage geplant, die sich zuletzt noch im Genehmigungsverfahren befunden hat. Damit sollen etwa 20 bis 30 Liegeplätze geschaffen werden. Das sei vor allem günstig, um Motor- und Trainerboote im Wasser lassen zu können.

Erste Segelveranstaltung

So langsam nimmt auch das Vereinsleben wieder Fahrt auf. Von einem Trainingsdefizit kann laut Jörg Diebel gesprochen werden, aber niemand müsse von vorne anfangen. Nach seiner Einschätzung hängt das Training lediglich drei bis vier Wochen hinterher. „Der Winter ist sowieso ruhiger.“ Die knapp 80 Mitglieder kommen teilweise aus Dresden und sind somit häufig nur am Wochenende vor Ort. Das hat mit den Strukturen der Vorgängervereine zu tun. Ebenso wurde ein fester Regatta-Termin mit an den neuen Standort übernommen. Die früher am zweiten Juni-Wochenende ausgetragene Wettfahrt um den Knappensee-Pokal wird es auch in diesem Jahr geben. Am 12. und 13. Juni findet also am Partwitzer See eine Ixylon-Regatta mit dem Namen Zwei-Schwerter-Pokal statt. 25 bis 30 Boote wurden erwartet, 29 Jollen sind nun angemeldet. Anders als sonst wird es keine Abendveranstaltung geben und ein Frühstücksbuffet wird von einem Brötchenservice abgelöst. „Das ist alles nicht das Problem“, sagt Jörg Diebel dazu und verweist auf das großzügige Areal, das Abstandhalten gut möglich macht. Ehrungen werden im Freien durchgeführt. Als Unterkunft stehen für angereiste Segler Zelt- und Caravanstellplätze zur Verfügung. Somit wird die Regatta die erste Segelveranstaltung in der Lausitz in diesem Jahr sein. Mit einer optimistischen Haltung wurden die Vorbereitungen getroffen, die nun auch ihre Umsetzung finden.

Künftig sei es auch denkbar, Veranstaltungen gemeinsam mit dem 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland auszurichten, der am Geierswalder See beheimatet ist. „Eine geteilte Organisation und zwei Seen, die zur Verfügung stehen“, sind für Jörg Diebel die Vorteile. Mit den Flächen beider Gewässer wäre eine Entzerrung gut möglich. Es wären nicht zu viele Boote auf einem See. So ist auch die Austragung einer Deutschen Meisterschaft ein heimlicher Traum. Doch das ist noch Zukunftsmusik, denn erst müsse die Infrastruktur vor Ort vollends ausgebaut sein. Dann sieht das Vorstandsmitglied des SCP gute Voraussetzungen, wenn dann an beiden Standorten unter anderem Innenräume, sanitäre Anlagen und Equipment zur Verfügung stehen.

Gedanken um die Zukunft

Besonders das Kinder- und Jugendtraining soll nach der Unterbrechung wieder „auf den Weg gebracht“ werden. Etwa 20 bis 25 Kinder und Jugendliche sind in diesem Bereich organisiert. Jörg Diebel hat beobachtet, dass besonders der Übergang von der schulischen zur beruflichen Ausbildung meist einen Bruch bedeutet. Er sieht, dass das „Potenzial an interessierten Jugendlichen“ an diesem Sport endlich ist. Das bringe schon die geografische Lage, abseits von Großstädten mit sich. 10 bis 12 Mitglieder verortet der Dresdener im Rentenalter und den Großteil im Alter zwischen 40 und 60 Jahren. „Wir sind nicht überaltert, aber wir müssen schon darauf gucken, wie es weitergehen soll.“ Zum Teil sind Familien samt Kindern im Verein organisiert.

Auf zwei Etagen finden die Vereinsmitglieder künftig Platz für verschiedene Tätigkeiten und Zwecke.
Auf zwei Etagen finden die Vereinsmitglieder künftig Platz für verschiedene Tätigkeiten und Zwecke. © Foto: Juliane Mietzsch

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